Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Formel-1-Chef

BayernLB verklagt Ecclestone auf 345 Millionen Euro

Bernie Ecclestone steht bald wieder vor Gericht: Nun fordert die BayernLB in einer Klage rund 345 Millionen Euro Wiedergutmachung von dem Formel-1-Chef. Es geht um den Verkauf von Anteilen der Rennserie vor acht Jahren.

REUTERS

Bernie Ecclestone vor Gericht in München (Archiv): Anteile zu billig verkauft

Freitag, 19.12.2014   18:57 Uhr

München - Kaum ist der Strafprozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vor dem Münchner Landgericht vom Tisch, schon rollt ein weiteres Verfahren auf den 84-Jährigen zu: Im Streit über den Besitzerwechsel der Formel 1 vor acht Jahren hat die Bayerische Landesbank den Briten nun auf Schadensersatz in Höhe von rund 345 Millionen Euro verklagt. Dies teilte das Institut nach einstimmigen Berichten von Nachrichtenagenturen mit.

Die BayernLB wirft Ecclestone vor, den Verkauf der Anteile an der Rennserie maßgeblich beeinflusst zu haben. Ein Vorstand der BayernLB sei bestochen worden, weswegen der Verkaufspreis unter Wert ausgefallen sei, hieß es.

Die Bank begründet ihre Klage damit, dass sie ihre Anteile im Jahr 2006 wegen einer Absprache zwischen Ecclestone und dem damaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky zu billig an den Investor CVC verkauft habe. "Der Kaufvertrag wurde aus diesem Grund nicht verhandelt, sondern zu Bedingungen abgeschlossen, die von Herrn Ecclestone vorgegeben wurden und für die Bank nachteilig waren", erklärte ein Banksprecher. Die Klage richte sich demnach auch gegen Ecclestones Familienstiftung Bambino und weitere Beteiligte.

Der Besitzerwechsel vor acht Jahren hatte bereits zu einer Reihe von Gerichtsverfahren geführt: Ecclestone musste sich wegen des Vorwurfs der Bestechung monatelang vor dem Landgericht München verantworten. Im August wurde der Schmiergeldprozess gegen eine Geldauflage von 100 Millionen Dollar eingestellt, da die Richter die Vorwürfe nicht als ausreichend erwiesen sahen. Die Bestechungsvorwürfe waren damit erledigt, Ecclestone gilt als nicht vorbestraft.

Seine Anwälte zollten den Richtern damals ihren Respekt - die Demut des Mandanten währte jedoch nicht lange: Erst kürzlich verschickte der Brite eine satirische Weihnachtskarte mit einer Zeichnung, auf der er die bayerische Justiz als Raubrittertum verhöhnte.

daf/dpa/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
wibo2 20.12.2014
1. Der Bernie Ecclestone wird der Bayern LB zigen, wo der Bartel den Most holt!
"Bernie Ecclestone steht bald wieder vor Gericht: Nun fordert die BayernLB in einer Klage rund 345 Millionen Euro Wiedergutmachung von dem Formel-1-Chef. Es geht um den Verkauf von Anteilen der Rennserie vor acht [...]
"Bernie Ecclestone steht bald wieder vor Gericht: Nun fordert die BayernLB in einer Klage rund 345 Millionen Euro Wiedergutmachung von dem Formel-1-Chef. Es geht um den Verkauf von Anteilen der Rennserie vor acht Jahren." (SPON) Das Bayern LB Management leistet keine Wiedergutmachung für den Steuerzahler. Milliarden verzockt und zig Millionen an Boni kassiert. -Beklauen die Investmentbanker ihre Aktionäre etwa nicht? Der Bernie ist nicht deren Weihnachtsmann. Diese Forderung erscheint unmäßig überzogen zu sein. Kaum zu glauben, wozu Investment Banker fähig zu sein scheinen. Aber jeder findet eines Tages mal seinen Meister!
Emil Peisker 20.12.2014
2. Ecclestone hat einen Banker bestochen...
Was haben Sie denn im Sinn? Ecclestone hat einen Banker bestochen um den Kaufpreis für die F1 Anteile so preiswert wie möglich zu bekommen. Das hat ja auch so geklappt. Ich habe den Vorgang damals aus der Sicht des [...]
Zitat von wibo2"Bernie Ecclestone steht bald wieder vor Gericht: Nun fordert die BayernLB in einer Klage rund 345 Millionen Euro Wiedergutmachung von dem Formel-1-Chef. Es geht um den Verkauf von Anteilen der Rennserie vor acht Jahren." (SPON) Das Bayern LB Management leistet keine Wiedergutmachung für den Steuerzahler. Milliarden verzockt und zig Millionen an Boni kassiert. -Beklauen die Investmentbanker ihre Aktionäre etwa nicht? Der Bernie ist nicht deren Weihnachtsmann. Diese Forderung erscheint unmäßig überzogen zu sein. Kaum zu glauben, wozu Investment Banker fähig zu sein scheinen. Aber jeder findet eines Tages mal seinen Meister!
Was haben Sie denn im Sinn? Ecclestone hat einen Banker bestochen um den Kaufpreis für die F1 Anteile so preiswert wie möglich zu bekommen. Das hat ja auch so geklappt. Ich habe den Vorgang damals aus der Sicht des Aktionärs betrachtet, der schon von dem Vorbesitzer ausgetrickst wurde. Dabei haben alle mitgewirkt, Banker, Vorstände, und besonders der Oberzwerg Ecclestone. Und Sie unterstützen diesen gierigen Zwerg, nur weil Sie Investmentbanker noch mehr hassen?
wibo2 20.12.2014
3. Ecclestone fühlte sich von Gribkowsky erpresst ...
Nein, ich glaube dem Bernie, dass er sich von dem Gribkowksy erpresst gefühlt hat. Dieser hatte ständig Andeutungen und anzügliche Bemerkungen gemacht, die sich auf einen Streitfall des Ecclestone mit den englischen [...]
Zitat von Emil PeiskerWas haben Sie denn im Sinn? Ecclestone hat einen Banker bestochen um den Kaufpreis für die F1 Anteile so preiswert wie möglich zu bekommen. Das hat ja auch so geklappt. Ich habe den Vorgang damals aus der Sicht des Aktionärs betrachtet, der schon von dem Vorbesitzer ausgetrickst wurde. Dabei haben alle mitgewirkt, Banker, Vorstände, und besonders der Oberzwerg Ecclestone. Und Sie unterstützen diesen gierigen Zwerg, nur weil Sie Investmentbanker noch mehr hassen?
Nein, ich glaube dem Bernie, dass er sich von dem Gribkowksy erpresst gefühlt hat. Dieser hatte ständig Andeutungen und anzügliche Bemerkungen gemacht, die sich auf einen Streitfall des Ecclestone mit den englischen Finanzbehörden bezog. Deswegen hat er ihm dann ein Schweigegeld bezahlt. Das war ein ganz anderer Vorgang, der gar nichts mit der LB Bayern zu tun hatte. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Der Deal mit der LB Bayern wurde indes zunächst vom Vorstand als gut verhandelt und lukrativ angesehen. Der Gribkowsky hatte als ehemaliger Deutschbanker diesen Deal gut verhandelt. Aber jetzt auf einmal werden die Landesbanker gierig und wollen groß abkassieren. Aber da kommen sie bei dem Bernie an den Falschen. Der lässt sich nicht in den Sack hinein stecken. Das haben schon ganz andere versucht, und die sind gescheitert.
raber 22.12.2014
4. Geier vs Geier
Der Mann hat Humor. Selbst wenn der gierige Ecclestone sein Geld bei der LB Bayern eingesetzt hat, handelte es sich um sein Geld und nicht das der Steuerzahler oder Aktionäre. Noch gieriger (und unerfahren) sind die Banker. Diese [...]
Der Mann hat Humor. Selbst wenn der gierige Ecclestone sein Geld bei der LB Bayern eingesetzt hat, handelte es sich um sein Geld und nicht das der Steuerzahler oder Aktionäre. Noch gieriger (und unerfahren) sind die Banker. Diese Banker sollten nachträglich ihre Boni abliefern. Die Banken und der IWF werden immer mehr die Welt bestimmen und die nächste Krise programmieren; dabei ist die LB aber ein kleiner Lümmel und deren Provinzfürsten bedeutungslos.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP