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Wirtschaft

Bakterienfund

Weltgrößter Milch-Exporteur entschuldigt sich in China

Der neuseeländische Milchkonzern Fonterra war schon einmal in einen Skandal in China verwickelt. Nun räumte das Unternehmen Bakterienfunde in Molke für Säuglingsmilch ein. Konzernchef Spierings entschuldigte sich persönlich in Peking, Fonterra-Aktien und neuseeländischer Dollar gingen auf Talfahrt.

DPA

Regal mit Milchpulver im chinesischen Hangzhou: Zu 90 Prozent aus Neuseeland

Montag, 05.08.2013   09:44 Uhr

Wellington - Nach dem Rückruf bakterienverseuchter Molke gerät der weltgrößte Exporteur von Milchprodukten in seinem wichtigsten Absatzmarkt China zunehmend unter Druck. Chinesische Importeure riefen Milchprodukte zurück. Konzern-Chef Theo Spierings reiste nach Peking, um sich dort persönlich für den Vorfall zu entschuldigen.

Spierings sagte, das von Coca-Cola Chart zeigen in China verkaufte Milchpulver wie auch das der einheimischen Firma Wahaha seien unbelastet. Insgesamt seien 38 Tonnen kontaminiertes Konzentrat entdeckt worden. Die Untersuchungen dazu hätten im März begonnen und seien im Juli abgeschlossen worden.

Das Unternehmen hatte am Samstag vor der Molke gewarnt, die im Mai 2012 produziert wurde und möglicherweise mit Bakterien verseucht ist, die eine lebensgefährliche Botulismus-Vergiftung auslösen können. Das Produkt wurde unter anderem in Säuglingsmilch und Sportgetränken verwendet. Die Molke wurde nach Angaben von Fonterra nach Australien, China, Malaysia, Saudi-Arabien, Thailand und Vietnam verkauft.

Der Nahrungsmittelkonzern Danone Chart zeigen nahm in Malaysia Säuglingsnahrung aus den Regalen, Vietnam ließ ebenfalls Produkte zurückrufen. Auch in Neuseeland selbst wurde eine Säuglingsmilch vom Markt genommen. Fonterra betonte am Montag, es gebe bislang keine Hinweise, dass jemand erkrankt sei.

In China ist der Rückruf besonders brisant, weil dort viele Eltern nach einem Skandal mit einheimischer verseuchter Babymilch auf Produkte aus dem Ausland setzen: Produzenten in China hatten vor fünf Jahren Melamin unter Milchpulver gemischt. Mindestens sechs Säuglinge starben, fast 300.000 Kleinkinder wurden krank. Fonterra war damals mit 43 Prozent an der Firma Sanlu Dairy beteiligt, die im Zentrum des Skandals stand. Heute wird Milchpulver für Säuglinge in China zu 90 Prozent aus Neuseeland importiert.

Fonterra-Aktie bricht ein

Die Fonterra-Aktien brachen am Montag zeitweilig um fast zehn Prozent ein, ein Verlust von umgerechnet fast 600 Millionen Euro. Der neuseeländische Dollar fiel auf ein Ein-Jahres-Tief zur US-Währung.

Neuseelands Ministerpräsident John Key verlangte Auskunft darüber, warum das Unternehmen erst am Wochenende die bakterielle Kontamination von im Mai 2012 hergestellten Produkten eingeräumt habe. Fonterra sei das Flaggschiff-Unternehmen Neuseelands, und die Enthüllung "erschüttere das Vertrauen der Verbraucher bis ins Mark", sagte er. "Wir werden den Informationsfluss untersuchen, und welche Schritte Fonterra unternommen hat."

Fonterra ist eine Bauernkooperative mit 17.300 Mitarbeitern. Sie produziert 16 Milliarden Liter Milch im Jahr. Der Umsatz liegt bei 19,8 Milliarden neuseeländischen Dollar (etwa 11,6 Milliarden Euro). Es ist der zweite bekannte Vorfall in diesem Jahr. Im Januar hatte Fonterra erklärt, in einigen Produkten sei die potentiell giftige Chemikalie Dicyandiamid gefunden worden.

dab/dpa/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
sydney2012 05.08.2013
1. Gewin ueber alles, auch Gesundheit
Dass ist nun wirklich nichts neues. weltweit wird der Gewinn ueber die Gesundheit der Allgemeinheit gestellt. Dass die jetzt "wieder" erwischt wurden liegt nur darn dass der China Markt zuviel GEWINN-verlust fuer die [...]
Dass ist nun wirklich nichts neues. weltweit wird der Gewinn ueber die Gesundheit der Allgemeinheit gestellt. Dass die jetzt "wieder" erwischt wurden liegt nur darn dass der China Markt zuviel GEWINN-verlust fuer die Firma bedeuten wuerde und leute entlassen werden muesste. weder die Inhaber, noch die GL kuemmert sich einen Dreck um die Babies/Kinder welch auf diese Produkte angewiesen sind. Alles Vampire auf Geldgier getrimmt. wird es Schuldige geben welche zur rechenschaft gezogen werden??? KAUM. ehr NICHT. die NZ regierung wird auch den MUND HALTEN. alles papenheimer. keiner hat richtig lust auf druck. etwas geld geschmiert fuer die regierung, dann ist alles im lot. kein problem. soweit in korruption ist west von ost nicht entfernt. und ich lebe jetzt seit ueber 25 jahren in suedostasien.
zensorsliebling 05.08.2013
2. Wertschöpfungsbeispiel...
Milchprodukte einer neuseeländischen Genossenschaft für den chinesischen Markt. Sind deutsche Bauern zu träge oder zu blöd ähnliche Geschäfte einzufädeln. Wahrscheinlich ruhen die sich lieber auf ihrer Milchquote aus und [...]
Milchprodukte einer neuseeländischen Genossenschaft für den chinesischen Markt. Sind deutsche Bauern zu träge oder zu blöd ähnliche Geschäfte einzufädeln. Wahrscheinlich ruhen die sich lieber auf ihrer Milchquote aus und schicken die Berufsjammerer vor um über die schlechten Endverkaufspreise zu lamentieren. Fakt ist doch aber, dass deutsche Bauern seit Jahrzehnten immer mehr Wertschöpfung und damit Flexibilität aus der Hand gegeben haben. Lieber haben Sie auf Massenproduktion zum Schaden von Tier und Umwelt gesetzt. Lieber König vom Kornfeld in klimatisierter Traktorkabine als "Mister" im Kuhstall. Jetzt stehen sie mit dem Hintern an der Wand, weil die großen industriellen Aufkäufer das Marktmonopol der Wertschöpfungskette halten.
limubei 05.08.2013
3. das heizt die Stimmung weiter an
In China wird ehin ständig Hyperventiliert seit dem letzten Milchskandal. An der Hong Kong Grenze ist es bei hoher Geldstrafe sowie sogar Gefängnisstrafe verboten pro Person mehr als 2 Dosen Milchpulver über die Grenze nach [...]
In China wird ehin ständig Hyperventiliert seit dem letzten Milchskandal. An der Hong Kong Grenze ist es bei hoher Geldstrafe sowie sogar Gefängnisstrafe verboten pro Person mehr als 2 Dosen Milchpulver über die Grenze nach China zu bringen. Delikat ist auch der Fakt, dass die Produktionscharge aus 2012 stammt also über ein Jahr alt ist. Das Zeug dürfte schon weitestgehend verbraucht sein. Ein Kotau in Peking sagt viel aus! Gleich vor Ort in Peking festnehmen und zu angemessenen chinesischen Strafen veurteilen. Der Typ käme nie wieder raus.
f.geldmacher 05.08.2013
4. ?
Was macht MOLKE in Säuglingsnahrung, das haben früher nur die Schweine bekommen. Und da wurde ohne Grund nichts weggeschmissen,ein Baby ist doch kein Müllschlucker !
Was macht MOLKE in Säuglingsnahrung, das haben früher nur die Schweine bekommen. Und da wurde ohne Grund nichts weggeschmissen,ein Baby ist doch kein Müllschlucker !
7eggert 05.08.2013
5.
Molke ist, auch wenn sie bei anderen Prozessen abfällt, doch kein Abfall in dem Sinne. Genausowernig ist, wenn Sie zwei Eigelb in den Kuchen geben, das Eiweiß Abfall, was man bestenfalls noch den Schweinen geben kann. Sie [...]
Zitat von f.geldmacherWas macht MOLKE in Säuglingsnahrung, das haben früher nur die Schweine bekommen. Und da wurde ohne Grund nichts weggeschmissen,ein Baby ist doch kein Müllschlucker !
Molke ist, auch wenn sie bei anderen Prozessen abfällt, doch kein Abfall in dem Sinne. Genausowernig ist, wenn Sie zwei Eigelb in den Kuchen geben, das Eiweiß Abfall, was man bestenfalls noch den Schweinen geben kann. Sie werden sich jedenfalls nicht davor scheuen, dieses Eiweiß auch für den anderen Teil vom Kuchen zu verwenden, statt dafür neue Eier zu nehmen (und deren Eigelb als Abfall wegzuwerfen). Gerade Kinder sind am besten in der Lage, Milchzucker zu verdauen. Nur übertreiben sollte man's nicht, und es ist wichtig, daß auch draufsteht, was drin ist. BTW: Alles ber Molke (http://www.natural-bodybuilding.de/alles-ueber-molke.html) (um nur mal einen Link zufällig herauszugreifen)

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