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Wirtschaft

Verdacht auf Bilanzkosmetik

Ex-Hypo-Real-Estate-Chef Funke muss vor Gericht

Der ehemalige Chef der Hypo Real Estate und weitere Ex-Vorstände müssen sich ab März 2017 vor Gericht verantworten. Sie stehen im Verdacht, die Geschäftszahlen zu positiv dargestellt zu haben.

DPA

Georg Funke

Von
Mittwoch, 09.11.2016   16:25 Uhr

Gut acht Jahre nach der Beinahe-Pleite des ehemaligen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) soll endlich mit der juristischen Aufarbeitung des Skandals begonnen werden. Nach Informationen des SPIEGEL sollen sich Ex-Bankchef Georg Funke und weitere ehemalige Vorstandsmitglieder vom 15. März an vor dem Münchner Landgericht wegen des Verdachts verantworten, die finanzielle Lage des mittlerweile verstaatlichten Unternehmens geschönt zu haben. Laut Gesetz stehen darauf bis zu drei Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft hatte Funke und sieben seiner Ex-Kollegen schon im Sommer 2014 wegen unrichtiger Darstellung der Geschäftslage im Jahr 2007 und in den ersten sechs Monaten des darauffolgenden Jahres angeklagt. Doch ein Richterwechsel bei der zuständigen Wirtschaftsstrafkammer verzögerte die Entscheidung über die Zulassung der Anklage.

Kurz vor der drohenden Verjährung des Falles im Jahr 2018 soll nun mit der Hauptverhandlung begonnen werden. Ob sich neben Funke, der heute auf Mallorca lebt, alle Ex-Vorstände vor Gericht verantworten müssen, bleibt abzuwarten. In einigen Fällen sollen bereits Gespräche laufen, um die Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage einzustellen.

Die Angeklagten selbst bestreiten alle Vorwürfe.

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