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Wirtschaft

Mehr steuerfreie Nebenverdienste

Zahl der Minijobs steigt auf 7,6 Millionen

In Deutschland haben fast so viele Menschen einen steuer- und abgabenfreien Minijob wie vor Einführung des Mindestlohns. Zuletzt waren es 7,6 Millionen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.

DPA

Kellnerin in einer Bar

Montag, 17.12.2018   08:08 Uhr

Die Zahl der Minijobs ist im laufenden Jahr wieder nahezu auf den Stand vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 gestiegen. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung an die Grünen hervor, berichtete die "Rheinische Post". Demnach zählte die Bundesagentur für Arbeit Ende März nach den letztverfügbaren Daten gut 7,6 Millionen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. Ende Dezember 2014 - also kurz vor der Einführung des Mindestlohns - waren es mit 7,67 Millionen nur wenig mehr.

Der Zeitung zufolge ist vor allem die Zahl der Minijobs, die im Nebenjob ausgeübt werden, deutlich angestiegen. Waren Ende 2014 erst 2,5 Millionen Minijobber in der Nebenbeschäftigung tätig, hatten Ende März 2018 bereits knapp 2,8 Millionen neben der Hauptbeschäftigung noch einen steuer- und abgabenfreien Minijob.

Insgesamt fällt die Bilanz nach vier Jahren Mindestlohn positiv aus. Die von vielen Ökonomen befürchteten Schäden sind nicht eingetreten, weder gingen Hunderttausende Arbeitsplätze verloren, noch leiden Unternehmen im internationalen Wettbewerb.

Verschiedene Studien haben sich mit den Auswirkungen des Mindestlohns befasst. Sie gingen dabei auch der Frage nach, inwiefern dieser sich auf Arbeitszeit und Stundenlohn auswirkt.

mmq/Reuters/dpa

insgesamt 71 Beiträge
mantrid 17.12.2018
1. Panik-Gefasel
Ach, was sollten die schlimmen Folgen des Mindestlohns sein. Massenhaft würde Firmen schließen müssen, Dienstleistungen nicht mehr erbracht werden. Passiert ist gar nichts. Und, liebe SPON-Redatkion, Minijobs sind weder steuer- [...]
Ach, was sollten die schlimmen Folgen des Mindestlohns sein. Massenhaft würde Firmen schließen müssen, Dienstleistungen nicht mehr erbracht werden. Passiert ist gar nichts. Und, liebe SPON-Redatkion, Minijobs sind weder steuer- noch abgabenfrei. Der Arbeitgeber hat pauschalierte Sätze für Sozialabgaben abzuführen und in Deutschland ist jedes Einkommen steuerpflichtig. Zu versteuern sind Minijobs pauschal mit 25% bzw. über die Lohnsteuerkarte (§ 40a ESStG).
karlo1952 17.12.2018
2. Diese Erkenntnis sollte doch
Ansporn sein, den Mindestlohn möglichst schnell auf 12 Euro anzuheben. Wenn jemand seinen Mitarbeitern nicht wenigstens 12 Euro bezahlen kann, hat auch keine wirkliche Geschäftsgrundlage, sondern nutzt lediglich die Arbeitneh,er [...]
Ansporn sein, den Mindestlohn möglichst schnell auf 12 Euro anzuheben. Wenn jemand seinen Mitarbeitern nicht wenigstens 12 Euro bezahlen kann, hat auch keine wirkliche Geschäftsgrundlage, sondern nutzt lediglich die Arbeitneh,er zu seinen Gunsten aus. Der Unternehmer selbst arbeitet ja auch nicht für 12 Euro.
zia-zaruba 17.12.2018
3. wenn ich das
richtig verstanden habe, geht es um Mini Jobs NEBEN einer Hauptbeschäftigung. Oder sind es Leute, die NUR vom Mini Job leben?
richtig verstanden habe, geht es um Mini Jobs NEBEN einer Hauptbeschäftigung. Oder sind es Leute, die NUR vom Mini Job leben?
oldman2016 17.12.2018
4. Höhe Pauschalsteuer
Meines Wissens werden für geringfügige Beschäftigungen pauschaliert zwei Prozent Lohnsteuer einbehalten und nicht 25 Prozent. Hat sich in letzter Zeit etwas geändert?
Zitat von mantridAch, was sollten die schlimmen Folgen des Mindestlohns sein. Massenhaft würde Firmen schließen müssen, Dienstleistungen nicht mehr erbracht werden. Passiert ist gar nichts. Und, liebe SPON-Redatkion, Minijobs sind weder steuer- noch abgabenfrei. Der Arbeitgeber hat pauschalierte Sätze für Sozialabgaben abzuführen und in Deutschland ist jedes Einkommen steuerpflichtig. Zu versteuern sind Minijobs pauschal mit 25% bzw. über die Lohnsteuerkarte (§ 40a ESStG).
Meines Wissens werden für geringfügige Beschäftigungen pauschaliert zwei Prozent Lohnsteuer einbehalten und nicht 25 Prozent. Hat sich in letzter Zeit etwas geändert?
hausfeen 17.12.2018
5. Abschaffen. Minnjobs abschaffen.
Stattdessen wie beim Steuerfreibetrag eine generelle Freigrenze, bis zu der die Sozialabgabeben aus Steuergeldern beglichen werden. Da unten rum sind diese nämlich die Armutserzeuger. Würde für alle Lohnabhängigen erst einmal [...]
Stattdessen wie beim Steuerfreibetrag eine generelle Freigrenze, bis zu der die Sozialabgabeben aus Steuergeldern beglichen werden. Da unten rum sind diese nämlich die Armutserzeuger. Würde für alle Lohnabhängigen erst einmal mehr netto vom brutto bedeuten. Die Finanzierungslücke wäre bei den Seuerlückensuchern und Steuervermeidern zu finden. Und: Jeder, der arbeiten will, könnte Kleinjobs annehmen, nicht nur der/die,jenigen, die über Ehepartner oder Rente schon abgesichert sind.

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