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Wirtschaft

Libyen, Venezuela, Opec

Ölpreis steigt auf höchsten Stand seit fünf Monaten

So teuer war Rohöl zuletzt im November: Krisen und Konflikte sorgen für einen Preisanstieg der Sorte Brent.

REUTERS

Pipelines am Ölhafen von Ras Lanuf in Libyen

Montag, 08.04.2019   11:14 Uhr

Kurz vor Ende des vergangenen Jahres schien der Ölpreis noch ungebremst zu fallen. Kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen Anfang Oktober noch 86 Dollar, waren es am Heiligabend nur noch 50 Dollar. Doch seitdem hat sich Rohöl wieder stark verteuert. Am Montag erreichte der Preis für ein Barrel Brent mit 70,60 Cent so viel wie zuletzt Anfang November 2018. Im Vergleich zum Freitag ist das eine Steigerung um ein halbes Prozent.

Für den jüngsten Preisanstieg machten Akteure an den Ölmärkten unter anderem die akute Krise in Libyen verantwortlich. Diese droht zu eskalieren und sich zu einem erneuten Bürgerkrieg auszuweiten. In dem ölreichen Land, das auch der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) angehört, marschieren Truppen des Generals Chalifa Haftar auf die Hauptstadt Tripolis zu. Anhänger der international anerkannten Regierung haben inzwischen eine Gegenoffensive angekündigt.

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Die Krise in Libyen ist jedoch nur einer von mehreren Faktoren, die das Ölangebot verknappen beziehungsweise verknappen könnten. Auch die Wirtschaftskrise in Venezuela und die Sanktionen der USA gegen Iran sowie die Strategie des Ölkartells Opec, die Förderung zu bremsen, tragen dazu bei.

Zudem entwickelt sich der Arbeitsmarkt in den USA besser als erwartet - was die Nachfrage nach Öl und Ölprodukten dort stärker steigen lassen könnte. Auch das trägt zur Verteuerung des Rohstoffs bei.

fdi/dpa

insgesamt 5 Beiträge
ambulans 08.04.2019
1. also,
der montagspreis für ein barrel "brent" liegt garantiert nicht bei "70,60 US-cent" - son schnäppchen hätten wir ja gern, aber ...?
der montagspreis für ein barrel "brent" liegt garantiert nicht bei "70,60 US-cent" - son schnäppchen hätten wir ja gern, aber ...?
ewiggestrigerstammtisch 08.04.2019
2. Man könnte auch einfach sagen
dass Ostern vor der Tür steht. Das wäre ehrlicher.
dass Ostern vor der Tür steht. Das wäre ehrlicher.
JackGerald 08.04.2019
3. Ach, tatsächlich?
Dafür habe ich vor 2 Tagen aber relativ günstig getankt. Hat wohl doch eher etwas mit Ostern zu tun.
Dafür habe ich vor 2 Tagen aber relativ günstig getankt. Hat wohl doch eher etwas mit Ostern zu tun.
sinwist 08.04.2019
4. Alles Blödsinn
die Gründe sind durchsichtig und austauschbar - der wirkliche Grund ist die Spekulation interessierter Kreise, welche die Preise so manipulieren, wie sie wollen. That‘s it!
die Gründe sind durchsichtig und austauschbar - der wirkliche Grund ist die Spekulation interessierter Kreise, welche die Preise so manipulieren, wie sie wollen. That‘s it!
steinhai 08.04.2019
5. Lybien ist nur ein kleiner Grund.
Der größte Grund ist immer noch Iran. Seit den neuen, Einseitigen Sanktionen Trumps gegen Iran hat sich die Lage verschlimmert. Iran hat die drittgrößten Öl Reserven der Welt und die größten Gasreserven Weltweit. Die USA [...]
Der größte Grund ist immer noch Iran. Seit den neuen, Einseitigen Sanktionen Trumps gegen Iran hat sich die Lage verschlimmert. Iran hat die drittgrößten Öl Reserven der Welt und die größten Gasreserven Weltweit. Die USA haben durch ihre Sanktionen diesen wichtigen Markt fast abgeschnitten. Das hat die meisten Auswirkungen. Ausserdem wird der Preis eh künstlich beschlossen. Die USA hatten eigentlich kein Interesse dem Iran zu schaden. Sie wollten durch kurzfristig, künstliche Ölpreise erreichen das Iran vom Markt verschwindet und Amerika selbst sein Öl vermarktet. Das Öl der USA ist eigentlich völlig unrentable. Nur durch solche Maßnahmen wird die ölförderung in den USA lohnen. Die Iranische Kundschaft wird ebenso von den USA unter Druck gesetzt um das eigene Öl verkaufen zu können. Kurzfristige Umbrüche in kleineren ölförderungsländern wie Lybien haben kaum Auswirkung auf den Preis. Die OPEC kann die Menge dennoch drosseln oder erhöhen, je nach Bedarf. Die Politik der USA ist der Hauptverantwortliche bei den Preisänderungen. Aber dauerhaft ist Iran eben doch nicht ersetzbar. Das wird man früher oder später noch schmerzlich erkennen.

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