Insolvenzantrag
Skandalfirma Solar Millenium ist pleite
Erlangen - "Wir entwickeln die Zukunft", lautet der Slogan von Solar Millenium - doch schon bald dürfte das Unternehmen Geschichte sein. Nach monatelangem Überlebenskampf stellte der Kraftwerksentwickler am Mittwoch beim Amtsgericht Fürth einen Insolvenzantrag. Das teilte die Erlanger Firma am Mittwoch mit.
Solar Millennium begründete den Schritt damit, dass ein wichtiger Vertrag über den Verkauf von US-Projekten nicht abgeschlossen werden konnte. Zwar bestehe weitgehendes Einvernehmen über die Transaktion, auch seien wesentliche Verträge bereits unterzeichnet. Wann aber Geld fließen werde, könne noch nicht sicher bestätigt werden.
Hinzu kommt nach Unternehmensangaben, dass auch intensive Verhandlungen mit Investoren für das Solarkraftwerk Ibersol in Spanien nicht zum Erfolg führten. Der Versuch, das Projekt über einen öffentlichen Fonds zu finanzieren, sei gescheitert. "Beide Transaktionen hätten über den aktuellen Liquiditätsbedarf hinaus Mittel generiert, die die Basis für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft gelegt hätten", teilte Solar Millennium mit.
Solar Millennium war bereits in den vergangenen Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. So forderte Ex-Vorstandchef Utz Claasen, der nur 74 Tage im Amt war, Schadensersatz vom Unternehmen. Mitte September legte Firmengründer Hannes Kuhn sein Mandat als Aufsichtsrat nieder, kurz darauf trat auch Vorstandschef Christoph Wolff ab.
Die Solar Millennium
-Aktie fiel bis zum Nachmittag um gut neun Prozent. Nach massiven Kursverlusten in den vergangenen Monaten waren Papiere des Unternehmens damit zuletzt nur noch rund 99 Cent wert. Die Papiere anderer Solarunternehmen reagierten auf den Insolvenzantrag dagegen nur mit leichten Verlusten: Die Titel von Q-Cells verloren 1,2 Prozent, die von Solarworld
büßten 0,8 Prozent ein.
dab/Reuters/dpad/AFP

