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Wirtschaft

Asche-Folgen

Bahn freut sich über Verkehr wie in der Hauptferienzeit

Geschäftsreisende entdecken die Bahn: Das Flugverbot hat auch am Montagmorgen wieder für volle Züge gesorgt. Besonders dicht war der Strom der Reisenden auf den Nord-Süd-Verbindungen. Ostseefähren verzeichnen ebenfalls einen regelrechten Ansturm.

dpa

Hamburger Hauptbahnhof: Reisende sollen auf unnötige Reisen verzichten

Montag, 19.04.2010   12:52 Uhr

Berlin/Rostock/Puttgarden - Ein Unterschied zu den Hauptreisezeiten während der großen Ferien war am Montag früh dann doch zu erkennen: Die Reisenden trugen auffallend häufig Anzug und Krawatte, und die Koffer waren deutlich kleiner. Gedränge herrschte auf den Bahnsteigen in München, Hamburg und Frankfurt jedoch wie zu Urlaubszeiten.

"Besonders die Nord-Süd-Achse und die Route von Köln ins Rhein-Main-Gebiet waren spürbar voller als an normalen Montagen, an denen viele Berufspendler unterwegs sind", sagte Bahn-Sprecher Holger Auferkamp. Doch dank zusätzlich eingesetzter Züge habe man den Ansturm gut im Griff behalten. Die Deutsche Bahn hatte Fahrgäste am Sonntag auf ihrer Internetseite dazu aufgerufen, am Montagvormittag nur unbedingt notwendige Fahrten anzutreten.

Die Vulkanaschewolke über Europa stellt die Bahn seit Donnerstag vor eine der größten Herausforderungen der vergangenen Jahre. Wegen der Sperrung der Flughäfen muss das Unternehmen deutlich mehr Reisende transportieren als sonst. Um dem Ansturm zu begegnen, setzt die Bahn den fünften Tag in Folge mehr Züge als normal ein. Auf den Bahnhöfen ist das Personal verstärkt worden, um im Bedarfsfall Reisende zu informieren.

Ansturm auf Ostseefähren

Wegen des eingestellten Flugverkehrs verzeichnen auch die Fährreedereien im Ostseeraum einen Passagieransturm. Bereits am Wochenende seien deutlich mehr Tickets im Skandinavienverkehr verkauft worden als zu dieser Jahreszeit üblich, sagten Sprecher von Scandlines, TT-Line und Color-Line am Montag. Auf einigen Strecken gab es zusätzliche Transportangebote, Hotlines blieben auch über Nacht besetzt. Seit Montag nahmen die Spontanbuchungen wieder etwas ab, weiterhin gibt es aber mehr Anmeldungen als sonst im April.

Sowohl zwischen Deutschland und Dänemark als auch zwischen Deutschland und Schweden pendelten am Wochenende ausgebuchte Fähren. Scandlines meldete deutlich mehr Bus- und Autoverkehr auf der sogenannten Vogelfluglinie zwischen Rødby (Dänemark) und Puttgarden auf Fehmarn sowie zwischen Gedser (Dänemark) und Rostock. In einigen Fährhäfen hätten sich vor allem um die Mittagszeit leichte Staus gebildet, sagte Scandlines-Sprecher Michael Speckenbach. Alle Passagiere konnten jedoch befördert werden.

TT-Line verbuchte am Wochenende einen starken Rückreiseverkehr aus Schweden über Trelleborg nach Travemünde und Rostock. "Das war ein Andrang wie in einem Hochsommermonat", sagte Dirk Lifke, Passage-Manager bei TT-Lines. Die Hotline sei derart überlastet gewesen, dass auf schwedischer Seite eine Nachtschicht eingelegt wurde. Auf den Nachtabfahrten seien erstmals auch nur "Zu-Fuß-Passagiere" befördert worden, normalerweise dienten diese Fähren lediglich für den Güter-, Pkw- und Busverkehr.

Viele kurzfristige Buchungen

Deutliche Zuwächse registriert auch die norwegische Reederei Color Line auf der täglichen Linie zwischen Kiel und Oslo. "Wir sind bis einschließlich Mittwoch voll", sagte Geschäftsführer Jörg Rudolph in Kiel. Seit Donnerstag gebe es "extreme Zubuchungen".

Bereits am Wochenende seien die Schiffe zwischen beiden Städten mit jeweils rund 2500 Passagieren ausgebucht gewesen. Normal sei Mitte April eine Auslastung von rund 85 Prozent. Auch die anderen Fährverbindungen der Reederei zwischen Dänemark und Norwegen sowie zwischen Schweden und Norwegen seien stärker nachfragt. "Wir profitieren von der Situation", sagte Rudolph.

Scandlines setzte auf seinen Schiffen zusätzliche Catering-Crews ein, um die Versorgung der Passagiere zu sichern. Zudem sei eine für April geplante Werftdurchsicht einer zwischen Puttgarden und Rødby fahrenden Fähre zunächst auf Mai verschoben worden. Auf dieser Linie seien somit ständig vier Schiffe im Einsatz.

Auch die Bahnen reagierten auf die Verkehrsverlagerung. Sowohl die Deutsche Bahn als auch die dänische Staatsbahn setzen derzeit zusätzliche Züge zu den Fährhäfen ein.

mik/dpa/ddp

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