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Wirtschaft

Videoverteidigung von Carlos Ghosn

"Es geht hier um eine Verschwörung"

Japan hat Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn in Haft genommen. Nun gehen seine Anwälte in die Offensive - mit einer aufgezeichneten Verteidigungsrede des Automanagers. Der sieht sich zu Unrecht verfolgt.

AFP

Vorführung des Ghosn-Videos in Tokio

Dienstag, 09.04.2019   11:18 Uhr

Der in Japan inhaftierte ehemalige Nissan-Chef Carlos Ghosn ist mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit gegangen und erklärt darin, der Auslöser für seine Strafverfolgung sei eine Verschwörung seiner Gegner.

"Es geht hier nicht um spezifische Ereignisse. Es geht hier nicht um Gier. Es geht hier nicht um Diktatur", sagte Ghosn in dem am Dienstag in einem Tokioter Presseklub veröffentlichten Video. "Es geht hier um eine Verschwörung. Es geht um einen hinterhältigen Angriff", sagte der 65-Jährige weiter.

Ghosn sitzt seit vergangenem Donnerstag erneut in Untersuchungshaft in Tokio. Er ist wegen angeblichen Verstoßes gegen japanische Börsenauflagen angeklagt. Zudem soll er private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Überdies wird ihm Missbrauch von Nissan-Geldern zugunsten eines Vertriebspartners in Oman vorgeworfen. Der japanische Renault-Partner Nissan hatte seinen einstigen Konzernchef am Montag aus dem Verwaltungsrat geworfen. Das mache ihn "krank", sagte Ghosn in seiner Videobotschaft. Und: "Ich liebe Japan, und ich liebe Nissan."

Nach Angaben seiner Juristen war das Video schon vor einiger Zeit aufgenommen worden für den Fall, dass Ghosn sich nicht mehr selbst äußern könne. Ein Teil des Videos, in dem Ghosn die Namen der angeblich hinter der Verschwörung Steckenden genannt habe, sei entfernt worden, teilte sein Anwalt mit.

Was hat es mit dem Fall Ghosn auf sich? Hier geht's zu unserem Korrespondenten-Bericht: Vom Supermanager zum Superschurken

beb/dpa

insgesamt 2 Beiträge
nikaja 09.04.2019
1. bei den Fakten bleiben
Als Leser wissen wir nicht viel, das was bekannt ist, ist seine Hochzeit die nicht, mit deren Kosten er seinen Laden beschissen hat. Einem Familienmitglied hat er auch was zugemacht, was nichts mit dem Corebusiness zu tun hat. [...]
Als Leser wissen wir nicht viel, das was bekannt ist, ist seine Hochzeit die nicht, mit deren Kosten er seinen Laden beschissen hat. Einem Familienmitglied hat er auch was zugemacht, was nichts mit dem Corebusiness zu tun hat. Man kann nur annehmen, dass einer der 3 gigantische Unternehmen managed auch hier nicht zimperlich war. Zudem hat er genug zu tun seinen "Verdienst" gewinnbringend anzulegen. Diese Art von Macht, akkumuliert in einer Person gehoert gesetzlich unterbunden. Schon im Sinne von transparency und clean management. So ist die gegenwaertige Situation des Herrn Ghosn keine Verschwoerung sonder ein Ausmisten des Augias Stalls, das bei Airbus und anderen Unternehmen noch aussteht. Wenn alle sich bedienen und auch der Staat schmiert welche Werte gelten dann noch ? Ein Angestellter bei Aldi wird fuer den Klau von 3,50€entlassen und hier geht es um Tausende und nichts passiert. Das kann nicht sein, das darf nicht sein.
Referendumm 09.04.2019
2.
Erst weisen Sie - völlig zu recht - darauf hin, dass wir Leser nicht viel wissen (obwohl ich denke, wir Leser wissen rein gar nichts, denn dem einen oder anderen Presseartikel mag man Glauben schenken, definitiv wissen wir [...]
Zitat von nikajaAls Leser wissen wir nicht viel, das was bekannt ist, ist seine Hochzeit die nicht, mit deren Kosten er seinen Laden beschissen hat. Einem Familienmitglied hat er auch was zugemacht, was nichts mit dem Corebusiness zu tun hat. Man kann nur annehmen, dass einer der 3 gigantische Unternehmen managed auch hier nicht zimperlich war. Zudem hat er genug zu tun seinen "Verdienst" gewinnbringend anzulegen. Diese Art von Macht, akkumuliert in einer Person gehoert gesetzlich unterbunden. Schon im Sinne von transparency und clean management. So ist die gegenwaertige Situation des Herrn Ghosn keine Verschwoerung sonder ein Ausmisten des Augias Stalls, das bei Airbus und anderen Unternehmen noch aussteht. Wenn alle sich bedienen und auch der Staat schmiert welche Werte gelten dann noch ? Ein Angestellter bei Aldi wird fuer den Klau von 3,50€entlassen und hier geht es um Tausende und nichts passiert. Das kann nicht sein, das darf nicht sein.
Erst weisen Sie - völlig zu recht - darauf hin, dass wir Leser nicht viel wissen (obwohl ich denke, wir Leser wissen rein gar nichts, denn dem einen oder anderen Presseartikel mag man Glauben schenken, definitiv wissen wir danach auch nichts - zumindest nichts, was juristisch belegbar wäre !) - und dann gehen Sie Forist "nikaja" hin und schmeißen mit Dreck auf Ghosn, dass es kracht. Und Ihre Wortwahl ist, mit Verlaub gesagt, genau so - ich zitiere Sie mal wortwörtlich: "beschissen" Schämen Sie sich wirklich nicht? Nicht nur völlig unbewiesen mit Dreck herum zu schmeißen, sondern dabei auch noch in eine Fäkaliensprache abzudriften? Wie schon gestern in dem anderen Diskussionsthread zum Thema angemerkt, es ist eine feststehende Tatsache (zumindestens äußerten sich diverse Nissan-Topmanager völlig unverblümt so), dass die Japaner rund um Nissan sehr viel mehr Eigenverantwortung und am liebsten wieder einen rein japanischen Autokonzern namens Nissan haben wollen. Die unrühmliche Übernahme (aus Sicht der Pleitefirma Nissan) durch Renault, der harte Sparkurs und die Art und Wiese, wie ein Carlos Ghosn knallhart durchregiert hatte, waren diesen Nissan-Topmanager seit diesem beinharten Kurs auch noch ständig gedemütigten Japanern bei Nissan und auch im Staat Japan doch schon lange ein mehr als massives Dorn im Auge. Wer auch nur halbwegs etwas von der Mentalität der Japaner weiß, wusste, wie schlimm die sich gedemütigt fühlten. Früher gabs dort Seppuku / Harakiri, wenn unfähige Japaner öffentlich angeprangert wurden, heute greift man eben mit der willfährigen japanische Justiz an. Ja, auch Japan hat sich ein bissl der Modernen zugewandt; aber wirklich nur ein bissl. Wie auch schon erwähnt: Sollte sich durch eine unabhängige Justiz (sic !) herausstellen, dass dieser C. Ghosn tatsächlich der jahrelange Schurke und/oder Gangster ist, wie er jetzt dargestellt wird (auch seitens Renault), dann sollte Renault bitteschön seine beiden Abteilungen "Compliance" sowie "Controlling" nicht nur sofort dichtmachen, sondern die Verantwortlichen, die Chefs dieser beiden Abteilungen vor einem französischen Gericht stellen wegen erwiesenermaßen kompletter Unfähigkeit sowie ggf. Zusammenarbeit / Förderung des kriminellen Verhaltens ihres Ex-Top-Chefs mit Namen Carlos Ghosn. P.S. Und wenn ich eine solche News wie dieser hier, die wir diskutieren, schreiben sollte, dann würde ich erneut darauf hinweisen, dass Carlos Ghosn nicht nur Ex-Chef bei Nissan war, sondern eben auch der oberste Chef des französischen Automobilkonzerns Renault. Oder will man das jetzt etwa unterm Teppich kehren?

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