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Wirtschaft

Krisen-Landesbank

HSH-Manager kassieren zehn Prozent mehr

Die Bank macht auch im laufenden Jahr Verluste, trotzdem verdienen die Manager mehr: Die Führung der HSH Nordbank hat ihre Bezüge 2009 um zehn Prozent angehoben. Wie viel die einzelnen Vorstandsmitglieder bekommen, verrät Bankchef Nonnenmacher nicht.

ddp

HSH-Chef Nonnenmacher: Keine Angaben über den Verdienst einzelner Manager

Donnerstag, 15.04.2010   16:09 Uhr

Hamburg - 679 Millionen Euro Verlust hat die HSH Nordbank 2009 gemacht, auch für das laufende Jahr erwartet Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher ein Minus, sagte er am Donnerstag. Dennoch steigen die Bezüge des Vorstands um zehn Prozent. Für 2008 hatte die Bank noch 3,58 Millionen Euro an Gesamtbezügen angegeben, 2009 waren es 3,95 Millionen Euro.

Nonnenmacher lehnte es bei der Vorstellung der Bilanz ab, Auskunft über einzelne Vorstandsmitglieder zu geben - obwohl das Unternehmen sich zur Einhaltung der Corporate-Governance-Regeln verpflichtet hat. Die meisten deutschen Großunternehmen folgen den Regeln und legen die Vorstandsbezüge offen.

Auf Nachfrage sagte Nonnenmacher, die Aktionäre würden über den Aufsichtsrat über die Managerbezüge informiert. Er selbst hatte sich 2009 vertraglich fixierte Bonus- und Altersvorsorgezahlungen von 2,9 Millionen Euro trotz hoher Verluste der Bank gesichert. Das hatte zu großer Empörung geführt, weil die Bank gleichzeitig mit Milliardenbeträgen aus Staatskassen gerettet worden war.

Nach dem Milliarden-Minus 2008 musste die Bank im Frühjahr 2009 von den Eigentümern Hamburg und Schleswig-Holstein mit Milliardenbürgschaften vor dem Untergang bewahrt werden. Ursache der Verluste waren Spekulationen mit faulen Wertpapieren und andere verlustreiche Geschäfte. Gutachter stellten später fest, die Bank sei zu sorglos hohe Risiken eingegangen. Die Bank zahlte den Ländern im vergangenen Jahr 305 Millionen Euro für die Garantien.

Zuletzt hatte die HSH in ihrem Sanierungsplan für 2010 einen Verlust von 700 Millionen Euro vorgesehen. Ab 2011 will die Bank wieder schwarze Zahlen schreiben.

Die Bank rechnet damit, dass Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2013/14 ihren Anteil an der Landesbank von derzeit 85 Prozent auf unter 50 Prozent reduzieren werden. Die Bank hofft, die Gespräche mit der EU, die diesen Schritt fordert, bis zur Jahresmitte abzuschließen.

cte/apn/dpa

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