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Wirtschaft

Apartment mit Weinkeller

Brexit-Fan James Dyson kauft sich für 54 Millionen Dollar Bleibe in Singapur

Der Umzug der Firma nach Asien steht schon länger fest, nun verlagert der Föhn- und Staubsauger-Milliardär James Dyson auch seinen Lebensmittelpunkt: Der Brexit-Unterstützer wandert aus - angeblich, um den Kunden näher zu sein.

Jiji Press/ Kazuo Horiike/ picture alliance

James Dyson im Jahr 2016 bei der Vorstellung eines flügellosen Ventilators

Donnerstag, 11.07.2019   07:33 Uhr

Er will auch persönlich näher an seinem am schnellsten wachsenden Absatzmarkt sein: Nach der Ankündigung der Verlegung der Firmenzentrale nach Asien kehrt der Staubsaugermilliardär James Dyson nun offenbar auch persönlich seinem Heimatland Großbritannien den Rücken.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf lokale Medien berichtete, haben Dyson und seine Frau für umgerechnet 54,2 Millionen Dollar das höchste und gleichzeitig teuerste Penthouse in Singapur gekauft. Die Nachrichtenagentur Reuters wiederum meldet, Dyson und seine Frau seien bereits Mitte Juni Eigentümer der Immobilie geworden, das gehe aus Registrierungsunterlagen hervor.

Roslan RAHMAN / AFP

Trautes Heim - Glück allein? In diesem Wolkenkratzer in Singapur hat Dyson ein Penthouse gekauft.

Auf den Etagen 62 bis 64 der "Wallich Residence" inmitten des zentralen Geschäftsdistriktes von Singapur gelegen, verfügt Dysons neue Bleibe demnach über einen Infinity Pool, einen eigenen Weinkeller (laut Reuters bestückt mit 600 Flaschen), einen Whirlpool sowie einen eigenen Garten und einen separaten Lift-Zugang von der unterirdischen Parkgarage.

Da Dyson und seine Frau dem Bericht zufolge ihren ständigen Wohnsitz in Singapur angemeldet haben, müssen sie auch die sonst für Ausländer fälligen hohen Abgaben bei einem Immobilienkauf nicht zahlen.

Die Verlegung von Dysons Firmenzentrale war bereits vor einigen Monaten verkündet worden. Sie hatte nicht nur in Großbritannien für Befremden gesorgt, denn Dyson war einer der prominentesten Befürworter des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. Er hatte die Zukunft des Landes nach einem Brexit in rosigen Farben gemalt.

Die Zukunft seines Unternehmens sieht er allerdings eher in Asien. Dyson will sein erstes Elektroauto in Singapur bauen lassen. "Angesichts der Entscheidung, die Firmenzentrale in Singapur anzusiedeln und angesichts des wachsenden Schwerpunkts des Firmengeschäfts in der Region hat James Dyson natürlich eine Immobilie dort gekauft", bestätigt ein Sprecher von Dysons Firma.

Das sei aber nicht als Flucht zu verstehen. In Asien befinde sich inzwischen eine wachsende Mehrheit der Dyson-Kunden sowie sämtliche Produktionsstandorte. Zwar wird Dyson wohl unter anderem mit einem Technologiecampus weiterhin in Großbritannien vertreten bleiben. Von britischen Oppositionspolitikern war die Ankündigung des Umzugs der Firmenzentrale dennoch heftig kritisiert worden.

beb/mmo/Reuters

insgesamt 76 Beiträge
bschmid66 11.07.2019
1. Alles klar!
Für den Brexit stimmen, seinen Landsleute in Unglück stürzen und dann ins Ausland flüchten und wahrscheinlich dabei kräftig Absahnen. Es muss ein neues Referendum geben, jetzt wo alle die Lügen der Brexit-Befürworter [...]
Für den Brexit stimmen, seinen Landsleute in Unglück stürzen und dann ins Ausland flüchten und wahrscheinlich dabei kräftig Absahnen. Es muss ein neues Referendum geben, jetzt wo alle die Lügen der Brexit-Befürworter kennen!
wokri 11.07.2019
2. Flucht
Schon eigenartig, Farage verlagert seine Geschäfte nach Dublin, Dyson nach Asien, Ford, Toyota, Honda und und und alles nichts mit dem Brexit zu tun? Das ist nur schwer zu glauben. Aber Populisten muss ja geglaubt werden, [...]
Schon eigenartig, Farage verlagert seine Geschäfte nach Dublin, Dyson nach Asien, Ford, Toyota, Honda und und und alles nichts mit dem Brexit zu tun? Das ist nur schwer zu glauben. Aber Populisten muss ja geglaubt werden, schließlich sind sie ja die Opfer!
HGdR 11.07.2019
3. Ich hätte da eine Verschwörungstheorie
Dyson ist ja nicht der einzige Reiche GB, der den Brexit unterstützt und sich dann mit Sack und Pack davon schleicht. Vielleicht will er, dass das Land durch den Brexit zu Boden geht, um sich dann beim Leerverkauf die Rosinen des [...]
Dyson ist ja nicht der einzige Reiche GB, der den Brexit unterstützt und sich dann mit Sack und Pack davon schleicht. Vielleicht will er, dass das Land durch den Brexit zu Boden geht, um sich dann beim Leerverkauf die Rosinen des Landes für einen Penny kaufen zu können?! Wäre zumindest nicht ganz so doof. Sorry, für diese Verschwörungstheorie, die musste aber raus.
koch-51 11.07.2019
4. Wie sieht's informationspolitisch in GB aus?
Für dem Kampf gegen den Brexit ist es entscheidend, dass eine solche Meldung in GB in den "Remainmedien" wie BBC, Guardian usw. groß aufgemacht wird. Die britische "Pöbelpresse", die ständig nach dem Brexit [...]
Für dem Kampf gegen den Brexit ist es entscheidend, dass eine solche Meldung in GB in den "Remainmedien" wie BBC, Guardian usw. groß aufgemacht wird. Die britische "Pöbelpresse", die ständig nach dem Brexit schreit, bringt das ja wohl kaum. Alle Medien bei uns haben eine klare Haltung zum Brexit, nur, hier muss man ja auch niemanden überzeugen, dass der Brexit abgesagt werden muss.
Grummelchen321 11.07.2019
5. Wohl eher um den
Folgen des ungeregelten Brexits unter Boris Johnson zu entgehen.
Folgen des ungeregelten Brexits unter Boris Johnson zu entgehen.

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