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Aldi mischt Konkurrenz in Australien auf

Auch in Australien ist Aldi erfolgreich: Erstmals legte der deutsche Discounter dort seinen Gewinn offen - die Zahlen zeigen, wie Aldi anderen Supermarktketten Marktanteile abjagt.

DPA

Deutsche Aldi-Filiale: Gewinn in Australien in drei Jahren verdoppelt

Montag, 13.07.2015   12:26 Uhr

Der deutsche Discounter Aldi konnte in Australien seinen Gewinn deutlich steigern. Unter dem Druck der Konkurrenz legten die Deutschen erstmals Zahlen über ihre Aktivitäten in dem Land vor. Mit mehr als 370 Läden an der australischen Ostküste hat das Unternehmen seinen Vorsteuergewinn zwischen 2010 und 2013 mehr als verdoppelt. Dies geht aus einer Aldi-Stellungnahme vor einem Steuerausschuss im Parlament in Canberra hervor, die am Montag bekanntwurde.

Die traditionellen Supermarktketten Woolworths und Coles betrachten den Rivalen mit Argwohn. Aldi ist seit 2001 in Australien und hat dort inzwischen einen Marktanteil von elf Prozent und 9000 Mitarbeiter. Aldi Australien gehört zur Aldi-Süd-Gruppe.

Der Chef des Coles-Mutterkonzerns Wesfarmers, Richard Goyder, hatte im Juni verlangt, dass die Steuerzahlungen von Aldi unter die Lupe genommen werden sollten. Das Unternehmen ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach australischem Recht und muss seine Zahlen deshalb nicht offenlegen. Auch in Deutschland gilt Aldi als verschwiegen. Weil der Milliardenkonzern nicht börsennotiert ist, muss er viele Zahlen nicht offenlegen, die über Unternehmen ähnlicher Größe bekannt sind.

Aldi Australien steigerte seinen Gewinn vor Steuern nach diesen Angaben zwischen 2010 und 2013 von 121 auf 261 Millionen australische Dollar (von 81 auf 174 Millionen Euro nach aktuellem Kurs). Der Discounter habe die übliche Steuerrate von rund 30 Prozent gezahlt und damit 82 Millionen australische Dollar an Steuern, schrieb Aldi-Australasia-Chef Thomas Daunt in einem Brief vom 3. Juli 2015 an den Ausschuss. "100 Prozent unserer Gewinne haben wir wieder in Australien investiert", betonte Daunt.

Daunt will den Druck auf die Konkurrenz weiter erhöhen. Das Unternehmen plane 120 neue Läden in Süd- und Westaustralien mit rund 2000 neuen Jobs. Er verwies auf eine Untersuchung der Verbraucherorganisation Choice vom Juni, wonach ein typischer Einkaufskorb bei Aldi bis zu 50 Prozent billiger sei als bei anderen Anbietern. Aldi greift derzeit auch auf anderen Auslandsmärkten - etwa in Großbritannien und in den USA - verstärkt einheimische Einzelhändler an.

ade/dpa

insgesamt 38 Beiträge
imlattig 13.07.2015
1. sollten aldi....
und co. hier auch mal 30 prozent steuern zahlen. wuerde am anfang die ware etwas teuerer machen aber durch den konkurenzdruck auch wieder verbilligen.
und co. hier auch mal 30 prozent steuern zahlen. wuerde am anfang die ware etwas teuerer machen aber durch den konkurenzdruck auch wieder verbilligen.
Thorkh@n 13.07.2015
2. Sind Neozoen ...
... in Australien nicht ausdrücklich untersagt?
... in Australien nicht ausdrücklich untersagt?
gersco 13.07.2015
3. Das ist kein Erfolg, es droht eine Monokultur!
In einigen Ländern kann man förmlich beobachten was es heißt, wenn Aldi oder auch Lidl dort in die Märkte einbrechen. In Großbritannien beispielsweise verändern sich dadurch tatsächlich die Sortimente von britischen [...]
In einigen Ländern kann man förmlich beobachten was es heißt, wenn Aldi oder auch Lidl dort in die Märkte einbrechen. In Großbritannien beispielsweise verändern sich dadurch tatsächlich die Sortimente von britischen Produkten zu dem monopolisierten Eigenmarken-Massenzeug der beiden Konzerne. Klar, es gibt Angebot und Nachfrage und kein Brite wird theoretisch gezwungen, diese Billigstprodukte zu kaufen, da es aber wie in vielen Branchen mittlerweile leider üblich nur noch um Marktverdrängung geht, wird auch hier nur der finanziell Stärkste und markttechnisch Aggressivste überleben und da spielen Aldi und Lidl für sich selbst zwar eine gute, aber für die Vielfalt und lokale Produkte eine vernichtende Rolle. Was hier als Erfolg gepriesen wird, ist sichtbarer Raubtierkapitalismus, bevor die Konsumenten die Gefahr erkennen, wird es für viele lokale Produkte und Märkte zu spät sein.
W. Robert 13.07.2015
4. Hauptsache billig?
Leider versagt hier das Kartellamt völlig, es findet eine gigantische Abwärtsspirale zugunsten dieser größenwahnsinnigen Dorfoligarchen statt. Die Marktmacht der Einkäufer dieser Ketten wird immer erdrückender für die [...]
Leider versagt hier das Kartellamt völlig, es findet eine gigantische Abwärtsspirale zugunsten dieser größenwahnsinnigen Dorfoligarchen statt. Die Marktmacht der Einkäufer dieser Ketten wird immer erdrückender für die Bauern, was der Steuerzahler durch permanente Subventionen ausgleichen muss. Massentierhaltung, Agrarwüsten und schlechte Qualität sind die Folge einer derart desaströsen Politik der "billigen" Massenfütterung. So nebenbei plätten wir auch noch die Landwirtschaft in Südeuropa. Das alles müssen wir letztlich teuer bezahlen, durch eine Verödung der Landschaft, durch höhere Subventionen, durch eine immer bedenklichere Qualität der Nahrung.
helmut.alt 13.07.2015
5.
Gut für die Verbraucher! Konkurrenz belebt das Geschäft.
Gut für die Verbraucher! Konkurrenz belebt das Geschäft.

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