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Wirtschaft

Online-Händler

Amazon erhöht Mindestlohn für seine Mitarbeiter in den USA

Amazon setzt für seine US-Mitarbeiter einen Mindestlohn fest, der doppelt so hoch ist wie der staatlich vorgeschriebene. Der Handelskonzern sieht sich deshalb als "Anführer einer Bewegung".

AP

Amazon-Chef Jeff Bezos

Dienstag, 02.10.2018   14:53 Uhr

Der oft für seine Arbeitsbedingungen kritisierte Onlinehändler Amazon setzt für seine US-Mitarbeiter einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde fest. Davon sollen nicht nur die 250.000 fest angestellten Beschäftigten profitieren, sondern auch die rund 100.000 Zeitarbeiter, die für das Weihnachtsgeschäft dazukommen, teilte Amazon mit.

Zugleich wolle sich die Firma auch dafür einsetzen, dass der staatlich vorgeschriebene Mindestlohn von aktuell 7,25 Dollar pro Stunde angehoben werde, hieß es. "Wir haben unseren Kritikern zugehört, nachgedacht, was wir machen wollen, und beschlossen, dass wir die Bewegung anführen wollen", sagte Gründer und Chef Jeff Bezos. In den USA schreiben mehrere Dutzend Bundesstaaten allerdings bereits Mindestlöhne über dem national festgelegten Wert vor.

Amazon machte keine Angaben zur bisherigen Höhe des firmeninternen Mindestlohns. In diesem Jahr hatte auch der Supermarkt-Riese Walmart - ein scharfer US-Konkurrenz von Amazon - seinen Mindestlohn von neun auf elf Dollar angehoben.

In Deutschland streitet Amazon seit Jahren mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di über einen Tarif für die Mitarbeiter der Logistikzentren.

hej/dpa

insgesamt 5 Beiträge
hoeffertobias 02.10.2018
1. Kein Wunder,...
... die Arbeitslosenquote in den USA geht gerade auf die 3% zu, dazu kommen die aktuell stark erschwerten Bedingungen für ausländische Arbeitskräfte. Der hohe Mindestlohn ist also keine Barmherzigkeit, sondern eine [...]
... die Arbeitslosenquote in den USA geht gerade auf die 3% zu, dazu kommen die aktuell stark erschwerten Bedingungen für ausländische Arbeitskräfte. Der hohe Mindestlohn ist also keine Barmherzigkeit, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Man kann daraus sehr gut erkennen, warum der Arbeitsmarkt Arbeitsmarkt heißt: Auch hier gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage! Mand darf nur nicht den Fehler zulassen, dass das Angebot stetig erhöht wird, damit sich die Löhne und Gehälter am unteren Rand des Erträglichen bewegen. Klar, dass es dazu einen Betriebswirt braucht. Unsere Sozen werden das Prinzip in 1.000 Jahren nicht verstanden haben. Zumindest können sie keine Besoldungstabellen lesen und schon gar keine Auswirkungen von politischen Beschränkungen auf den Wohnungsmarkt beurteilen. Wirklich schade, es scheint ja zu funktionieren - wenn man denn will!
aurichter 02.10.2018
2. Mindestlohn
Zitat/Unsere Sozen werden das Prinzip in 1.000 Jahren nicht verstanden haben. Zumindest können sie keine Besoldungstabellen lesen/ Ende. Und das aus der Tastatur eines schwarzen Wählerschaft, der gern übersieht, welche Kräfte [...]
Zitat/Unsere Sozen werden das Prinzip in 1.000 Jahren nicht verstanden haben. Zumindest können sie keine Besoldungstabellen lesen/ Ende. Und das aus der Tastatur eines schwarzen Wählerschaft, der gern übersieht, welche Kräfte seit fast 30 Jahren mit kurzen Unterbrechungen in diesem Land für stagnierende Löhne/Gehälter sorgt. Man kann vielen Scheuklappenträgern wirklich nur immer wieder den Rat geben diese für kurze Zeit abzulegen. Aber Vorsicht es kann zu Schockwirkungen kommen, wenn man die schwarze Brille ablegt.
dasfred 02.10.2018
3. Wirtschaftlich ist das sinnvoll
Wenn das eigene Potential groß genug ist, den Rest der Arbeitgeber in Zugzwang zu bringen, dann stehen den Mehrausgaben für Löhne bei Amazon für 250.000 bis 350.000 Mitarbeiter Millionen Arbeitnehmer mit höherer Kaufkraft [...]
Wenn das eigene Potential groß genug ist, den Rest der Arbeitgeber in Zugzwang zu bringen, dann stehen den Mehrausgaben für Löhne bei Amazon für 250.000 bis 350.000 Mitarbeiter Millionen Arbeitnehmer mit höherer Kaufkraft gegenüber. Wenn man die Zahl der Kunden nicht beliebig erweitern kann, dann muss sich eben deren Einkommen erhöhen.
n.wemhoener 03.10.2018
4.
Amazon kann sich auch hier in Deutschland gern zum "Anführer einer Bewegung" machen, in dem er den ges. Mindestlohn für die Beschäftigten in den Logistikzentren verdoppelt. Dann würde dort endlich leistungsgerecht [...]
Amazon kann sich auch hier in Deutschland gern zum "Anführer einer Bewegung" machen, in dem er den ges. Mindestlohn für die Beschäftigten in den Logistikzentren verdoppelt. Dann würde dort endlich leistungsgerecht bezahlt mit 18 Euro in der Stunde, statt mit ca.11 Euro.
Fair-WeiterGeben 10.01.2019
5. Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel suggeriert, dass der Amazon-Chef Jeff Bezos, von sich aus, die Löhne angehoben hat. Das ist aber nicht so! Er tat es, da ein Gesetzentwurf in Arbeit war, (welches sogar seinen Namen tragen sollte) und alle [...]
Dieser Artikel suggeriert, dass der Amazon-Chef Jeff Bezos, von sich aus, die Löhne angehoben hat. Das ist aber nicht so! Er tat es, da ein Gesetzentwurf in Arbeit war, (welches sogar seinen Namen tragen sollte) und alle Konzerne verpflichten sollte fairere Grundlöhne zu bezahlen. Da er sich nicht an den Pranger stellen lassen wollte, kam er diesem Gesetz zuvor

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