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Wirtschaft

Insider-Affäre

Ex-Börsenchef Kengeter zahlt 4,75 Millionen Euro

Das Ermittlungsverfahren gegen die Deutsche Börse und ihren ehemaligen Chef Carsten Kengeter wurde gegen Geldbußen eingestellt. Dem 51-Jährigen wurden Insidergeschäfte vorgeworfen.

DPA

Carsten Kengeter, ehemaliger Chef der Deutschen Börse

Mittwoch, 02.01.2019   17:30 Uhr

Den ehemaligen Deutsche Börse-Chef Carsten Kengeter kommt die Insiderhandels-Affäre teuer zu stehen. Insgesamt muss der frühere Topmanager 4,75 Millionen Euro zahlen, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. Im Gegenzug wird das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt.

Kengeter zahlte eine Geldstrafe von 250.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Zudem gehen 4,5 Millionen Euro, die er Ende 2015 in Deutsche-Börsen-Aktien investierte, an die Staatskasse. Die Deutsche Börse kostete die Insiderhandel-Affäre 10,5 Millionen Euro, wie sie bereits vor Weihnachten mitgeteilt hatte.

Die Behörden hatten Kengeter Insidergeschäfte vorgeworfen. Er hatte Mitte Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro 60.000 Deutsche-Börse-Aktien gekauft. Der Konzern packte in dem eigens für Kengeter geschnürten Vergütungsprogramm weitere 69.000 Anteilsscheine drauf.

Gut zwei Monate nach dem Aktiendeal machten die Deutsche Börse und die Londoner Börse LSE ihre - inzwischen gescheiterten - Fusionspläne öffentlich, was die Kurse trieb. Die Ermittler werfen Kengeter vor, schon im Sommer 2015 mit der LSE-Führung Gespräche über einen Zusammenschluss geführt und das lukrative Aktiengeschäft in diesem Wissen getätigt zu haben. Aufsichtsrat, Vorstand und Kengeter persönlich hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

4,5 Millionen Euro, die Kengeter aus seinem eigenen Vermögen aufbrachte, um Deutsche-Börsen-Aktien zu kaufen, werden nun zugunsten des Staates eingezogen. Damit würden die erlangten Vermögensvorteile aus dem Insidervergehen bei ihm abgeschöpft, erklärte die Staatsanwaltschaft. Kengeter und das Landgericht Frankfurt hätten dem Deal zugestimmt.

Ursprünglich sollte Kengeter glimpflicher davonkommen. Ein Deal mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt, wonach Kengeter selbst 500.000 Euro und die Deutsche Börse 10,5 Millionen Euro zahlen sollten, war im Oktober 2017 nach dem Widerspruch des zuständigen Amtsgerichts Frankfurt gescheitert.

Kengeter hatte seinen Posten als Vorstandsvorsitzender zum Jahresende 2017 abgegeben.

mal/Reuters/dpa

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