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Wirtschaft

Herbe Verluste

Lufthansa beendet ein wahrhaft mieses Quartal

Die Lufthansa startet mit herben Verlusten im operativen Geschäft ins neue Geschäftsjahr und verschreckt damit die Anleger. Der Aktienkurs sackte um bis zu fünf Prozent ab.

dapd

Lufthansa-Maschine in Frankfurt: Vorstand verspricht Besserung

Dienstag, 16.04.2019   19:47 Uhr

Teures Kerosin und ein Preiskampf in Europa haben die Lufthansa zum Jahresstart überraschend tief in die roten Zahlen gedrückt. Den vorläufigen Zahlen zufolge musste die Lufthansa im ersten Quartal einen operativen Verlust in Höhe von 336 Millionen Euro hinnehmen, nachdem sie ein Jahr zuvor hier noch 52 Millionen Euro Gewinn erzielt hatte.

Dass es so schlecht lief, lag dem Management zufolge vor allem an einem Anstieg der Treibstoffkosten, der allein mit 202 Millionen Euro zu Buche schlug. Hinzu kam ein Preiskampf unter den Airlines in Europa. Nachdem die Pleite der einst zweitgrößten Fluglinie Air Berlin der Lufthansa Ende 2017 und Anfang 2018 eine Sonderkonjunktur beschert hatte, gingen die Ticketpreise Anfang 2019 wieder spürbar zurück. "Marktweite Überkapazitäten in Europa zu einem hohen Preisdruck geführt", erklärte das Management die Entwicklung. Der Umsatz stieg dennoch um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.

Bei den Netzwerk-Airlines des Konzerns - Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines - gingen die Durchschnittserlöse im ersten Quartal währungsbereinigt um 5,2 Prozent zurück. Bei der Billigtochter Eurowings, die vor allem auf den umkämpften Europastrecken unterwegs ist, belief sich der Rückgang sogar auf 8,5 Prozent.

Anleger reagieren mit Verkäufen

An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an. Nach Handelsstart in Frankfurt sackte der Kurs der Lufthansa-Aktie am Dienstag um gut vier Prozent ab und konnte das Minus dann auf 2,7 Prozent eindämmen. Der operative Quartalsverlust sei noch höher ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten unter den Experten erwartet hätten, schrieb Analyst Michael Kuhn von der französischen Bank Societe Generale.

Geht es nach dem Lufthansa-Vorstand, soll sich die Entwicklung jedoch schon im angelaufenen zweiten Quartal wieder umkehren. "Da sich das Wachstum im europäischen Luftverkehr auch insgesamt reduzieren wird, rechnen wir wieder mit einem Anstieg der Stückerlöse", sagte Svensson. "Dazu trägt auch die weiterhin gute Nachfrage auf Langstreckenflügen insbesondere nach Nordamerika und Asien bei."

Für das laufende Jahr rechnet der Manager daher weiterhin damit, dass die Lufthansa eine bereinigte Ebit-Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent erreicht. Gemessen an dem bisher geplanten Umsatzplus von rund 5 Prozent entspricht dies nach früheren Angaben einem operativen Gewinn von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro.

Damit würde die Lufthansa trotz mehr Flügen und höherer Erlöse eher weniger verdienen als 2018. Da hatte sie ein bereinigtes Ebit von 2,8 Milliarden Euro erreicht und ihren Rekord von knapp drei Milliarden Euro von 2017 um vier Prozent verfehlt. Seine Wachstumspläne hatte der Konzern bereits im März eingedampft und will sein Flugangebot in diesem Jahr nur um gut drei Prozent ausweiten.

mik/dpa-AFX

insgesamt 4 Beiträge
spiegelwatcher 16.04.2019
1. Höhere Treibstoffkosten, höhere Flugsicherungsgebühren
sind eine gute Ausgangsbasis für höhere Ticketpreise und damit für weniger Nachfrage nach Flügen. Was ist daran verkehrt? Feststeht, dass Lufthansa trotz des Verlustes im Gegensatz zu den Billig-Airlines den längeren [...]
sind eine gute Ausgangsbasis für höhere Ticketpreise und damit für weniger Nachfrage nach Flügen. Was ist daran verkehrt? Feststeht, dass Lufthansa trotz des Verlustes im Gegensatz zu den Billig-Airlines den längeren finanziellen Atem hat und Norvegian Air Shuttle, Wizzair und wie sie alle heißen bei steigenden Spritkosten die Ersten sind, die vom Markt verschwinden werden, weil der Anteil der Spritkosten an ihren Gesamtkosten wesentlich höher ist als bei einer Premium-Airline wie LH. Jedenfalls kann ich nicht schlechtes daran finden, wenn die Treibstoffpreise steigen - das sollten sie im Übrigen auch für PKW´s! Nur so ist Klimaschutz möglich. Von selbst hören die Leute nicht auf, SUV zu fahren.
Soordhin 16.04.2019
2.
Wenn der Anteil der Spritkosten bei den anderen höher ist, heißt es nur das ihre sonstigen Kosten sehr viel niedriger sein müssen, was bei echten Low Cost Airlines auch stimmt. Echt in Abgrenzung zu Eurowings, die nur so [...]
Zitat von spiegelwatchersind eine gute Ausgangsbasis für höhere Ticketpreise und damit für weniger Nachfrage nach Flügen. Was ist daran verkehrt? Feststeht, dass Lufthansa trotz des Verlustes im Gegensatz zu den Billig-Airlines den längeren finanziellen Atem hat und Norvegian Air Shuttle, Wizzair und wie sie alle heißen bei steigenden Spritkosten die Ersten sind, die vom Markt verschwinden werden, weil der Anteil der Spritkosten an ihren Gesamtkosten wesentlich höher ist als bei einer Premium-Airline wie LH. Jedenfalls kann ich nicht schlechtes daran finden, wenn die Treibstoffpreise steigen - das sollten sie im Übrigen auch für PKW´s! Nur so ist Klimaschutz möglich. Von selbst hören die Leute nicht auf, SUV zu fahren.
Wenn der Anteil der Spritkosten bei den anderen höher ist, heißt es nur das ihre sonstigen Kosten sehr viel niedriger sein müssen, was bei echten Low Cost Airlines auch stimmt. Echt in Abgrenzung zu Eurowings, die nur so tut als ob sie eine Low Cost Airline wäre. Tatsächlich ist der Anteil der Spritkosten bei Norwegian eher geringer, dafür der Anteil der Kosten durch neue Flugzeuge immens hoch und vor allem durch die Probleme die diese verursachen. Ob es nun die 787 sind die zum Teil seit einem Jahr am Boden stehen weil Rolls Royce die Triebwerke nicht repariert bekommt, oder die 737 MAX die derzeit gegroundet ist. Wizzair auf der anderen Seite steht kostenmäßig sehr viel besser da, und hat den notwendigen Rückhalt der Investoren die mal so eben schlappe 400 Airbusse fest bestellt haben, neben 100 die Wizzair selber schon bestellt hatte. Ganz zu schweigen von Ryanair und Easyjet die selbst in der tiefsten Finanzkrise Gewinne ausweisen konnten.
der_porzer 17.04.2019
3. Paxe
Und die ganzen Ju52 Passagiere fallen nun auch weg, weil die Tante in Rente geschickt wurde......
Und die ganzen Ju52 Passagiere fallen nun auch weg, weil die Tante in Rente geschickt wurde......
The General 17.04.2019
4. Altes Foto
Die Lufthansa hat über 2 Jahren keine Boing 737 mehr in der Flotte, trotzdem verwendet Spiegel Onlineshop immer noch Bilder dieses Typs.
Die Lufthansa hat über 2 Jahren keine Boing 737 mehr in der Flotte, trotzdem verwendet Spiegel Onlineshop immer noch Bilder dieses Typs.

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