Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

HSH Nordbank

Nonnenmacher weist Spitzelvorwürfe zurück

Wer einen defensiven Dirk Jens Nonnenmacher erwartet hatte, sah sich getäuscht: Vor dem Untersuchungsausschuss im Kieler Landtag bestritt der HSH-Nordbank-Chef jegliche Verantwortung für den Spitzelskandal - die Vorwürfe seien nicht hinnehmbar.

dapd

HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher: "Eine falsche Bilanz ist keine gefälschte Bilanz"

Montag, 01.11.2010   13:42 Uhr

Kiel - Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank hat jede Kenntnis von Bespitzelungen durch die Landesbank bestritten: betonte am Montag vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Kiel, er hätte solche Vorgänge auch niemals gebilligt oder geduldet. "Der Vorwurf ist erschreckend und nicht hinnehmbar", sagte Nonnenmacher. Er reagierte damit auf Berichte, wonach ein von der Landesbank beauftragtes Sicherheitsunternehmen Bankkritiker und möglicherweise auch Bankmitarbeiter überwacht habe.

Im Zusammenhang mit den umstrittenen Omega-Geschäften der Bank, die zu hohen Millionenverlusten geführt hatten, sieht Nonnenmacher keine Schuld bei sich: "Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Vorwurf der Bilanzfälschung völlig absurd ist." Er fügte hinzu: "Eine falsche Bilanz ist keine gefälschte Bilanz." Die umstrittenen Omega-Geschäfte der seien aus heutiger Sicht falsch bilanziert worden, räumte er aber ein. Die Bank hatte ihre Bilanz in den vergangenen Jahren offiziell korrigiert. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Nonnenmacher wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit den Deals.

Der Bankchef bekräftigte erneut, alles zu tun, damit die Vorwürfe lückenlos aufgeklärt würden. Die beiden Haupteigner der Bank, Hamburg und Schleswig-Holstein, hatten das Verhältnis zu Nonnenmacher vergangene Woche als "erheblich strapaziert" bezeichnet. Der 47-Jährige steht seit Monaten in der Kritik - zunächst wegen umstrittener Finanzgeschäfte, die die Bank in Schieflage brachten und nun wegen der Spitzelaffäre.

Die beiden Länder hatten die durch Fehlspekulationen in Schieflage geratende Landesbank mit drei Milliarden Euro vor dem Aus gerettet und halten seither 85,5 Prozent der Anteile. Sie wollen von Nonnenmacher wissen, wer Aufträge an die Sicherheitsfirma Prevent unterschrieben hat, die eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Politikern besucht hatte. Des Weiteren besteht der Verdacht, dass auch Politiker der beiden Landesregierungen von der HSH ausgespäht wurden.

Nonnenmacher geht in die Offensive

In der vergangenen Wochen waren die Regierungschefs Hamburgs und Schleswig-Holsteins öffentlich auf Distanz zu Nonnenmacher gegangen. Vorher hatten Zeitungen wochenlang von Skandalen und Mobbing-Attacken berichtet. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt in einem dieser Fälle.

Nonnemacher betonte, dass die Bank bereits vor seinem Eintritt seit 2004 mit der Sicherheitsfirma Prevent zusammengearbeitet hatte, weil sie kein eigenes Sicherheitsmanagement gehabt habe. "Beanstandungen der Tätigkeit der Prevent AG hat es nicht geben", sagte er. Im Zuge der Misere der Bank im vergangenen Jahr habe es "zahlreiche Informationslecks" gegeben, welche die Gesundung der Bank gefährdet hätten. Die Zusammenarbeit mit Prevent sei Ende 2009 zurückgefahren und Mitte des laufenden Jahres beendet worden.

Unterdessen wurde bekannt, dass Nonnenmacher im Kampf um seinen Posten in die Offensive gehen will: Der Bankchef lud Vertreter der Anteilseigner zu einem Gespräch über seine Zukunft ein, wie ein Banksprecher einen Bericht der "Financial Times Deutschland" bestätigte.

wit/dapd/dpa/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
CHANGE-WECHSEL 01.11.2010
1. logisch
Kein Krimineller steht freiwillig hin und würde sich selbst beschuldigen. Dies lernt jeder Polizeischüler auf der Akademie und auch der gesunde Menschenverstand weiß dies. Klar lädt der Nonnenmacher die Vertreter der [...]
Zitat von sysopWer einen defensiven Dirk Jens Nonnenmacher erwartet hatte, sah sich getäuscht: Vor dem Untersuchungsausschuss im Kieler Landtag bestritt der HSH-Nordbank-Chef jegliche Verantwortung für den Spitzelskandal - die Vorwürfe seien nicht hinnehmbar. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,726484,00.html
Kein Krimineller steht freiwillig hin und würde sich selbst beschuldigen. Dies lernt jeder Polizeischüler auf der Akademie und auch der gesunde Menschenverstand weiß dies. Klar lädt der Nonnenmacher die Vertreter der Anteilseigner zu einem vertraulichen Vieraugengespräch ein, da er ja die eine und andere diverse Information durch seine Spitzelaktionen über die Gegenseite hat. Frei nach dem Motto: "Tut mir nichts, dann tue ich euch nichts."
Riff 01.11.2010
2. Von der Pomade perlt's ab.
Es wäre ja auch das allererste Mal gewesen, daß ein dt. Vorstandsvorsitzender irgendwelche Kenntnis von dunkel-trüben Machenschaften in der von ihm millionenschwer dirigierten Firma gehabt hätte. Zum Wiehern!
Zitat von sysopWer einen defensiven Dirk Jens Nonnenmacher erwartet hatte, sah sich getäuscht: Vor dem Untersuchungsausschuss im Kieler Landtag bestritt der HSH-Nordbank-Chef jegliche Verantwortung für den Spitzelskandal - die Vorwürfe seien nicht hinnehmbar. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,726484,00.html
Es wäre ja auch das allererste Mal gewesen, daß ein dt. Vorstandsvorsitzender irgendwelche Kenntnis von dunkel-trüben Machenschaften in der von ihm millionenschwer dirigierten Firma gehabt hätte. Zum Wiehern!
uh17 01.11.2010
3. kein Titel
wenn man sich den Kerl schon anschaut, dann sieht man schon alles. Und der ist garantiert auch nicht von ungefähr auf die Kinderporno Sache in New York gekommen. Solange es ums eigene abkassieren geht, immer mit den [...]
wenn man sich den Kerl schon anschaut, dann sieht man schon alles. Und der ist garantiert auch nicht von ungefähr auf die Kinderporno Sache in New York gekommen. Solange es ums eigene abkassieren geht, immer mit den Vorderfüßen dabei, aber zu der Verantwortung, für die er sich fürstlich entlohnt hat, dann mal zu stehen, daß kommen solchen Typen überhaupt nicht in den Sinn. Ein widerlicher K...brocken, der Typ, nicht nur äußerlich.
Caimann 08.11.2010
4. Hsh_nonnenmacher
Selten solch einen blöden Kommentar gelesen. Schalte erst einmal das Oberstübchen an, bevor du einen Kommentar schreibst. Aus dir spricht doch nur der Neid, dass Nonnenmacher beim Ausscheiden Kohle zieht. Das würdest Du [...]
Zitat von uh17wenn man sich den Kerl schon anschaut, dann sieht man schon alles. Und der ist garantiert auch nicht von ungefähr auf die Kinderporno Sache in New York gekommen. Solange es ums eigene abkassieren geht, immer mit den Vorderfüßen dabei, aber zu der Verantwortung, für die er sich fürstlich entlohnt hat, dann mal zu stehen, daß kommen solchen Typen überhaupt nicht in den Sinn. Ein widerlicher K...brocken, der Typ, nicht nur äußerlich.
Selten solch einen blöden Kommentar gelesen. Schalte erst einmal das Oberstübchen an, bevor du einen Kommentar schreibst. Aus dir spricht doch nur der Neid, dass Nonnenmacher beim Ausscheiden Kohle zieht. Das würdest Du doch genau so machen. Woher nimmst du eigentlich die Behauptung das er auf die Idee der K'pornos gekommen ist? Hat dich der Winkeladvokat darauf gebracht?

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Die Landesbanken in der Übersicht

BayernLB
Die BayernLB gehört über die BayernLB Holding AG zu rund 94 Prozent dem Freistaat Bayern und zu rund sechs Prozent dem Sparkassenverband Bayern. mehr auf der Themenseite...
Bremer Landesbank
Die Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg Girozentrale gehört zu 92,5 Prozent der Nord/LB. Das Land Bremen hält einen Anteil von 7,5 Prozent. mehr auf der Themenseite...
HSH Nordbank
Die HSH Nordbank ist aus der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein hervorgegangen. Als einzige Landesbank hat sie einen privaten Anteilseigner: Der US-Investor JC Flowers hält 9,2 Prozent der stimmberechtigten Anteile. Die Hansestadt Hamburg hält 10,9 Prozent, 15 Prozent gehören dem Land Schleswig-Holstein und den Sparkassen des Landes. Der Hauptanteil von 64,2 Prozent wird vom HSH Finanzfonds, einer gemeinsamen Anstalt der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, gehalten.mehr auf der Themenseite...
Landesbank Baden-Württemberg
Die LBBW ist die größte deutsche Landesbank und gehört zu jeweils 35,6 Prozent dem Land Baden-Württemberg und den Sparkassen des Landes. Die Stadt Stuttgart hält 18,9 Prozent, die rheinland-pfälzischen Sparkassen und die Landeskreditbank Baden-Württemberg halten je 4,9 Prozent. mehr auf der Themenseite...
Landesbank Berlin
Die LBB gehört seit 2007 zu 98,6 Prozent dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband und damit allen deutschen Sparkassen. Die restlichen 1,4 Prozent sind Streubesitz. mehr auf der Themenseite...
Landesbank Hessen-Thüringen
Die Helaba, offiziell Landesbank Hessen-Thüringen, gehört zu 85 Prozent dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. Das Land Thüringen ist mit fünf Prozent beteiligt, Hessen mit zehn Prozent. mehr auf der Themenseite...
Norddeutsche Landesbank
Die Nord/LB gehört zu 41,8 Prozent dem Land Niedersachsen. Die niedersächsischen Sparkassen halten 37,3 Prozent, überdies sind die Sparkassen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. mehr auf der Themenseite...
Landesbank Saar
Noch gehört die SaarLB zu 75,1 Prozent der BayernLB. Weitere Anteilseigner sind der Sparkassenverband Saar und das Bundesland Saarland. Doch die BayernLB will sich in den kommenden Jahren schrittweise vollständig von dem Institut trennen. mehr auf Wikipedia...
WestLB
Die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände, Rheinischer Sparkassen- und Giroverband (RSGV) sowie Westfälisch-Lippischer Sparkassen- und Giroverband (WLSGV), halten je über 25 Prozent der Anteile, das Land Nordrhein-Westfalen hält 17,4 Prozent, die NRW-Bank 31,1 Prozent. Eigentümer der NRW-Bank sind das Land Nordrhein-Westfalen mit 98,6 Prozent sowie die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe mit jeweils 0,7 Prozent. mehr auf der Themenseite...

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP