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Wirtschaft

Dubiose Aktiendeals der Bank Sarasin

Drogerie-Gründer Müller verlangt 45 Millionen Euro Schadensersatz

Fragwürdige Steuerspargeschäfte wurden der Schweizer Bank Sarasin zum Verhängnis - und ihren reichen Kunden. Drogerieunternehmer Erwin Müller will vom Bankhaus dafür 45 Millionen Euro. Der Gerichtsprozess startet heute in Ulm.

DPA

Drogeriemarktunternehmer Erwin Müller

Montag, 10.04.2017   07:38 Uhr

In dem mit aller Härte ausgetragenen juristischen Kampf um die Millionen-Klage des Drogerieunternehmers Erwin Müller gegen die schweizerische Bank J. Safra Sarasin beginnt an diesem Montag vor dem Landgericht Ulm die Verhandlung. Der 84-Jährige fordert laut Gerichtsangaben von dem in Basel ansässigen Geldhaus rund 45 Millionen Euro Schadensersatz. Auch andere Prominente Anleger sind gegen die Bank vorgegangen, nachdem dubiose Steuerspargeschäfte aufgeflogen sind.

Der Prozess in Ulm ist ein neuer Höhepunkt in einem jahrelangen juristischen Tauziehen. Müller, dessen internationale Drogerie-Handelskette Müller ihren Hauptsitz in Ulm hat, klagt als Privatmann. Er macht geltend, seine frühere Hausbank habe ihn beim Erwerb von Fondsanteilen falsch beraten, weil die sich später als wertlos erwiesen.

Die Anlagegelder von Müller flossen in Aktienfonds, die so gestaltet waren, dass einmal an den deutschen Fiskus gezahlte Kapitalertragssteuern gleich mehrfach zurückerstattet werden sollten. Als der Trick aufflog, rutschten die Fonds in die Pleite und das Geld der Sarasin-Kunden war weg. Einer der großen Verlierer dieses Spiels war Erwin Müller.

Auch Multi-Unternehmer Carsten Maschmeyer und Schlachterkönig Clemens Tönnies sahen sich durch diese Geschäfte betrogen, nachdem sie bei Sarasin Vermögen angelegt hatten. Maschmeyer soll zwischenzeitlich einen Vergleich mit der Bank erzielt haben. Er warf der Bank damals aber vor, im Zusammenhang mit Morddrohungen gegen ihn zu stehen.

Die Bank hat Müllers Vorwürfe bestritten, wollte sich aber auf Anfrage vor der Verhandlung in Ulm nicht erneut äußern. Das Geldhaus hatte erreichen wollen, dass der Streit vor einem Gericht in der Schweiz ausgetragen wird. Die Vorsitzende Richterin am Ulmer Landgericht, Julia Böllert, entschied jedoch 2014, dass Müllers Klage dort verhandelt werden kann. Eine Beschwerde Sarasins wies der Bundesgerichtshof 2015 ab.

Nun will das Landgericht - erneut unter Vorsitz Böllerts - zunächst erörtern, ob ein Zahlungsanspruch des Klägers besteht. Müller ist vom Gericht aufgefordert worden, dafür persönlich zu erscheinen. Zeugen und Sachverständige sind noch nicht geladen.

kig/dpa

insgesamt 19 Beiträge
fritz_64 10.04.2017
1.
Wenn ich nicht ganz falsch liege war dieser Trick mit der Steuer über viele Jahre "erlaubt" und ich gehe davon aus das Herr Müller prächtig davon partizipiert hat. Warum aber seine Einlagen nach schließen des [...]
Wenn ich nicht ganz falsch liege war dieser Trick mit der Steuer über viele Jahre "erlaubt" und ich gehe davon aus das Herr Müller prächtig davon partizipiert hat. Warum aber seine Einlagen nach schließen des "Programms" durch den Gesetzgeber zu 100% verschwunden sind.... sagt doch einiges über das Geschäftsmodel dieser Banken
thevicar 10.04.2017
2. unverständlich
Ich verstehe nicht, warum diese ganze Sippschaft, Bank als auch Kunden, nicht hinter Gittern sitzt. Der Betrugsparagraph ist doch eindeutig. § 263 STGB "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen [...]
Ich verstehe nicht, warum diese ganze Sippschaft, Bank als auch Kunden, nicht hinter Gittern sitzt. Der Betrugsparagraph ist doch eindeutig. § 263 STGB "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. " Wenn ich dem Finanzamt gegenüber vorsätzlich und wissentlich falsch erkläre, dass ich Steuern bezahlt habe, die ich nun zurückfordere, dann müßte hier dringend in diese Richtung ermittelwerden denn es handelt sich um ein Offizialdelikt, in diese Fall sogar mit bandenmäßigem Charakter. Wo beibt denn hier der Staatsanwalt?
Edgard 10.04.2017
3. Ich frage mich ernsthaft...
.... wer da alles vor Gericht gehört? "Die Anlagegelder von Müller flossen in Aktienfonds, die so gestaltet waren, dass einmal an den deutschen Fiskus gezahlte Kapitalertragssteuern gleich mehrfach zurück erstatten werden [...]
.... wer da alles vor Gericht gehört? "Die Anlagegelder von Müller flossen in Aktienfonds, die so gestaltet waren, dass einmal an den deutschen Fiskus gezahlte Kapitalertragssteuern gleich mehrfach zurück erstatten werden sollten. " So etwas nennt man im Allgemeinen "Betrug", oder? Auch wenn eine Gesetzeslücke dies ermöglicht hat muß jeder, erst Recht ein Geschäftsmann sofort erkennen daß hier der Staat, also unsere Gesellschaft betrogen werden soll. Leute wie Müller oder Maschmeyer sind die wahren Asozialen und sollten nicht bewundert sondern ausgegrenzt und geächtet werden - Schmarotzer wie diese haben uns wohl weit mehr gekostet als alle Flüchtlinge zusammen.
susuki 10.04.2017
4.
Hmm, zwei Betrüger betrügen den Staat, fliegen auf, kriegen sich in die Haare und rufen nach dem Staat? Es ist was faul im staate Dänemark...
Hmm, zwei Betrüger betrügen den Staat, fliegen auf, kriegen sich in die Haare und rufen nach dem Staat? Es ist was faul im staate Dänemark...
Greggi 10.04.2017
5. Hoch gepokert ...
und jetzt verloren. Schlechter Verlierer, Herr Müller. Vielleicht auch mal das eigene Gerechtigkeitsempfinden, sofern überhaupt noch vorhanden, aktivieren: Steuern, einmal gezahlt und sich mehrfach erstatten lassen - geht's [...]
und jetzt verloren. Schlechter Verlierer, Herr Müller. Vielleicht auch mal das eigene Gerechtigkeitsempfinden, sofern überhaupt noch vorhanden, aktivieren: Steuern, einmal gezahlt und sich mehrfach erstatten lassen - geht's noch, Herr Müller?

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