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Wirtschaft

Rekord

364.000 Minijobber arbeiten in privaten Haushalten

Die Zahl der angemeldeten Minijobs in Privathaushalten ist erneut gestiegen. Fast alle sind Putztätigkeiten.

Christin Klose/ TMN

Fensterputzen (Symbolbild)

Montag, 28.01.2019   09:55 Uhr

Immer mehr Menschen arbeiten einem Zeitungsbericht zufolge auf Minijob-Basis legal in deutschen Privathaushalten. Im vergangenen Jahr seien 364.151 Minijobs angemeldet gewesen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Minijob-Zentrale. Das sei eine Verdopplung im Vergleich zu 2008 und ein neuer Rekord. 2017 waren es noch 360.486 Minijobs.

Knapp 53.000 Minijobber haben dem Bericht zufolge mehr als ein Beschäftigungsverhältnis, so dass es aktuell 310.680 Minijobber in Haushalten gebe. Mehr als 90 Prozent der angemeldeten Jobs seien Putztätigkeiten.

"Es ist wünschenswert, dass die Anmeldezahlen weiter steigen, weil dadurch die Schwarzarbeit eingedämmt und der Haushaltsjob legalisiert wird", sagte Heinz-Günter Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, zu deren Verbund die Minijob-Zentrale gehört.

Die Anmeldung von Dienstleistungen im Haushalt bringe Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sagte Held: "Sie sichert Minijobber gegen Unfälle ab und der Arbeitgeber profitiert von Steuervorteilen." Bei der Bezahlung von Minijobbern gilt der gesetzliche Mindestlohn von derzeit mindestens 9,19 Euro pro Stunde.

Doch Minijobs sind auch umstritten - denn einige der Minijobber arbeiten auf Abruf, andere benötigen das Geld als Zuverdienst zu einem nicht ausreichend bezahlten Hauptberuf.

kko/dpa-afxp

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Gesetzliche Mindest-Stundenlöhne in der EU

Land Mindestlohn in Euro/Std. zuletzt geändert seit 2013
Luxemburg 11,10 10.2013 +0,8%
Frankreich 9,53 01.2014 +0,2%
Niederlande 9,11 01.2014 -1,4%
Belgien 9,10 12.2012 -1,1%
Irland 8,65 07.2011 -0,5%
Deutschland 8,50
beschlossen

(ab

01.2015)
Großbritannien 7,43 10.2013 -0,7%
Slowenien 4,56 01.2014 -1,1%
Malta 4,15 01.2014 +0,8%
Spanien 3,91 01.2013 +1,4%
Griechenland 3,35 03.2012 +0,9%
Portugal 2,92 01.2011 -0,3%
Polen 2,31 01.2014 +4,0%
Kroatien 2,30 01.2014 +4,9%
Estland 2,13 01.2014 +9,3%
Slowakei 2,02 01.2014 +2,7%
Ungarn 1,97 01.2014 +1,8%
Tschechien 1,95 08.2013 +3,8%
Lettland 1,93 01.2014 +12,9%
Litauen 1,76 01.2013 -1,0%
Rumänien 1,14 01.2014 +17,4%
Bulgarien 1,04 01.2014 +8,8%

Quelle: WSI; Stand: 1.1.2014

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