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Wirtschaft

Wegen Streik in Ungarn

Audi stoppt Produktion im Stammwerk in Ingolstadt

Bei Audi stehen die Bänder still: Weil Angestellte des ungarischen Motorenwerks in Györ streiken, muss auch in Ingolstadt der Betrieb eingestellt werden. Wie es weitergeht, ist noch unklar.

REUTERS

Montag, 28.01.2019   14:51 Uhr

Wegen des Streiks im ungarischen Motorenwerk Györ müssen mehr als 10.000 Audi-Mitarbeiter im Stammwerk in Ingolstadt an diesem Montag und Dienstag eine Zwangspause einlegen. Einige Tausend Autos der Baureihen A3, A4, A5 und Q2 könnten nicht gebaut werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Den betroffenen Beschäftigten schreibt Audi 40 Prozent der Ausfallzeit auf ihrem Zeitkonto gut. Wie es ab Mittwoch weitergeht, sei noch offen, sagte der Sprecher.

In Györ werden Benzin-, Diesel- und neuerdings auch Elektromotoren gebaut - nicht nur für Audi, sondern auch für andere Marken der Volkswagen-Gruppe. Die Beschäftigten in Ungarn fordern 18 Prozent mehr Lohn und sind in einen einwöchigen Streik getreten. Die IG Metall Bayern unterstützt den Streik und erklärte, die Beschäftigten in Györ erhielten durchschnittlich 1100 Euro brutto im Monat, bei Lebenshaltungskosten wie in Westeuropa.

In Neckarsulm, wo Audi die größeren Modelle bis zum A8 baut, sei die Motorenversorgung noch bis mindestens Mitte der Woche gewährleistet, teilte die VW-Tochter mit. Auch in Brüssel, wo der vollelektrische Audi e-tron gebaut wird, laufe die Produktion gegenwärtig weiter.

bam/dpa

insgesamt 6 Beiträge
Dudenquatscher 28.01.2019
1. Gut so,
vielleicht ist es irgendwann vorbei mit dem Lohndumping. Die Ersparnis in osteuropäischen Ländern schmilzt, aber die Qualität und Produktivität ist deutlich niedriger! Das ist der Lohn der Gier und man kann eigentlich nur [...]
vielleicht ist es irgendwann vorbei mit dem Lohndumping. Die Ersparnis in osteuropäischen Ländern schmilzt, aber die Qualität und Produktivität ist deutlich niedriger! Das ist der Lohn der Gier und man kann eigentlich nur Beifall klatschen. Auch wenn sie jetzt erst einmal mit dem Lohnausfall kämpfen, das kann den deutschen Arbeitern nur recht sein.
ptb29 28.01.2019
2. Oh, die Globalisierung
Die Motoren werden in Ungarn gebaut, weil es billiger ist. Jetzt haben die Ungarn die Nase voll.
Die Motoren werden in Ungarn gebaut, weil es billiger ist. Jetzt haben die Ungarn die Nase voll.
frenchie3 28.01.2019
3. @1 Niedrigete Qualität in Osteuropa?
Ungarn hat nicht nur in der Autobranche einen hervorragenden Ruf. Verwechseln Sie das mit China? Auch im Osten, nur ein bißchen weiter
Ungarn hat nicht nur in der Autobranche einen hervorragenden Ruf. Verwechseln Sie das mit China? Auch im Osten, nur ein bißchen weiter
Dudenquatscher 28.01.2019
4. @3 Nein nicht ganz,
ich kann das aus eigener Erfahrung sagen. Aber ich habe mich ungenau ausgedrückt, es geht in erster Linie um die Qualität und "Arbeitsmoral" der Kollegen vor Ort. Wenn eine Maschine heute nicht funktioniert, geht sie [...]
ich kann das aus eigener Erfahrung sagen. Aber ich habe mich ungenau ausgedrückt, es geht in erster Linie um die Qualität und "Arbeitsmoral" der Kollegen vor Ort. Wenn eine Maschine heute nicht funktioniert, geht sie vielleicht morgen, undenkbar in Deutschland. Die Qualität, die letztendlich das Werk verläßt entspricht durchaus dem erwarteten Niveau, aber dahinter stehen mehr Ausschuß und mehr Nacharbeit, längere Fertigungszeiten. Bei den Löhnen eben noch tragbar, aber eben nicht für immer!
go-west 28.01.2019
5. Es gibt zwei mögliche Konsequenzen:
Entweder wandert der VW-Konzern ganz schnell in preiswertere Länder ab oder die Autos werden teurer. Die Frage ist natürlich, warum in einem Land wie Ungarn die Lebenshaltungskosten so sein sollen wie in den entwickelten [...]
Entweder wandert der VW-Konzern ganz schnell in preiswertere Länder ab oder die Autos werden teurer. Die Frage ist natürlich, warum in einem Land wie Ungarn die Lebenshaltungskosten so sein sollen wie in den entwickelten westlichen Industriestaaten. Zumindest Wohnen und Nahrungsmittel müßten deutlich günstiger sein.

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