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Wirtschaft

Supermarktkette

Metro verschiebt Angebotsfrist für Real

Eigentlich wollte Metro-Chef Olaf Koch die Supermarktkette Real schon längst verkauft haben. Doch nach SPIEGEL-Informationen braucht er mehr Zeit: Der Deal steht auf der Kippe.

Roland Weihrauch/ DPA

Freitag, 18.10.2019   17:48 Uhr

Der Verkauf der Supermarktkette Real verzögert sich erneut. Die zuletzt von Metro-Chef Olaf Koch für den 14. Oktober gesetzte finale Frist für Angebote ließen einige Interessenten verstreichen. Nach SPIEGEL-Informationen hat Koch die Deadline deshalb um zehn Tage auf den 24. Oktober verschoben.

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Spätestens im Juni wollte der Großhändler den Verkauf der Einzelhandelstochter eigentlich besiegeln, über die er mit dem Immobilieninvestor Redos verhandelt. Händler wie Rewe, Edeka und Kaufland sollen dabei den Großteil der 279 Filialen von Real übernehmen. Vor Jahresende wird der Verkauf von Real nun kaum gesichert sein. Denn Metro braucht Wochen, um die Offerten zu prüfen und mit Händlern zu verhandeln, die auf dieselben Standorte bieten. Zudem muss das Kartellamt den Deal noch prüfen.

Der Erzrivale Kaufland, der ursprünglich an rund hundert Läden interessiert war, hat laut Insidern kein Angebot abgegeben. "Es ist ein schwieriger und herausfordernder Prozess", sagte Metro-Chef Koch dem SPIEGEL. Aber Real sei eine der letzten Möglichkeiten, an große Flächen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu kommen.

Lieferanten, allen voran die großen Konsumgüterkonzerne, nutzen die unsichere Lage von Real derzeit aus und bieten der Supermarktkette laut Insidern schlechtere Konditionen bei den Einkaufspreisen. Das drücke empfindlich auf die Marge von Real. Das operative Ergebnis habe im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr auch deshalb einen Dämpfer in zweistelliger Millionenhöhe erlitten.

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kig/mhs

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