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Wirtschaft

Kali-Streit

Weißrussland liefert Uralkali-Chef an Russland aus

Bewegung im Kali-Streit: Der monatelang in Minsk festgehaltene Russe Vladislav Baumgertner ist an sein Heimatland ausgeliefert worden. Er war für den Ausstieg von Uralkali aus einem Exportkonsortium mit einem weißrussischen Kali-Konzern verantwortlich.

REUTERS

Vladislav Baumgertner, Uralkali-Chef: Geisel im Kali-Streit

Donnerstag, 21.11.2013   21:01 Uhr

Minsk/Moskau - Der Kali-Streit zwischen Russland und Weißrussland entspannt sich. Weißrussland übergab am Donnerstag dem staatlichen Fernsehen zufolge den im August verhafteten Uralkali-Chef Vladislav Baumgertner an die Behörden in dessen Heimat Russland.

Baumgertner ist die Schlüsselfigur in dem Konflikt. Dessen Auslöser war, dass die russische Uralkali das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufkündigte und in der Folge einen deutlichen Fall der Kali-Preise vorhersagte - zu dem es dann auch kam. Leidtragender des Streits ist auch der deutsche Uralkali-Konkurrent K+S, der sich mit einem umfassenden Sparprogramm gegen die Folgen des Preisverfalls stemmt.

Weißrussland, für das Kali eines der wichtigsten Exportgüter ist, betrachtete das Ende des Kartells als Affront und konterte mit der Verhaftung von Baumgertner am Flughafen in Minsk. Seitdem befand er sich unter Hausarrest. Die weißrussischen Behörden werfen dem Uralkali-Chef vor, er habe gegen die Interessen des Exportkonsortiums verstoßen, dessen Vorsitzender Baumgertner zugleich ist.

Lukaschenko hatte im Gegenzug für die Auslieferung Baumgertners gefordert, dass der russische Milliardär Sulejman Kerimow seinen knapp 22-prozentigen Uralkali-Anteil verkauft. Auch gegen Kerimow hatte die Justiz in Minsk ermittelt. Neuer Großaktionär soll der russische Oligarch Michail Prochorow mit seiner Onexim-Gruppe werden, der am Montag den Kauf der Aktien für geschätzt 4,35 Milliarden Dollar (3,23 Milliarden Euro) angekündigt hatte.

Baumgertner saß zuletzt in Minsk in Hausarrest. Zuvor hatte Russland bereits die weißrussische Bedingung erfüllt, den Uralkali-Chef ebenfalls offiziell anzuklagen. Allerdings hatte die Rohstoff-Großmacht zugleich den wirtschaftlichen Druck auf den finanziell schwer angeschlagenen "Bruderstaat" stark erhöht. So schränkten unter anderem russische Staatskonzerne Öllieferungen in das Nachbarland drastisch ein.

mia/Reuters/dpa

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