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Wirtschaft

"Zu gelassen"

EZB-Ratsmitglied warnt Finanzmärkte vor Brexit

Wie stark trifft Großbritanniens EU-Austritt die Finanzmärkte? Der finnische Notenbankchef und EZB-Ratsmitglied Olli Rehn warnt vor unterschätzten Gefahren des Brexits - und geschönten chinesischen Wachstumszahlen.

REUTERS

Olli Rehn

Montag, 25.03.2019   07:17 Uhr

Der finnische Notenbankpräsident Olli Rehn hat Investoren angesichts des britischen EU-Austritts zu mehr Vorsicht gemahnt. "Kurzfristig ist sicherlich der Brexit die größte Gefahr. Die Finanzmärkte scheinen da zu gelassen zu sein und das Risiko zu unterschätzen", sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) der "Welt".

Die EZB hat Rehn zufolge aber mit der Bank of England Vorkehrungen getroffen, um sicherzustellen, dass es im Falle eines ungeordneten Brexits nicht zu Turbulenzen kommt. Eine sogenannte Liquiditätsvereinbarung habe auch in der Finanzkrise 2008 mit der US-Notenbank Fed gut funktioniert.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone sagte Rehn: "Tatsächlich hat sich das Wachstum deutlich abgeschwächt, und wir müssen uns Sorgen um die Konjunktur machen." Das liege allen voran an den Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China. In der Volksrepublik habe sich die Konjunktur schon kräftig abgekühlt. "Unsere Berechnungen zeigen, dass die offiziellen Wachstumszahlen der Kommunistischen Partei geschönt sind."

China sei zu einem wichtigen globalen Wirtschaftsspieler geworden, so Rehn. Was dort konjunkturell passiere, betreffe auch Europa. "Dennoch rechne ich nicht mit einer Rezession in der Eurozone." Die EU habe in ihren eigenen Handelskonflikten ihre Karten bisher gut gespielt, größere Verwerfungen mit China und den USA verhindert und mit Japan sogar ein neues Abkommen geschlossen.

Rehn gilt als einer der möglichen Nachfolger von EZB-Präsident Mario Draghi. Dessen Amtszeit läuft Ende Oktober nach acht Jahren aus.

dab/Reuters

insgesamt 8 Beiträge
bommipit 25.03.2019
1. Was ist...
denn das für ein Artikel? In den ersten Sätzen wird schwarz gemalt und im zweiten ist alles nicht so schlimm.
denn das für ein Artikel? In den ersten Sätzen wird schwarz gemalt und im zweiten ist alles nicht so schlimm.
YoRequerrosATorres 25.03.2019
2. King of Platitüde.....
Kurzfristig ist sicherlich der Brexit die größte Gefahr. Die Finanzmärkte scheinen da zu gelassen zu sein und das Risiko zu unterschätzen...sagt der Zentralbanker. Andererseits können die UK-Spaßvögel doch nicht einmal eine [...]
Kurzfristig ist sicherlich der Brexit die größte Gefahr. Die Finanzmärkte scheinen da zu gelassen zu sein und das Risiko zu unterschätzen...sagt der Zentralbanker. Andererseits können die UK-Spaßvögel doch nicht einmal eine einzige sinnvolle Entscheidung überhaupt treffen... Also: Mit was müssen denn dann bitte die Finanzmärkte rechnen? Weiß der Olli etwa mehr?
thequickeningishappening 25.03.2019
3. # 1 bommipit
Herr Rehn warnt vor Der Gefahr um dann anzudeuten Dass es ja bisher immer noch gut gegangen sei (EZB Zusammenarbeit mit FED etc.). Wer zwischen Den Zeilen liest, Der findet Zweifel an Diesem Argument.
Herr Rehn warnt vor Der Gefahr um dann anzudeuten Dass es ja bisher immer noch gut gegangen sei (EZB Zusammenarbeit mit FED etc.). Wer zwischen Den Zeilen liest, Der findet Zweifel an Diesem Argument.
as@hbx.de 25.03.2019
4. weil
vielleicht auch das Leben nicht schwarz-weiß ist?
Zitat von bommipitdenn das für ein Artikel? In den ersten Sätzen wird schwarz gemalt und im zweiten ist alles nicht so schlimm.
vielleicht auch das Leben nicht schwarz-weiß ist?
Peter Bernhard 25.03.2019
5. "Liquiditätsvereinbarung"
"Liquiditätsvereinbarung" - sehr hilfreich der Verweis auf 2008. Für mich ähnlich schwer unter den Hut zu bekommen - da ich mit Magischem Drei- und Viereck zur Schule ging -- wie die Bekämpfung der Inflation durch [...]
"Liquiditätsvereinbarung" - sehr hilfreich der Verweis auf 2008. Für mich ähnlich schwer unter den Hut zu bekommen - da ich mit Magischem Drei- und Viereck zur Schule ging -- wie die Bekämpfung der Inflation durch Zinserhöhungen. Denn: in der Inflation bleiben die Schaufenster lehr, laut Lehrbuch, und das heißt sie geht mit Konjunkturproblemen einher. Ich glaube, das will man so als Regel nicht wahrhaben, führt man die Inflation auf die in Konjunktur und geringer Arbeitslosigkeit möglichen preistreibenden Lohnforderungen zurück. (Das ist für mich überhaupt Dreh- und Angelpunkt von Wirtschaft: ob man für das Geld was tut, oder nur Gutes tut: wenn für Geld geschafft wird, muss das der Wert sein, nicht die Arbeit - wer will das gutheißen auch..., "übrigens"). Geringe Arbeitslosigkeit und deren Lehman-Nulllzins-Zeiten machen somit die "Liquidität" als Bremse der Deflation relevant - wobei von "Zinssenkung" nicht die Rede ist. Hierzu spontan: so, wie bei Inflation die kämpferische Zinserhöhung die Vergabe von Krediten unmöglich macht bzw. das Eingehen von Schulden, so macht in Deflation das weitere Senken von Zinsen das Vergeben von Krediten unmöglich, da es die Rückzahlung - nun aus sehen aus Sicht der Kreditvergabe bis zur "Unmöglichkeit", eben Konkurs, Ausfall, Nicht-Liquidität, erschwert. So, wie das Gloppierende - zweitens - in der Zeit eine Obergrenze von Hochzins bilden könnte, so der Nullzins die "Bonität" um absoluten Parameter machen. Wenn nur von "Liquidität", nicht mehr von Zinshöhe die Rede sein kann, könnte zurückgerudert werden. Und da ist Brexit wie Trump mit Zollerhöhungen ein Ersatz für Lohnforderungen als preistreibende? Nein, für Zinserhöhungen - die sich auf Bonitäten auswirkten, also auf Rückzahlungen, nicht mehr auf Auszahlungen.

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