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Anleihemarkt sendet Rezessionssignal

In den USA und Großbritannien sind die Zinsen auf zehnjährige Staatsanleihen erstmals seit der Finanzkrise kurzfristig unter die auf zweijährige Papiere gesunken. Experten gilt das als Zeichen für eine anstehende Rezession.

AP

Mittwoch, 14.08.2019   16:24 Uhr

An den Kapitalmärkten gibt es weitere Indizien für eine bevorstehende Rezession: Die Rendite für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fiel sowohl in den USA als auch in Großbritannien unter die Rendite von Anleihen mit zweijähriger Laufzeit.

Dieser Zinsabstand wird von Experten als Indiz für eine wirtschaftliche Schrumpfung angesehen. Eine Konstellation mit niedrigeren Langfrist- als Kurzfristzinsen bezeichnen Fachleute als inverse Zinskurve, weil die Zinsen normalerweise mit der Wertpapierlaufzeit steigen - und nicht fallen.

Eine inverse Zinskurve gilt als Ausdruck extrem pessimistischer Wachstumserwartungen. In den USA hat sich der Zinsabstand als relativ verlässlicher Rezessionsindikator erwiesen. Zuletzt war die US-Zinskurve vor der großen Finanzkrise im Jahr 2007 invers.

Zinskurven nicht komplett invers

Am amerikanischen Anleihemarkt betrug die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen am frühen Nachmittag 1,57 Prozent, die Rendite zweijähriger Papiere betrug 1,59 Prozent. In Großbritannien fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen mit 0,445 Prozent leicht unter den Effektivzins zweijähriger Papiere.

Nach wie vor sind die Zinskurven in beiden Ländern aber nicht komplett invers. Zum einen, weil die Zinsen in den sehr langen Laufzeiten immer noch höher sind als in den kürzeren Fristen. Zum anderen sind die Zinskurven auch in den kurz- und mittelfristigen Laufzeiten nicht durchgehend invers: So fallen die Renditen in den USA zwar bis zu einer Laufzeit von fünf Jahren, danach beginnen sie aber wieder leicht zu steigen.

Inversen Zinskurven wird an den Finanzmärkten große Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie als Gegenteil des Normalzustands einen Hinweis auf wirtschaftliche Ausnahmesituationen geben können. Allerdings muss einer solchen Konstellation nicht zwingend eine Rezession folgen, wie die Erfahrungen in den USA belegen.

Zudem weisen Fachleute darauf hin, dass von einem Rezessionssignal erst gesprochen werden sollte, wenn die Zinskurve einige Zeit invers ist. Hinzu kommt, dass die Geldpolitik in vielen Ländern derzeit sehr locker ist, was die Aussagekraft der Zinsstrukturkurve beeinträchtigen könnte.

brt/dpa

insgesamt 5 Beiträge
bartsuisse 14.08.2019
1. Ähm.....was braucht es noch?
natürlich wird es Rezession geben. Allen voran in Deutschland. Die Industrieproduktion ist seit Herbst 2018 rückläufig. Im zweiten Quartal ist die Gesamtwirtschaft ins Minus gerutscht. Deutschland publiziert seine Zahlen auch [...]
natürlich wird es Rezession geben. Allen voran in Deutschland. Die Industrieproduktion ist seit Herbst 2018 rückläufig. Im zweiten Quartal ist die Gesamtwirtschaft ins Minus gerutscht. Deutschland publiziert seine Zahlen auch mit Verspätung. Italien hat das zweite Quartal mit knappst positiv abgeschlossen. GB ist am Brexit, Japan meist in Deflation....was braucht es noch dass Deutschlanx, Deutsche, die deutsche Politik kapieren, dass vorallem Deutschland als Exporteur schnellstens runter rutscht?
Sportzigarette 14.08.2019
2. Sie nerven!
Und schon wieder sehen SIe Deutschland den Bach runter gehen und kritisieren die deutsche Politik, die doch die Zeichen der Zeit erkannt hat. Aber Sie sind wirklich Schweizer? Warum interessiert Sie denn so stark, was bei uns [...]
Zitat von bartsuissenatürlich wird es Rezession geben. Allen voran in Deutschland. Die Industrieproduktion ist seit Herbst 2018 rückläufig. Im zweiten Quartal ist die Gesamtwirtschaft ins Minus gerutscht. Deutschland publiziert seine Zahlen auch mit Verspätung. Italien hat das zweite Quartal mit knappst positiv abgeschlossen. GB ist am Brexit, Japan meist in Deflation....was braucht es noch dass Deutschlanx, Deutsche, die deutsche Politik kapieren, dass vorallem Deutschland als Exporteur schnellstens runter rutscht?
Und schon wieder sehen SIe Deutschland den Bach runter gehen und kritisieren die deutsche Politik, die doch die Zeichen der Zeit erkannt hat. Aber Sie sind wirklich Schweizer? Warum interessiert Sie denn so stark, was bei uns passiert? Sie haben in Ihrem Land doch auch genug Probleme. (aber die gehen uns am Arsch vorbei...) Ich tippe mal, Sie sind so ein AfD Meckerkopp, der vielleicht sogar dort arbeitet, aber Schweizer sind Sie nie im Leben, ie sind nämlich relativ entspannt und haben kein Interesse an Deutschland Bashing. Also nochmal: Es geht uns gut in Deutschland, ein Land in dem wir gut und gerne leben und das wrd auch so bleiben!
TS_Alien 14.08.2019
3.
Die Börse übertreibt mal wieder auf absurde Weise. Die etablierten Firmen machen immer noch gute Gewinne und werden auch in Zukunft gute Gewinne machen. An der Börse gehen sogar die Kurse für einige Aktien nach unten, obwohl [...]
Die Börse übertreibt mal wieder auf absurde Weise. Die etablierten Firmen machen immer noch gute Gewinne und werden auch in Zukunft gute Gewinne machen. An der Börse gehen sogar die Kurse für einige Aktien nach unten, obwohl die Firmen nichts mit dem Export zu tun haben und ihre Gewinne in Deutschland erwirtschaften. Energie und Wasser werden weiterhin von den Bürgern verlangt. Daran ändert auch eine angebliche Rezession nichts. Früher hätte man als Börsianer einfach abgewartet und sich mit Sicherheit nicht gleich von Aktien getrennt. Aber der Wahn, als Börsianer irgendeinen Trend zu verpassen, führt zu Verkäufen und Verlusten. Das BIP ist in Deutschland im letzten Quartal um 0,1 Prozent gesunken. Das ist thermisches Rauschen und mit Sicherheit kein Anzeichen für eine Rezession.
mailo 15.08.2019
4. Zeichen für Marktversagen?
Haben etwa die langfristigen Gläubiger Griechenlands mehr von ihrem Geld wieder gesehen als die kurzfristigen? Wäre mir neu. Somit treffen kurzfristige Ausfallrisiken auch langfristige Anleger. Wir sind also Zeuge von [...]
Haben etwa die langfristigen Gläubiger Griechenlands mehr von ihrem Geld wieder gesehen als die kurzfristigen? Wäre mir neu. Somit treffen kurzfristige Ausfallrisiken auch langfristige Anleger. Wir sind also Zeuge von Marktversagen.
Gedanke 15.08.2019
5. Würde ich so nicht sagen
Laut Umweltbundesamt hat die Industrie in DE im Jahr 2017 insgesamt 750 TWh (28,9%) von 2591 TWh Energie verbraucht. Haben Sie jetzt einen Wirtschaftseinbruch auf breiterer Front wird natürlich einmal die Industrie selber [...]
Zitat von TS_AlienDie Börse übertreibt mal wieder auf absurde Weise. Die etablierten Firmen machen immer noch gute Gewinne und werden auch in Zukunft gute Gewinne machen. An der Börse gehen sogar die Kurse für einige Aktien nach unten, obwohl die Firmen nichts mit dem Export zu tun haben und ihre Gewinne in Deutschland erwirtschaften. Energie und Wasser werden weiterhin von den Bürgern verlangt. Daran ändert auch eine angebliche Rezession nichts. Früher hätte man als Börsianer einfach abgewartet und sich mit Sicherheit nicht gleich von Aktien getrennt. Aber der Wahn, als Börsianer irgendeinen Trend zu verpassen, führt zu Verkäufen und Verlusten. Das BIP ist in Deutschland im letzten Quartal um 0,1 Prozent gesunken. Das ist thermisches Rauschen und mit Sicherheit kein Anzeichen für eine Rezession.
Laut Umweltbundesamt hat die Industrie in DE im Jahr 2017 insgesamt 750 TWh (28,9%) von 2591 TWh Energie verbraucht. Haben Sie jetzt einen Wirtschaftseinbruch auf breiterer Front wird natürlich einmal die Industrie selber weniger produzieren und dies zu einem Ertragsausfall bei den Versorgern führen. Weiter werden aber auch Jobs wegfallen, Löhne stagnieren und somit weiterer Konsum wegbrechen der letztlich indirekt auch die Versorger treffen wird. Im Prinzip haben Sie aber recht, nicht alle Firmen sind gleich stark von einem Konjunktureinbruch betroffen. PS: Haushalte machen 675 TWh (26,0%) des Energieverbrauchs in DE im Jahr 2017 aus.

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