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Wirtschaft

A321neo

Baustelle in der Kabine

Der Kabineneinbau beim Airbus A321neo gestaltet sich schwieriger als erwartet. Deshalb kann der Flugzeughersteller seine für 2019 geplanten Auslieferungen nicht mehr einhalten. Von der Krise bei Boeing kann er nicht profitieren.

Guillaume Horcajuelo/epa/dpa

Der Airbus A320neo nach seinem Erstflug

Mittwoch, 30.10.2019   13:18 Uhr

Airbus wird im laufenden Jahr weniger Verkehrsflugzeuge ausliefern als zunächst geplant. Grund sind Probleme beim Bau des Mittelstreckenjets A321neo. Dennoch hält der europäische Flugzeughersteller an seinem Gewinnziel fest.

Statt 880 bis 890 Verkehrsflugzeugen dürften im laufenden Jahr nur rund 860 Maschinen den Weg zu den Airlines finden, kündigte Vorstandschef Guillaume Faury in Toulouse an.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Airbus-Aktien gaben nach dem Handelsstart knapp 1,5 Prozent nach. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier allerdings fast 50 Prozent an Wert gewonnen.

Gewinnziel bekräftigt

Im Sommer verdiente der Luftfahrt- und Rüstungskonzern mehr als von Analysten erwartet. Finanzchef Dominik Asam sieht auch das Gewinnziel für 2019 trotz der gekappten Auslieferungspläne nicht in Gefahr.

So soll das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) von im Vorjahr 5,8 Milliarden Euro in diesem Jahr um etwa 15 Prozent steigen. Die Margen pro Flugzeug seien so gut, dass man an diesem Ziel keine Abstriche machen müsse, sagte Asam.

Obwohl der Umsatz im dritten Quartal mit 15,3 Milliarden Euro rund ein Prozent niedriger ausfiel als ein Jahr zuvor, konnte Airbus seinen Gewinn steigern. Das bereinigte Ebit stieg um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Überschuss wuchs um drei Prozent auf 989 Millionen Euro. Analysten hatten hingegen mit einem Gewinnrückgang gerechnet.

Roboter sollen helfen

Allerdings stellt die geplante Produktionsausweitung bei den Mittelstreckenjets der A320neo-Modellfamilie den Hersteller vor größere Herausforderungen als angenommen. Der Einbau der neuartigen Kabinenausstattung des Fliegers dauere deutlich länger als bei der herkömmlichen Version, sagte Faury in einer Telefonkonferenz.

Die Airbus Cabin Flex (ACF) genannte Kabinenvariante schafft in der längeren Flugzeugversion A321neo Platz für noch mehr Passagiere. Um die Produktion der Jets weiter hochzufahren, setzt Airbus-Chef Faury verstärkt auf den Einsatz von Robotern. Die Umstellung sorgt aber erst einmal für Verzögerungen.

Airbus will ab dem Jahr 2021 monatlich 63 Maschinen der A320-Familie fertigstellen, die durch die modernisierte und weniger spritdurstige Neuauflage A320neo einen immensen Nachfrageschub erhalten hat.

Neue Bestellung durch InidGo

Erst am Dienstag orderte der indische Billigflieger IndiGo 300 Mittelstreckenjets der Reihe - darunter die neue Langstreckenversion A321XLR, deren Bau Airbus erst im Juni angekündigt hatte.

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Weil die Produktion der A320neo-Familie über Jahre hinweg ausgebucht ist, kann Airbus seinem schwer gebeutelten Rivalen Boeing aber kurzfristig kaum Kunden abnehmen.

Dabei hat das weltweite Flugverbot für die Boeing 737 Max - das Konkurrenzmodell zur A320neo - den US-Konzern in eine tiefe Krise befördert. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten dürfen die Jets der Reihe seit März weltweit nicht mehr starten. Auch die Auslieferungen sind gestoppt. Der US-Konzern musste bereits Belastungen in Milliardenhöhe verbuchen.

Belastung durch Zollstreit

Der Zollstreit zwischen den USA und Europa belastet den Konzern weiter, nachdem die USA in Europa gebaute Flugzeuge zuletzt mit Einfuhrzöllen in Höhe von zehn Prozent belegt hatten. Eine Gegenentscheidung aus Brüssel wird im kommenden Jahr erwartet.

Faury deutete an, dass Airbus seinen US-Kunden bei den Mehrkosten für bereits in der Produktion befindliche Flugzeuge entgegenkommen könnte: "Wir kümmern uns um jeden Einzelfall und bemühen uns, die Hindernisse zu überwinden."

brt/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
didiastranger 30.10.2019
1. Auf jeden Fall ist es besser
nicht wie BOEING 340 Menschen in den Tot zu schicken weil das Flugzeug unfertig war. Ab3er SPON muss ja negativ schreiben. Augstein dreht sich ob einer solchen Schreiberlingen Bsetzung im Grab.
nicht wie BOEING 340 Menschen in den Tot zu schicken weil das Flugzeug unfertig war. Ab3er SPON muss ja negativ schreiben. Augstein dreht sich ob einer solchen Schreiberlingen Bsetzung im Grab.
Stereo_MCs 30.10.2019
2.
Jedenfalls ein Flugzeug, in dass ich hundertmal hintereinander einsteige ohne auch nur einen Gedanken zu verwenden. wie bei jedem aktuellen Airbus. Personenflugverkehr ist Vertrauenssache. Und da ist bei mir Boeing untendurch. [...]
Jedenfalls ein Flugzeug, in dass ich hundertmal hintereinander einsteige ohne auch nur einen Gedanken zu verwenden. wie bei jedem aktuellen Airbus. Personenflugverkehr ist Vertrauenssache. Und da ist bei mir Boeing untendurch. Schon vor der Uralt Konstruktion 737, gerne mal 20 Jahre + x alt bzw. in der Luft, habe ich "Respekt", in eine Max werde ich nie einen Fuß setzen.
child3k 30.10.2019
3. 340 ...
... hä? Was wollen Sie uns denn mitteilen? Das Lage Boeing - Airbus zeigt einfach, dass in dieser Industrie Prozesse im Grunde etwas langsamer ablaufen. Es lassen sich eben nicht innerhalb weniger Monate [...]
Zitat von didiastrangernicht wie BOEING 340 Menschen in den Tot zu schicken weil das Flugzeug unfertig war. Ab3er SPON muss ja negativ schreiben. Augstein dreht sich ob einer solchen Schreiberlingen Bsetzung im Grab.
... hä? Was wollen Sie uns denn mitteilen? Das Lage Boeing - Airbus zeigt einfach, dass in dieser Industrie Prozesse im Grunde etwas langsamer ablaufen. Es lassen sich eben nicht innerhalb weniger Monate Produktionskapazitäten erhöhen um von Problemen bei der Konkurrenz profitieren zu können. Dafür sind Produktionszeiten und Kosten einfach zu hoch. Noch dazu kommt - es gibt für die größeren Flieger quasi nur zwei Hersteller weltweit - bei fast jedem anderen Produkt findet sich eben immer einer der einspringen kann. Wie stark die Sache runde im die 737 MAX Boeing tatsächlich beschädigt wird sich erst in einiger Zeit zeigen.
birdie 31.10.2019
4. Vielflieger geniessen nach übereinstimmenden Berichten
den sehr leisen und sanften Flug in einer optimal und harmonisch konfigurierten Kabine eines Airbus und vermeiden nach Möglichkeit eine Beförderung in einer Boeing-Maschine, wo alles ganz anders ist. Denn in Boeing-Maschinen [...]
den sehr leisen und sanften Flug in einer optimal und harmonisch konfigurierten Kabine eines Airbus und vermeiden nach Möglichkeit eine Beförderung in einer Boeing-Maschine, wo alles ganz anders ist. Denn in Boeing-Maschinen vermissen sie deutlich Komfort und Wohlfühlmerkmale.
silbersee 31.10.2019
5. Management muss weg
Wenn der vermeintlucje Erzrivale nicht in der Lage ist , auch kurzfristig aus dem Boing Desaster Gewinn zu schlagen, zeigt dass, dass das Management bei Airbus dringend verbessert werden muss.
Wenn der vermeintlucje Erzrivale nicht in der Lage ist , auch kurzfristig aus dem Boing Desaster Gewinn zu schlagen, zeigt dass, dass das Management bei Airbus dringend verbessert werden muss.

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