Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Niedrige Strompreise

EnBW streicht Hunderte Jobs

EnBW verschärft sein Sparprogramm: Der Energieversorger zieht sich aus dem Geschäft mit Großkunden zurück. Jetzt stehen Hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel, auch in anderen Konzernteilen.

DPA

Ostsee-Windpark EnBW Baltic 2

Dienstag, 14.06.2016   15:33 Uhr

Die Strompreise sinken, der Ausstieg aus der Kernenergie kostet viel Geld. Der Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) zieht die Konsequenzen und Hunderte Arbeitsplätze ab. Das Unternehmen werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte EnBW Chart zeigen mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde.

Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung stehen demnach Stellenstreichungen bevor, die noch nicht beziffert wurden. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Zuletzt beschäftigte der Energieversorger gut 20.300 Mitarbeiter. Das im vergangenen Jahr angekündigte Sparprogramm von 400 Millionen Euro bis 2020 werde um 250 Millionen Euro erhöht.

EnBW-Chef Frank Mastiaux hatte erneute Kürzungen bereits im März angekündigt. Zusätzliche Kostensenkungen seien notwendig, weil sich das Umfeld durch sinkende Strompreise weiter verschlechtert habe und der Vertrieb schneller umgebaut werden müsse, sagte Mastiaux. EnBW Chart zeigen kämpft darum, Einbußen durch den Atomausstieg unter anderem über den Ausbau erneuerbarer Energien wettzumachen. Der einst stark auf Atomstrom fokussierte Energieversorger hat bereits drei von fünf Kernreaktoren vom Netz genommen.

RWE vertagt Gespräche über Gehaltskürzungen

Auch der Energiekonzern RWE steht unter Druck - und will die Gehälter der Mitarbeiter spürbar kürzen. Entsprechende Gespräche wurden am Dienstag allerdings ergebnislos vertagt. Die Stimmung sei "angespannt" gewesen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft IG BCE. Das Unternehmen wollte sich zu Inhalten des Treffens nicht äußern. Am 4. und 5. Juli wollen die Parteien erneut zusammenkommen.

In der RWE-Stromerzeugung mittels Kraftwerken und im Braunkohletagebau arbeiten nach Unternehmensangaben rund 14.000 Menschen. Kürzungspläne gibt es laut IG BCE auch beim großen RWE Chart zeigen-Konkurrenten, der ausgegliederten E.on-Kraftwerkstochter Uniper. Dort stünden am 24. Juni in Hannover Gespräche über tarifvertragliche Kürzungen an.

Angesichts dramatisch gefallener Großhandelspreise wollen die Konzerne laut der Gewerkschaft die Einkommen spürbar reduzieren. Einem Flugblatt der Gewerkschaft zufolge möchte RWE in der Erzeugung Zulagen kürzen und fordert unter anderem Änderungen der Arbeitszeit, den Wegfall von Weihnachtsgeld und vermögenswirksamen Leistungen. Die Gewerkschaft beziffert das Gesamtvolumen der Einbußen auf rund ein Viertel des bisherigen Einkommens.

nck/Reuters/dpa

insgesamt 27 Beiträge
artifex-2 14.06.2016
1.
Wat n Wunder ?! Wenn man sieht wie da gewirtschaftet wird ! Kranker Außendienstmitarbeiter die "Firma" 1/2 Jahr krank ,soll vorkommen , und das Dienstfahrzeug ebenfalls solange vor dem Haus . Das sind dann [...]
Wat n Wunder ?! Wenn man sieht wie da gewirtschaftet wird ! Kranker Außendienstmitarbeiter die "Firma" 1/2 Jahr krank ,soll vorkommen , und das Dienstfahrzeug ebenfalls solange vor dem Haus . Das sind dann (vorübergehend)stillgelegte Ressourcen !
ke_karolus 14.06.2016
2. Ich kann's kaum erwarten
Jetzt geht gleich das Einprügeln auf "die Konzerne" los, die nicht in der Lage waren und sind, auf einen durch das EEG völlig verzerrten Markt zu reagieren.
Jetzt geht gleich das Einprügeln auf "die Konzerne" los, die nicht in der Lage waren und sind, auf einen durch das EEG völlig verzerrten Markt zu reagieren.
dreamrohr2 14.06.2016
3. vorschlag
den größten Batzen an Geld, könnten die durch das Ersetzen des Vorstandes durch ein 400,- € Vorstand einsparen.
den größten Batzen an Geld, könnten die durch das Ersetzen des Vorstandes durch ein 400,- € Vorstand einsparen.
derlabbecker 14.06.2016
4. habe hier noch nicht gelesen..
... dass Vorstände und Aufsichtsrat auf ein Viertel ihres Gehaltes und ihrer Boni auf Dauer verzichten. Wäre vielleicht mal sinnvoll damit anzufangen, bevor man in Gespräche mit den AN Vertretern geht....
... dass Vorstände und Aufsichtsrat auf ein Viertel ihres Gehaltes und ihrer Boni auf Dauer verzichten. Wäre vielleicht mal sinnvoll damit anzufangen, bevor man in Gespräche mit den AN Vertretern geht....
wo_st 14.06.2016
5.
Die EnBW hat höchste Preise beim Normalvolk und niedrigste Preise bei der Industrie. Das Normalvolk verläßt die teure EnBW und geht zu rentablen Töchtern der EnBW. Wie pervers denken die Chefs bei der EnBW?
Die EnBW hat höchste Preise beim Normalvolk und niedrigste Preise bei der Industrie. Das Normalvolk verläßt die teure EnBW und geht zu rentablen Töchtern der EnBW. Wie pervers denken die Chefs bei der EnBW?
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP