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Deutsche Bank

Vorstandschef Sewing kauft Aktien, geschasste Manager bekommen Millionen

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing will Investoren von seinem Radikalumbau überzeugen und deckt sich selbst mit Aktien ein. Die drei scheidenden Vorstände können mit Millionenabfindungen rechnen.

Boris Roessler/dpa

Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing

Dienstag, 09.07.2019   17:43 Uhr

Der groß angelegte Umbau der Deutschen Bank kostet nicht nur Tausende Mitarbeiter ihren Job. Auch drei Topmanager müssen gehen:

Gemeinsam könnten sie laut "Handelsblatt" nun 26 Millionen Euro als Abfindung bekommen. Für die Zahlungen an scheidende Vorstände hat sich die Bank nämlich feste Regeln gegeben. "Die Abfindung beträgt in der Regel zwei Jahresvergütungen und ist auf die Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages beschränkt", heißt es im Geschäftsbericht.

An diese Regeln habe sich die Bank beim aktuellen Vorstandsumbau gehalten, berichtet das "Handelsblatt".

Auf Basis dieser Regeln steht dem Ex-Chefinvestmentbanker eine Zahlung von rund elf Millionen Euro zu, Regulierungsvorständin Matherat käme auf rund neun Millionen Euro und der ehemalige Privatkundenchef Strauß wegen der geringen Restlaufzeit seines Vertrags auf rund sechs Millionen Euro.

Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing versucht aktuell, Investoren von der neuen Strategie seines Konzerns zu überzeugen. Um diese Zuversicht zu untermauern, wolle er ein Viertel seines Grundgehaltes in Aktien der Bank investieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider - das wären rund 850.000 Euro. Sewing selbst hatte lediglich davon gesprochen, einen "erheblichen Betrag" in Deutsche-Bank-Aktien stecken zu wollen.

rai/Reuters

insgesamt 45 Beiträge
RocketDogs 09.07.2019
1. Ein positives Zeichen...
dass Sewing einen Teil seines Einkommens in Deutsche Bank Aktien steckt. Davon können sich einige andere Vorstände eine Scheibe davon abschneiden. Investieren in das eigene Unternehmen sehe ich als starkes Signal bei der [...]
dass Sewing einen Teil seines Einkommens in Deutsche Bank Aktien steckt. Davon können sich einige andere Vorstände eine Scheibe davon abschneiden. Investieren in das eigene Unternehmen sehe ich als starkes Signal bei der geschwächten Deutschen Bank.
marcnu, 09.07.2019
2. Es wird wie üblich noch schnell das Geld der Kunden verteilt,
bevor nichts mehr da ist.
bevor nichts mehr da ist.
sven2016 09.07.2019
3. Im vergangenen Jahr 3,6 Milliarden
Euro an Boni gezahlt (bei 3,7 Milliarden Geschäftsdefizit), Milliardenstrafen insbesondere in den USA und jetzt fette - natürlich vertraglich geregelte - Abfindungen. Die Bank wird immer kleiner und mieser. Geld zu Verteilen [...]
Euro an Boni gezahlt (bei 3,7 Milliarden Geschäftsdefizit), Milliardenstrafen insbesondere in den USA und jetzt fette - natürlich vertraglich geregelte - Abfindungen. Die Bank wird immer kleiner und mieser. Geld zu Verteilen ist aber immer noch reichlich da. Seltsames Konstrukt.
suchenwi 09.07.2019
4. Belegschaftsaktien
Ich habe 3 Jahre auch in mein Unternehmen investiert - zu günstigen Konditionen: ich zahle 360€/yr, die Firma legt 360€ drauf, also 50% Discount... Nächsten Monat scheide ich aus und gehe in Rente, da entfällt diese Option [...]
Ich habe 3 Jahre auch in mein Unternehmen investiert - zu günstigen Konditionen: ich zahle 360€/yr, die Firma legt 360€ drauf, also 50% Discount... Nächsten Monat scheide ich aus und gehe in Rente, da entfällt diese Option leider. Ich könnte weiter aus Privatgeld investieren, aber davor muss ich noch "due diligence" auf meiner (dann ex-)Firma betreiben. Mal sehen.
PriseSalz 09.07.2019
5. Zweierlei Recht
Ein Freund bekam richtig Ärger weil er sich lt. Steuerbehörde trotz Verluste seiner Firma in den letzten Jahren zu hohe Gehälter an sich selber gezahlt hätte. "Als Eigentümer der Firma müssen Sie Ihr Gehalt der [...]
Ein Freund bekam richtig Ärger weil er sich lt. Steuerbehörde trotz Verluste seiner Firma in den letzten Jahren zu hohe Gehälter an sich selber gezahlt hätte. "Als Eigentümer der Firma müssen Sie Ihr Gehalt der Ertragslage anpassen." Ich rede hier über eine Kleinfirma mit weniger als 1 Mio. Umsatz im Jahr.

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