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Wirtschaft

Boom beim Onlineverkauf

Adidas-Aktie legt mehr als sieben Prozent zu

Mehr Gewinn als erwartet und gute Aussichten für die zweite Jahreshälfte: Die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas ist stark gestiegen. Auch die schwache Umsatzentwicklung konnte den Höhenflug nicht bremsen.

REUTERS

Adidas-Store in Berlin (Archiv)

Freitag, 03.05.2019   11:40 Uhr

Der Sportartikelkonzern Adidas hat im ersten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Nettogewinn legte um 16 Prozent auf 631 Millionen Euro zu und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich.

Adidas kaufte günstiger ein, verkaufte gut zehn Prozent mehr in den eigenen Läden und sogar 40 Prozent mehr über das Internet direkt an die Kunden. Am Vormittag stiegen die Aktien des Unternehmens um rund 7,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 246,75 Euro.

Der Umsatz flaute hingegen ab. Das Adidas-Management hatte bereits im März über Produktionsengpässe geklagt, die das erste Halbjahr belasten. Der Konzern kann derzeit die hohe Nachfrage bei Bekleidung im mittleren Preissegment nicht vollständig bedienen, da die Kapazitäten nicht ausreichten. Der Konzern habe die Nachfrage insbesondere in den USA unterschätzt, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted in einer Telefonkonferenz. Derzeit fahre Adidas die Kapazitäten nach oben.

Die Herzogenauracher erwarten, dass sich das Wachstum im zweiten Halbjahr wieder beschleunigt und bekräftigten ihre Jahresprognose. Der währungsbereinigte Umsatzanstieg soll bei fünf bis acht Prozent liegen. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften soll um acht bis zwölf Prozent auf 1,85 Milliarden bis 1,92 Milliarden Euro klettern.

Europ a-Geschäft schwächelt

Im ersten Quartal stieg der Umsatz des weltweit zweitgrößten Sportartikelkonzerns um sechs Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen weiter mit. Währungsbereinigt lag das Plus bei vier Prozent. Im Gesamtjahr 2018 hatte das Umsatzwachstum währungsbereinigt noch acht Prozent betragen.

Getrieben wurde das Umsatzplus im ersten Quartal von einer guten Nachfrage in China, Russland sowie anderen Schwellenländern. In Nordamerika legte Adidas leicht um drei Prozent zu. Dagegen musste das Unternehmen in Südamerika sowie Europa einen Rückgang hinnehmen.

Das Geschäft in Europa schwächelt bereits seit einiger Zeit, Adidas konnte der nachlassenden Begeisterung für die Retro-Schuhklassiker wie Stan Smith oder Superstar nicht schnell genug Neues entgegensetzen.

brt/dpa/Reuters

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