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Wirtschaft

Reaktion auf Datenskandal

Konzerne drohen Facebook mit Werbeboykott

Commerzbank, Mozilla, Sonos: Große Werbekunden haben ihre Werbung auf Facebook abgeschaltet und machen Druck. Sie nutzen den Datenskandal, um mehr Informationen über die Wirkung der eigenen Werbung zu fordern.

AFP

Facebook-Logo

Dienstag, 27.03.2018   10:48 Uhr

Als Reaktion auf den Datenskandal laufen Facebook nicht nur die privaten Nutzer davon. Auch prominente Unternehmen haben ihre Werbung auf Facebook eingestellt, zumindest zeitweise. Dabei geht es allerdings mehr um geschäftliche Interessen, als um Moral. Sie wollen das Netzwerk offenbar zu einem anderen Umgang mit Nutzerdaten und Firmenwerbung zwingen.

Die Internetbrowser-Firma Mozilla und der Lautsprecherhersteller Sonos haben ihre Facebook-Werbungen entfernt und auch die eigenen Accounts vorerst stillgelegt. Die Commerzbank hatte ihre Werbekampagne auf Facebook bereits in der vergangenen Woche gestoppt.

Sonos begründete den temporären Facebook-Boykott auf dem Blog des Unternehmens: "Große digitale Plattformen bieten uns die riesige Möglichkeit, die Werbung, die wir euch liefern, zu personalisieren und zu kontextualisieren. Mit der Macht dieser Möglichkeit geht eine große Verantwortung einher, die nicht vernachlässigt werden darf."

Diese Verantwortung sieht Sonos im Zuge des Datenskandals bei Facebook nun also bedroht. Die Firma Cambridge Analytica hatte sich unerlaubt Zugriff auf rund 50 Millionen Facebook-Profile verschafft und die privaten Daten für den US-Wahlkampf von Donald Trump genutzt.

Ein langfristiger Boykott könnte für Facebook zu einem Problem werden: 98 Prozent der Firmenumsätze werden durch den Verkauf von Werbeplätzen erzielt. Mit dem Boykott wollen die Unternehmen ihre Macht gegenüber Facebook nutzen: Sie fordern verlässlichere Informationen über den Kontext der eigenen Anzeigen und deren Reichweite, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Elon Musk hatte auf den Datenskandal noch konsequenter reagiert: Kurzerhand löschte er die Seiten seiner Unternehmen Tesla und SpaceX. Diese hatten zusammen mehr als fünf Millionen Abonnenten.

dor

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1. General Motors 2010 23,1* USA
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3. AIA (Versiche- rer) 2010 22,0 Hongkong
4. ICBC (Bank) 2006 21,97 China
5. Visa (Kredit- karten) 2008 19,65 USA
6. NTT Mobile 1998 18,05 Japan
7. Enel (Energie) 1999 16,59 Italien
8. Facebook 2012 16,01** USA
9. NTT (Telekom) 1986 13,75 Japan
10. Deutsche Telekom 1996 12,49 Deutschland

* Bei Addition der Stamm- und Vorzugsaktien; ** Bei Verkaufspreis am oberen Ende der Spanne; Quelle Reuters

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