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Wirtschaft

Schlüsselmarkt

Autoflaute in China, Porsche stark betroffen

Jahrelang boomte der Automarkt in China, doch damit ist es nun erst einmal vorbei: Der Absatz schrumpfte im zehnten Monat in Folge.

DPA

Porsche-Exponat in Shanghai

Dienstag, 09.04.2019   13:26 Uhr

Lange war China so etwas wie das Land der Verheißung für deutsche Autobauer. Das ist im Moment anders, der lange boomende chinesische Automarkt bleibt auch im zehnten Monat nacheinander auf Talfahrt. Im März gingen die Verkäufe an Privatkunden im Vergleich zum Vorjahresmonat um zwölf Prozent zurück, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) mitteilte.

Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Automarkt zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren einen Rückgang verzeichnet. Vor allem der Zollstreit zwischen den USA und China verunsicherte die chinesischen Verbraucher und ließ sie beim Autokauf zögern. Zudem warteten die Kunden zuletzt auch auf eine angekündigte Mehrwertsteuersenkung zum 1. April, und die nicht mehr so rasant wachsende chinesische Konjunktur dämpfte die Kauflust.

Die schwächelnde Nachfrage in China hinterlässt erkennbare Spuren in den Bilanzen deutscher Autobauer, etwa bei Porsche. Der Sportwagenbauer hat zum Start ins Jahr 2019 deutlich weniger Autos an die Kunden gebracht als im Jahr zuvor. Weltweit wurden im ersten Quartal 55.700 Fahrzeuge ausgeliefert. Das waren fast 7800 oder zwölf Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, in dem Porsche allerdings auch sehr gut abgeschnitten hatte.

Auch Zulieferer betroffen

Besonders stark gingen die Zahlen in Deutschland und dem übrigen Europa zurück, weil die Umstellung auf WLTP im vergangenen Herbst Schwierigkeiten bereitet hatte, die sich laut Porsche immer noch auswirken. Gut 14.000 ausgelieferte Autos in Europa bedeuteten ein Minus von 32 Prozent. Klar im Minus war aber auch der chinesische Markt: Dort gingen die Verkäufe um zehn Prozent zurück.

Die Schwierigkeiten in Asien betreffen nicht nur deutsche Pkw-Produzenten, sondern auch Zulieferer. Bosch geht inzwischen davon aus, dass sich der Abschwung weiter fortsetzen wird. "Die Bremsspuren im chinesischen Automarkt werden auch in diesem Jahr noch zu sehen sein", sagte Stefan Hartung, der neue Chef der Kfz-Sparte Mobility Solutions von Bosch.

Das erste Quartal sei in China mit einem prozentual zweistelligen Absatzrückgang sehr schwach geblieben. Im vergangenen Jahr kauften die Kunden rund 28 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, knapp drei Prozent weniger als im Jahr davor.

beb/dpa/Reuters

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