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Wirtschaft

Mehr als nur iPhones

Apples neue Geldmaschinen

Apple verdient sein Geld vor allem mit dem iPhone. Nun investiert der Tech-Konzern in die Entwicklung neuer Produkte und Dienste. Wie lukrativ sind die neuen Geschäftsfelder?

AFP/SPIEGEL ONLINE/EPA-EFE/REX/Shutterstock
Von und
Samstag, 30.03.2019   11:11 Uhr

Der Erfolg des iPhones ist für Apple Fluch und Segen zugleich. Einerseits sorgte das Smartphone ein Jahrzehnt lang für immer neue Rekordgewinne. Andererseits zeigte der Gewinnrückgang wegen schwächelnder iPhone-Verkäufe in China Ende 2018, wie drastisch der Erfolg des Unternehmens von diesem einen Produkt abhängt.

Der Konzern will die Abhängigkeit von seinem Vorzeigemodell daher verringern und entwickelt sich zunehmend zu einem integrierten Konzern, der seine Hardware mit Dienstleistungen verzahnt.

Mit der Einführung neuer Streamingdienste hat der Konzern am Montag einen Schritt in diese Richtung gewagt. Ein paar Ideen, was das sein könnte, hat der Konzern auf einem Event in seinem Hauptquartier in Kalifornien vorgestellt:

Doch das ist bei Weitem nicht alles. Tatsächlich ist der Konzern schon jetzt sehr breit aufgestellt, macht schon lange auch mit anderen Angeboten riesige Gewinne - und forscht nach neuen Einnahmequellen. In der Fotostrecke finden Sie eine Übersicht:



Neue Erlösquellen

Neben den bisherigen Geschäftsfeldern arbeitet Apple an weiteren Produkten, die dem Unternehmen als künftige Erlösquellen dienen sollen. Ob dabei allerdings ein ähnlicher Erfolgsbringer wie das iPhone ist, lässt sich bisher nicht sagen. An folgenden Projekten arbeitet Apple:


Apps, die auf Macs, iPads und iPhones laufen


Den Gedanken, macOS und iOS zu einem einzigen Betriebssystem zu verschmelzen, lehnt Apple seit Jahren vehement ab. Zu unterschiedlich seien die Anforderungen von Smartphones und Computern. Im vergangenen Jahr stellte der Konzern aber ein System in Aussicht, das es Entwicklern ermöglichen soll, iOS-Apps ohne viel Aufwand auf macOS zu übertragen. Dieses System wird der Konzern im Juni 2019 vorstellen.


Autonomes Fahren


Berichten zufolge forscht Apple unter dem Codenamen "Project Titan" an Technologien für autonom fahrende Autos. Welches Ziel der Konzern mit dem 2014 gestarteten Vorhaben genau verfolgt, ist allerdings unklar.

Apples Manager hatten mehrfach versucht, mit Autoherstellern wie BMW und Mercedes-Benz zu kooperieren. Schließlich wurde bekannt, dass der Konzern Ende 2017 eine Zusammenarbeit mit Volkswagen eingegangen ist. Einem Bericht der "New York Times" zufolge will Apple den T6-Transporter von VW umbauen und auf seinem Firmengelände als fahrerloses Shuttle für seine Mitarbeiter einsetzen.

Ende Januar wurde bekannt, dass Apple 200 Mitarbeiter vom "Projekt Titan" abzieht. Das Team solle sich in diesem Jahr auf einige Schlüsselbereiche fokussieren, sagte ein Firmensprecher dem TV-Sender CNBC. Einige Teams würden in anderen Projekten im Konzern eingesetzt, wo sie beispielsweise an maschinellem Lernen arbeiten sollen. "Wir glauben weiter daran, dass autonome Systeme eine große Zukunft haben", hieß es. "Das ist das bisher ambitionierteste Projekt für maschinelles Lernen."

Was auch immer beim "Projekt Titan" am Ende herauskommt, ein von Apple hergestelltes "iCar" wird es kaum werden. Dafür fehlt dem Konzern die Expertise im Autobau. Eher dürfte es Apples Ziel sein, eine Softwareplattform für autonom fahrende Autos zu entwickeln, die dann - ähnlich wie heute CarPlay für Autoradios - an Pkw-Hersteller lizenziert wird. Vielleicht wird man dann Autos mit einem Aufkleber "Apple inside" sehen.


Das Augmented-Reality-Headset


Seit 2015 gibt es Gerüchte, dass Apple an einer Augmented-Reality-Brille arbeitet. Durch die Übernahme des Headset-Herstellers Vrvana für rund 30 Millionen Dollar bekamen diese Spekulationen 2017 neue Nahrung. Vrvana hatte eine Datenbrille entwickelt, die sowohl Augmented als auch Virtual Reality darstellen kann. Bei Augmented Reality wird die reale Welt per Datenbrille mit digitalen Bildern überzogen, bei der Virtual Reality taucht der Nutzer in eine rein virtuelle Welt ein.

Apple-Chef Tim Cook gibt sich überzeugt, dass Augmented Reality - bei der Bilder der realen Welt in Echtzeit von Computergrafiken ergänzt werden - ein ähnlich großes Potenzial wie das Smartphone hat. Es sei eine Technologie für jedermann, sagte er der britischen Tageszeitung "Independent": "Ich glaube, AR ist riesig, es ist enorm."

Mitte vergangenen Jahres sagte Apple-Analyst Kuo eine Augmented-Reality-Brille von Apple für das Jahr 2020 voraus. Sie habe das Potenzial, die digitale und reale Welt zu verbinden und die neue große Benutzeroberfläche zu werden, schrieb er. "Wir erwarten, dass AR die nächste revolutionäre Benutzeroberfläche sein wird."

Google hatte bereits 2014 die AR-Brille "Glass" auf den Markt gebracht, den Verkauf des Produkts aber ein knappes Jahr später wegen Datenschutzbedenken und mangelnder Akzeptanz wieder eingestellt. Doch zu Apples Erfolgsmodell gehörte es bisher, technische Entwicklungen zu adaptieren, zu verfeinern und schließlich oft bessere Lösungen als die Konkurrenz anzubieten. So war es beim iPhone und beim iPad, so könnte es auch bei einer virtuellen Benutzeroberfläche sein.

insgesamt 16 Beiträge
zeichenkette 30.03.2019
1. Ein Problem, das ich da sehe:
Bisher konnte Apple immer argumentieren, dass sie das Ausquetschen der Kundendaten nicht nötig haben, denn sie verdienen ihr Geld ja mit dem Verkauf von Hardware. Das funktionierte sehr gut mit der Strategie, Apple als [...]
Bisher konnte Apple immer argumentieren, dass sie das Ausquetschen der Kundendaten nicht nötig haben, denn sie verdienen ihr Geld ja mit dem Verkauf von Hardware. Das funktionierte sehr gut mit der Strategie, Apple als datenschutzorientiert zu positionieren. Wenn die Hardwareverkäufe aber wegbrechen und Apple jetzt mit allen Mitteln versucht, Geld mit Diensten zu verdienen, wird es da sehr bald einen ganz offenen Interessenkonflikt geben, denn um Dienste besser verkaufen zu können, ist das Sammeln und Auswerten von Daten unumgänglich. Mal sehen, wie das weitergeht...
Hoellenhagen 30.03.2019
2. Plag and fake
Apple war 1996 faktisch pleite und wurde durch Microsoft gerettet, die einen pro forma Konkurrenten brauchten. Das iPhone von 2007 war k e i n genialer Gedanken von Steve Jobs, der allerdings das Unternehmen wieder aus der [...]
Apple war 1996 faktisch pleite und wurde durch Microsoft gerettet, die einen pro forma Konkurrenten brauchten. Das iPhone von 2007 war k e i n genialer Gedanken von Steve Jobs, der allerdings das Unternehmen wieder aus der Pleite führte. Es wurde abgekupfert vom der bereits 1996 eingeführten Nokia-Communicator-Serie und Blackberry. Wie auch Microsoft Gates sein MS-DOS aus dem universitären Bereich abgekupfert hatte und dann Windows 3. von Apple. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Wirtschaftsheroen unsere Zeit sind Plagiatoren und Fälscher.
sosume 30.03.2019
3. iPhone Erfolg ist wohl unvergleichlich
Der Fluch für die Firma besteht vorliegend darin, dass der Erfolg des iPhones seit 2007 in Dimensionen gelangt ist, die unvergleichlich sind. Es ist völlig unklar, ob es jemals wieder so ein Erfolgsprodukt geben wird, über alle [...]
Der Fluch für die Firma besteht vorliegend darin, dass der Erfolg des iPhones seit 2007 in Dimensionen gelangt ist, die unvergleichlich sind. Es ist völlig unklar, ob es jemals wieder so ein Erfolgsprodukt geben wird, über alle Branchen und Firmen hinweg. Das kann als Gradmesser nur ein Fluch sein.
Klarstellung 30.03.2019
4.
Na ja war schon anfänglich revolutionär und sah eben gut aus, mittlerweile sind die Apple Produkte aber fast technisch abgeschlagen und über 1000 € für ein ordinäres I-Phone zu bezahlen ist schon grenzwertig. Ich habe [...]
Zitat von HoellenhagenApple war 1996 faktisch pleite und wurde durch Microsoft gerettet, die einen pro forma Konkurrenten brauchten. Das iPhone von 2007 war k e i n genialer Gedanken von Steve Jobs, der allerdings das Unternehmen wieder aus der Pleite führte. Es wurde abgekupfert vom der bereits 1996 eingeführten Nokia-Communicator-Serie und Blackberry. Wie auch Microsoft Gates sein MS-DOS aus dem universitären Bereich abgekupfert hatte und dann Windows 3. von Apple. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Wirtschaftsheroen unsere Zeit sind Plagiatoren und Fälscher.
Na ja war schon anfänglich revolutionär und sah eben gut aus, mittlerweile sind die Apple Produkte aber fast technisch abgeschlagen und über 1000 € für ein ordinäres I-Phone zu bezahlen ist schon grenzwertig. Ich habe ein Huawei Pro20 mit einer unglaublich guten Kamera, da sieht Apple wirklich mega alt gegen aus, ich kann in das Telefon reinsprechen und bunte Bildchen im Internet anschauen und zahle 500€ weniger. Ich brauche kein Statussymbol. Ich habe vor ca. 20 Jahren die Siemens mobile Telefone Sparte betreut, die hatten schon damals geniale, kapazitive Technologie in der Schublade, ist leider nicht zum fliegen gekommen. Mich stört bei Apple auch der closed Loop und diese Apple believer ...kommt mir vor wie eine Sekte...:)
der Pöter 30.03.2019
5. das iPhone
erfindet sich eben nicht jedes Jahr neu. Ein paar Kleinigkeiten, ok. Und natürlich die Käufer. Da speziell die Sinnfreien, die bei jedem Modell die ersten sein müssen. Wozu auch immer.
erfindet sich eben nicht jedes Jahr neu. Ein paar Kleinigkeiten, ok. Und natürlich die Käufer. Da speziell die Sinnfreien, die bei jedem Modell die ersten sein müssen. Wozu auch immer.

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