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Wirtschaft

Quartalszahlen

Amazon startet mit Rekordgewinn ins Geschäftsjahr

Im ersten Quartal hat Amazon seinen Überschuss mehr als verdoppelt. Ein Grund zur Freude ist das für den Onlinehändler aber nur begrenzt - denn das Umsatzwachstum sinkt weiter.

Pascal Rossignol/ REUTERS

Amazon-Logo an einem französischen Logistikcenter

Freitag, 26.04.2019   10:26 Uhr

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon ist mit einem starken Gewinnzuwachs ins neue Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal wuchs der Überschuss im Jahresvergleich um überraschend starke 125 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar, teilte der Konzern mit. Soviel verdiente der weltgrößte Onlinehändler noch nie pro Quartal.

Amazon profitierte vom florierenden Internethandel und boomenden Cloud-Diensten. Die Erlöse stiegen um 17 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar. Das ist zwar ein deutliches Plus und im Rahmen der Markterwartungen, dennoch lieferte Amazon damit das vierte Quartal mit teils deutlich abflauendem Umsatzwachstum in Folge. Den Großteil seiner Einnahmen erzielt der Konzern weiter mit dem Internethandel im Heimatmarkt Nordamerika.

Doch auch andere Sparten lohnen sich mittlerweile: So verzeichnete Amazons Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Netz weiter starkes Wachstum. Die Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Firmen verkauft, erhöhte die Einnahmen um 41 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn der ertragreichen Sparte kletterte um 59 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Auch im Geschäft mit Onlinewerbung legte Amazon stark zu.

Zudem macht der Konzern von Jeff Bezos, dessen Ausgabefreude Investoren früher häufig nervös machte, inzwischen große Fortschritte bei der Verringerung der Kosten. Im ersten Quartal stiegen die Ausgaben lediglich um 12,6 Prozent - für Amazon-Verhältnisse ein ungewöhnlich niedriger Wert.

Allerdings kündigte Finanzchef Brian Olsavsky in einer Telefonkonferenz nach Vorlage des Quartalsberichts bereits die nächste Investitionsoffensive an: Amazon arbeite daran, Lieferungen binnen 24 Stunden zum Standard für Prime-Kunden zu machen - zunächst in Nordamerika und dann weltweit. Dafür will der Konzern im laufenden Quartal rund 800 Millionen Dollar ausgeben. Bislang strebt Amazon beim Prime-Service Zustellungen innerhalb von zwei Tagen an.

Für das laufende Vierteljahr geht das Unternehmen von einem Umsatzanstieg auf 59,5 bis 63,5 Milliarden Dollar aus. Anleger reagierten positiv auf die Quartalszahlen, die Aktie verbuchte nachbörslich allerdings nur einen leichten Anstieg. Der Kurs hat im bisherigen Jahresverlauf aber auch schon um rund 24 Prozent zugelegt, mit einem Börsenwert von zuletzt rund 936 Milliarden Dollar bewegt sich Amazon wieder in Richtung der Billionenmarke.

kko/dpa

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