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Wirtschaft

Studie

Chinesische Investoren kaufen oft große und unprofitable Firmen

Hauptsache groß und günstig: Laut einer Studie unterscheiden sich Firmen, die von chinesischen Investoren übernommen werden, stark von denen, die von anderen gekauft werden.

DPA

Kuka wurde Anfang 2017 vom chinesischen Hausgeräte-Hersteller Midea übernommen

Montag, 08.04.2019   13:45 Uhr

Chinesische Investoren kaufen im Ausland größere und höher verschuldete Firmen als andere Investoren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Münchner Ifo-Instituts, für die die Wirtschaftsforscher mehr als 70.000 Firmenübernahmen in 92 Ländern seit dem Jahr 2002 ausgewertet haben. Darunter waren 1900 Firmenübernahmen durch chinesische Käufer, 171 davon waren deutsche Unternehmen.

Im Durchschnitt sind die von Chinesen gekauften Firmen demnach siebenmal so groß wie Firmen, die von Investoren aus anderen Ländern gekauft werden. Auch ist die Verschuldungsquote der von Chinesen gekauften Firmen um 6,5 Prozentpunkte höher. Im Gegensatz dazu liegt die durchschnittliche Profitabilität zum Zeitpunkt der Übernahme "nahe null". Meist sind diese Unternehmen billiger und ohne Bieterkämpfe zu haben. Andere Investoren konzentrieren sich dagegen auf kleinere Unternehmen mit positiven Erträgen und niedrigerer Verschuldung.

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Die Tatsache, dass chinesische Investoren günstiger einkaufen, spricht der Ifo-Studie zufolge gegen die verbreitete These, dass chinesische Unternehmen mit staatlichen Subventionen andere Investoren systematisch überbieten und aus dem Markt drängen. "Chinesische Investoren legen offenbar mehr Wert auf Größe statt Profitabilität und meiden so den Wettbewerb mit anderen Bietern", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Präferenz für höher verschuldete Unternehmen mit niedrigerer Profitabilität könnte laut Fuest auch mit einem längerfristigen Anlagehorizont oder besseren Finanzierungsmöglichkeiten durch staatliche chinesische Banken erklärt werden. "In der Studie wird außerdem sichtbar, dass chinesische Staatsunternehmen die strategische Wirtschaftspolitik der Regierung in die Tat umsetzen, insbesondere die 'Neue Seidenstraße' und 'Made in China 2025'", sagte Fuest.

Die "Neue Seidenstraße" soll in Anlehnung an die historischen Routen zwischen Mittelmeerraum und Ostasien neue Handels- und Verkehrsnetze zwischen den Kontinenten aufbauen. China will damit Absatzmärkte an sich binden. Seit dem Start der Initiative 2013 kaufen vor allem chinesische Staatsunternehmen deutlich häufiger Firmen in den Seidenstraßen-Ländern als zuvor.

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Daimler, Kuka, Biotest: In diese deutschen Firmen kauft sich China ein

"Made in China 2025" definiert wiederum zehn Schlüsselbranchen, in denen der chinesische Staat bis 2025 weltweit Technologieführer werden will. Dazu gehören Software, Roboter, Flugzeuge, Schiffe, Züge und Autos sowie Energiesysteme, Landwirtschaftstechnik, neue Werkstoffe und Medizintechnik.

hej/dpa-AFX/

insgesamt 8 Beiträge
Nordstadtbewohner 08.04.2019
1. Die Globalisierung ist allgegenwärtig
Ich kann an den Kaufabsichten durch chinesische Unternehmen nichts Schlimmes finden. Wenn deutsche Unternehmen vor dem Konkurs stehen und ein chinesischer Investor ist bereit, dieses zu übernehmen, so ist das doch eine [...]
Ich kann an den Kaufabsichten durch chinesische Unternehmen nichts Schlimmes finden. Wenn deutsche Unternehmen vor dem Konkurs stehen und ein chinesischer Investor ist bereit, dieses zu übernehmen, so ist das doch eine beiderseitige Gewinnsituation für alle Beteiligten. Die Arbeitnehmer behalten ihre Arbeitsplätze, die chinesischen Unternehmen kommen an fehlendes Know How. Mir ist es egal, wer der Eigentümer meines Unternehmens ist, wenn die Bezahlung stimmt.
frenchie3 08.04.2019
2. @1 Der Besitzer ist Ihnen egal
bis das know how in China ist und der Laden geschlossen. Gerade wenn es um Mechanik geht gibt es nichts was auf Dauer nur und ausschließlich durch deutsche Fachkräfte erstellt werden kann. Und wenn Sie sich ansehen wie hier die [...]
bis das know how in China ist und der Laden geschlossen. Gerade wenn es um Mechanik geht gibt es nichts was auf Dauer nur und ausschließlich durch deutsche Fachkräfte erstellt werden kann. Und wenn Sie sich ansehen wie hier die Bildung den Bach runtergeht und wie die in China büffeln dürfte mittelfristig klar sein wo (billige) Fachkräfte nachwachsen
vox veritas 08.04.2019
3.
Den Chinesen geht es wohl eher um die Patente.
Den Chinesen geht es wohl eher um die Patente.
qijansha 08.04.2019
4. @frenchie3
Sie bringen das auf den Punkt was die meisten nicht Verstehen. Ich Lebe selber in Asien weil in Deutschland hat man den Knall noch nicht Gehoert. Das erwachen wird schlimmer wie nach einem Albtraum. Welt billig Jober werden [...]
Sie bringen das auf den Punkt was die meisten nicht Verstehen. Ich Lebe selber in Asien weil in Deutschland hat man den Knall noch nicht Gehoert. Das erwachen wird schlimmer wie nach einem Albtraum. Welt billig Jober werden doch in Deutschland ausgebildet.
mariomeyer 08.04.2019
5. @frenchie3
Neulich mit jemandem unterhalten, der im Hinblick auf ein Studentenaustauschprogramm das Curriculum der potentiellen Partner-Institution in der Volksrepublik China mit dem eigenen abgeglichen hat. War wohl eher weniger [...]
Neulich mit jemandem unterhalten, der im Hinblick auf ein Studentenaustauschprogramm das Curriculum der potentiellen Partner-Institution in der Volksrepublik China mit dem eigenen abgeglichen hat. War wohl eher weniger beeindruckend. Damit will ich nicht verallgemeinern, im Gegenteil. Es gibt dort sicherlich exzellente Bildungseinrichtungen. Aber vielleicht sollte das umgekehrt für Sie auch gelten. Auch anderswo kocht man nur mit Wasser. Zum Artikel: Wenn ich das richtig verstehe, dann können die Chinesen machen, was sie machen, weil sie Zugang zu Geld haben, das ihnen von den Staatsbanken zur Verfügung gestellt wird. Ist das dann noch mit den Regeln der freien Marktwirtschaft vereinbar? Auf den ersten Blick sieht das für mich nach Wettbewerbsverzerrung aus.

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