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Wirtschaft

Wegen Brexit

Stimmung in Unternehmen "angespannt und nervös"

Die andauernde Unsicherheit beim Brexit macht den Unternehmen laut britischer Handelskammer zu schaffen. Firmen würden sich schwertun, Investitionsentscheidungen zu treffen.

REUTERS

Brexit-Mahnung: Unternehmen sind nervös

Mittwoch, 11.09.2019   12:47 Uhr

Unternehmen leiden immer stärker unter der unklaren Lage beim Brexit. "Die Stimmung unter den Unternehmen ist angespannt und nervös", sagte der Präsident der Britischen Handelskammer in Deutschland, Michael Schmidt. "Unsicherheit ist für Unternehmen immer schlecht. Deshalb ist beim Brexit ein Ende mit Schrecken sicherlich besser als ein Schrecken ohne Ende."

Allerdings habe ein No-Deal-Brexit erhebliche Nachteile nicht nur für die Briten, sondern auch für die Unternehmen in der EU und insbesondere auch für die deutschen Unternehmen. "Deshalb ist eine Verschiebung aus meiner Sicht durchaus angezeigt - wenn man die Hoffnung hat, dass es dann zu einer Einigung kommt", sagte Schmidt mit Bezug auf eine mögliche Verschiebung des geplanten Austrittsdatums.

Das Unterhaus in London hatte sich in eine von Premierminister Boris Johnson auferlegte Zwangspause verabschiedet. Seine Pläne für eine Neuwahl vor dem geplanten EU-Austritt am 31. Oktober waren aber geplatzt.

Ein Gesetz zwingt den Premierminister, eine Brexit-Verschiebung zu beantragen, sollte nicht rechtzeitig vor dem geplanten Austrittsdatum am 31. Oktober ein Abkommen mit der EU geschlossen sein. Johnson lehnt das jedoch strikt ab.

Riss quer durch die Gesellschaft

"Die Unsicherheit dauert jetzt schon sehr lange an", sagte Schmidt. "Und wie es im Moment aussieht, wird es auch noch einige Zeit andauern." Die Kammer wisse aus Gesprächen mit Unternehmen, dass sich Firmen schwer tun, Investitionsentscheidungen zu treffen.

Schmidt sagte zugleich, er könne sich nicht vorstellen, dass es substanzielle Nachverhandlungen über das Abkommen zwischen der EU und Großbritannien geben werde. "Das hat die EU immer ausgeschlossen und das kann ich auch nachvollziehen. Man hat an vielen Stellen wirklich Kompromissbereitschaft gezeigt. Insofern habe ich volles Verständnis dafür, wenn die EU jetzt sagt: bis hierhin und nicht weiter."

In Großbritannien gehe wegen des Brexits ein Riss quer durch die Gesellschaft, auch durch einzelne Familien. "Das gesamte Land ist gespalten. Ich weiß im Moment nicht, wie die Briten diese Spaltung überwinden wollen."

brt/dpa

insgesamt 4 Beiträge
wassolldasdenn52 11.09.2019
1. Trickser BoJo wird es nicht schaffen!
Nun hat er mal wieder die nächste Schlappe erlitten! Man kann nur hoffen, dass der Supreme Court das Urteil des schottischen Berufungsgerichtes bestätigen wird. Da müssten doch mal Richter sitzen, die den Schaden für das [...]
Nun hat er mal wieder die nächste Schlappe erlitten! Man kann nur hoffen, dass der Supreme Court das Urteil des schottischen Berufungsgerichtes bestätigen wird. Da müssten doch mal Richter sitzen, die den Schaden für das britische Volk erkennen, den der Münchhausen von der Downingstreet mit seinem verlogenen Vorgehen anrichtet! Schliesslich geht es um das Wohl des Volkes! Das kann man doch nicht einfach so ausblenden! Die Verunsicherung der Wirtschaft, die sich in der Abwanderung von Unternehmen und Kapital widerspiegelt, die hier in einem weiteren Bericht konsequent dargestellt wird, hat letztendlich große Verluste für die Menschen hier in GB! Wenn die britischen Richter das einfach ausblenden, dann mischen sie um das Machtgehabe mit und werden ihrer eigentlichen Aufgabe nicht gerecht! Die schottischen Berufungsrichter haben das klar erkannt und liefern eine ausgezeichnete Vorlage für die britischen Richter. Man sollte mal diese unsinnigen Machtspiele beiseite schieben und sich mehr um die Menschen im Lande sorgen, denn die müssen die Suppe auslöffeln, die ein grössenwahnsinniger Machthaber hier populistisch kochen möchte! Grössenwahnsinnig deshalb, weil er sich schon mit Churchill auf eine Stufe stellen will. Der Mann hat völlig abgehoben und hätte nie ein solches Amt bekleiden dürfen. Good luck liebe Briten, Iren, Schotten und Waliser. Es geht um euer Wohl, welches der "kleine Trump-Imitator" auf's Spiel setzt. Denkt mal nach. Mit fliegenden Fahnen untergehen ist nicht immer die beste Lösung!
volker_morales 11.09.2019
2. Fair und demokratisch opportun
wäre ein 2. Referendum mit drei Entscheindungsmöglichkeiten: 1. Austritt, ohne Vertrag, 2. Austritt auf der GRundlage des ausgehandelten Vertrags oder 3. Fortsetzung der Mitgliedschaft. Ich vermute allerdings, dass es Johnson [...]
wäre ein 2. Referendum mit drei Entscheindungsmöglichkeiten: 1. Austritt, ohne Vertrag, 2. Austritt auf der GRundlage des ausgehandelten Vertrags oder 3. Fortsetzung der Mitgliedschaft. Ich vermute allerdings, dass es Johnson gelingen wird, den Austritt ohne Verrag hinzubekommen, da das Parlament - wenn ich es richtig verstanden habe - ihn nicht gezwungen hat, den vorliegenden Vertrag anzunehmen.
schmetterling76 11.09.2019
3. Wie vermutet, medial nun Brexitauswirkungen auf Deutsche Wirtschaft
Vieles wurde ja schon medial durchgesprochen, aber noch nicht ausführlich der Bereich wie es unserer Wirtschaft durch den Brexit ergehen wird. Das wird nun in den nächsten Tagen bestimmt ausführlicher kommen. Das vorhandene [...]
Vieles wurde ja schon medial durchgesprochen, aber noch nicht ausführlich der Bereich wie es unserer Wirtschaft durch den Brexit ergehen wird. Das wird nun in den nächsten Tagen bestimmt ausführlicher kommen. Das vorhandene Abkommen wird UK nicht annehmen und wie schon vermutet, wird Deutschland und Frankreich nun Druck auf die EU ausüben wegen ihrer Wirtschaft, deswegen werden wir in nächster Zeit sehr viel über unsere deutsche Wirtschaft hinsichtlich des Brexit informiert werden (obwohl das Thema ja schon seit 2017 gültig war) vielleicht auch mit Hinweisen bezogen auf die französische Wirtschaft. Das dann vermutlich zu einem Handelsabkommen mit UK und EU führen wird und mit Ziel einer UK-Sonderstellung wie hier berichtet : "...bietet deshalb London nur ein herkömmliches Freihandelsabkommen mit zollfreiem Warenverkehr, aber nur begrenztem Marktzugang im Dienstleistungssektor an. Doch gerade Letzterer ist für die britische Wirtschaft entscheidend. Für den besonders gewichtigen Bereich der Finanzdienstleistungen möchte London deshalb die gegenseitige Annerkennung der Regulierung erreichen..." ( https://www.nzz.ch/international/der-brexit-grossbritannien-verlaesst-die-eu-ld.1364520)
dingsbings1 13.09.2019
4. Wir sind wieder da wo wir vor Jahren schon waren.
Muss die EU diese Spielchen bis zum Sankt-Nimmerleinstag mit machen?
Muss die EU diese Spielchen bis zum Sankt-Nimmerleinstag mit machen?

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