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Wirtschaft

Pharmakonzern

Bayer streicht 4.500 Stellen in Deutschland

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer plant den Abbau von deutschlandweit etwa 4.500 Stellen, um Kosten zu sparen. Vor allem die Verwaltung in Leverkusen wird betroffen sein.

DPA

Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen

Montag, 08.04.2019   18:49 Uhr

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayerwill laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" bis Ende 2021 in Deutschland etwa 4.500 Stellen abbauen. Dies sei Teil des bereits angekündigten Wegfalls von weltweit 12.000 Arbeitsplätzen. Ein Bayer-Sprecher wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

Demnach entfallen 3000 der 4500 abzubauenden Stellen auf Verwaltung und IT, 1000 Stellen auf andere Bereiche wie in der Forschung.

Jüngst hatte Bayer mit dem Betriebsrat in Deutschland ein Zukunftssicherungsprogramm vereinbart, das betriebsbedingte Kündigungen im Personalverbund der Bayer AG in Deutschland bis Ende 2025 grundsätzlich ausschließt. Der Jobabbau soll deshalb über Abfindungen und Frühverrentungen erreicht werden.

Bayer will Produktivität und Ertragskraft deutlich steigern

Der Personalabbau ist Bestandteil eines Effizienzsteigerungsprogramms, mit dem das Unternehmen Produktivität und Ertragskraft deutlich steigern will. Die Effizienz- und Strukturmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Dax-Konzerns verbessern und einschließlich der erwarteten Kosteneinsparungen aus der Monsanto-Übernahme von 2022 an jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro generieren.

Bayer hat mehrere Probleme. In den USA sieht sich der Konzern nach der Übernahme von Monsanto mit etlichen Klagen wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat konfrontiert. Die Kläger werfen dem von Bayer übernommenen US-Unternehmen Monsanto vor, mit Glyphosat ein krebserregendes Mittel verkauft und nicht ausreichend über die Schädlichkeit informiert zu haben. Bayer weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

hej/dpa

insgesamt 45 Beiträge
seboolba 08.04.2019
1. Nicht zu vermeiden
Bei Bayer muss jetzt jeder Stein umgedreht werden, da kommen noch enorme Kosten auf den Konzern zu, warum dann nicht bei überflüssigen Bereichen Kosten einsparen?
Bei Bayer muss jetzt jeder Stein umgedreht werden, da kommen noch enorme Kosten auf den Konzern zu, warum dann nicht bei überflüssigen Bereichen Kosten einsparen?
fottesfott 08.04.2019
2. Schadenersatz statt Gehälter !!
So geht deutsche deutsche Industrie 2019. Bei "Bob, dem Baumann" sollte man sofort den Finger auf seinen kompletten Privatbesitz legen. Das war so unfassbar vorhersehbar. Amerikanische Gerichte geben amerikanischen [...]
So geht deutsche deutsche Industrie 2019. Bei "Bob, dem Baumann" sollte man sofort den Finger auf seinen kompletten Privatbesitz legen. Das war so unfassbar vorhersehbar. Amerikanische Gerichte geben amerikanischen Klägern recht, nachdem Monsanto einen deutschen Eigner hat ?? Mann, wie blöd kann man sein...
53er 08.04.2019
3. Verluste in den USA,
verursacht durch dilettantisches, größenwahnsinniges Management, soll nun durch Einsparungen in Deutschland ausgeglichen werden. Der Verursacher der falschen Kaufentscheidung bleibt im Amt und die Verluste schmälern den zu [...]
verursacht durch dilettantisches, größenwahnsinniges Management, soll nun durch Einsparungen in Deutschland ausgeglichen werden. Der Verursacher der falschen Kaufentscheidung bleibt im Amt und die Verluste schmälern den zu versteuernden Gewinn in Deutschland, die fehlenden Steuereinnahmen werden dann zu gleichen Teilen auf den deutschen Steuerzahler umgelegt.
ddcoe 08.04.2019
4. Ich bin der Meinung
mit der Maßnahme sollen in erster Linie die Aktionäre beruhigt werden. Bayer hat massiv an Wert verloren und muss daher gegensteuern.
mit der Maßnahme sollen in erster Linie die Aktionäre beruhigt werden. Bayer hat massiv an Wert verloren und muss daher gegensteuern.
Einhorn 08.04.2019
5.
Eigentlich verrückt. Die Pharmaindustrie in Deutschland ist wahrscheinlich die mit den fettesten Margen - und baut Stellen ab. Und dann noch in der Forschung. Forschung ist eine Investition in die Zukunft, bringt aber kein [...]
Eigentlich verrückt. Die Pharmaindustrie in Deutschland ist wahrscheinlich die mit den fettesten Margen - und baut Stellen ab. Und dann noch in der Forschung. Forschung ist eine Investition in die Zukunft, bringt aber kein schnelles Geld. Traurig, dass es heute um gar nichts anderes mehr geht.

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