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Wirtschaft

Fusion mit Karstadt

Bei Galeria Kaufhof gehen 2600 Jobs verloren

Der neue Eigentümer will bei Galeria Kaufhof 2600 Stellen streichen und aus der Tarifbindung aussteigen. Der Konzern legt auch seine Pläne zu den Filialen offen.

DPA

Logo von Galeria Kaufhof (Archiv)

Freitag, 25.01.2019   15:51 Uhr

Bei der kriselnden Kaufhauskette Kaufhof sollen im Zuge der Fusion mit dem Rivalen Karstadt rund 2600 Stellen abgebaut werden. Das kündigte Karstadt in Essen an. Damit ist etwa jede fünfte Stelle betroffen. Wegen der hohen Teilzeitquote seien damit die Jobs von 4000 bis 5000 Mitarbeitern bedroht, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Rund tausend Vollzeitstellen sollen auf der Führungsebene und in der Verwaltung wegfallen, weitere 1600 Vollzeitstellen in den Filialen, teilte der Konzern mit.

Die Sanierung sei nötig, um die Kosten bei Galeria Kaufhof auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken, heißt es in einer Mitteilung von Karstadt. "In seinem derzeitigen Zustand ist Galerie Kaufhof langfristig nicht überlebensfähig", sagte der Chef des Gemeinschaftsunternehmens, Stephan Fanderl. Es seien kurzfristige Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe nötig.

Das Weihnachtsgeschäft 2018 habe mit einem Minus von fast vier Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich unter den Erwartungen gelegen, heißt es weiter. Auch das Onlinegeschäft habe gegen den Markttrend mit einem Minus von fast einem Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum enttäuscht.

Zunächst keine Filialschließungen geplant

Der Konzern will die wichtigsten Führungs- und Verwaltungsstrukturen beider Warenhäuser künftig in der bisherigen Karstadt-Zentrale in Essen bündeln. Am Standort Köln, bisher der Sitz der Kaufhof-Zentrale, soll ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung und E-Commerce aufgebaut werden. Außerdem soll von hier aus das Gastronomie- und Lebensmittelgeschäft gesteuert werden. Sanierungsbedingte Filialschließungen soll es zunächst nicht geben.

Um Kosten zu sparen, wird Kaufhof umgehend außerdem aus der Tarifbindung aussteigen. Das Unternehmen strebe eine individuelle Tariflösung an, die der wirtschaftlichen Notsituation von Kaufhof Rechnung trage, hieß es.

Kaufhof ist seit Ende November Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Konkurrenten Karstadt. Der frühere Kaufhof-Eigner HBC hatte der Fusion im vergangenen Jahr nach langem Zögern zugestimmt.

Die Nordamerikaner sind mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Karstadt beteiligt, das über rund 240 Filialen mit einem Umsatz von gut fünf Milliarden Euro und rund 32.000 Mitarbeiter verfügt. Mehrheitseigner ist die Signa Holding des österreichischen Investors René Benko.

Karstadt hat im operativen Geschäft das Sagen. Der langjährige Karstadt-Chef Fanderl führt den neuen Warenhauskonzern. Der Konzern muss im erbitterten Wettbewerb mit vielen Onlinehändlern von Amazon bis Zalando bestehen.

brt/dpa/Reuters

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