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Wirtschaft

Untreueverdacht

Großrazzia bei Porsche - Ermittler durchsuchen Büros

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart geht gegen hochrangige Porsche-Mitarbeiter vor. Nach SPIEGEL-Informationen geht es darum, ob dem früheren Betriebsratschef Uwe Hück unverhältnismäßig hohe Vergütungen gezahlt wurden. Als Beschuldigter wird er nicht geführt.

Sven Simon/ imago images

Porsche-Zentrale in Stuttgart-Zuffenhausen

Von und
Dienstag, 28.05.2019   14:29 Uhr

Ermittler der Stuttgarter Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg haben Büroräume des Autokonzerns Porsche in Stuttgart und Weissach durchsucht. Die Behörden verdächtigen nach SPIEGEL-Informationen sechs Mitarbeiter, darunter mehrere hochrangige Führungskräfte, der Untreue. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Razzia.

Die Anklagebehörde hat den Verdacht, dass einem ehemaligen Betriebsratsmitglied von Porsche unverhältnismäßig hohe und damit nicht gerechtfertigte Vergütungen gezahlt worden sind. Die sechs Beschuldigten könnten sich dadurch unter anderem der Untreue zu Lasten des Unternehmens strafbar gemacht haben.

Bei dem Ex-Betriebsrat handelt es sich nach Informationen des SPIEGEL um den früheren Betriebsratschef Uwe Hück. Er selbst wird nicht beschuldigt. Für eine Stellungnahme war Hück zunächst nicht zu erreichen. Hück hatte Porsche Anfang Februar nach mehr als drei Jahrzehnten verlassen. Er hatte angekündigt, sich künftig politisch engagieren zu wollen und für die SPD für den Stadtrat in Pforzheim zu kandidieren.

Geheime Infos verraten?

Nach den bisherigen Ermittlungen soll zudem ein Beamter des Konzernprüfungsamtes Stuttgart während einer laufenden Betriebsprüfung der Porsche AG Chart zeigen geheimhaltungsbedürftige Informationen an einen Berater der Porsche AG verraten und im Gegenzug Vorteile angenommen haben. Auch der Beamte wird als Beschuldigter geführt.

Die Porsche AG hat die Durchsuchung inzwischen bestätigt. Unterlagen seien "gesichtet und gesichert" worden, teilte ein Sprecher mit. Zu weiteren Details wollte sich das Unternehmen mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht äußern.

Bei den Durchsuchungen waren nach SPIEGEL-Informationen zehn Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Stuttgart sowie insgesamt 176 Kräfte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, der Polizeipräsidien Stuttgart, Aalen, Karlsruhe und Ludwigsburg sowie der Steuerfahndung im Einsatz.

Im Video: Politik statt Porsche - Wie Uwe Hück die SPD retten will

Foto: SPIEGEL TV
insgesamt 14 Beiträge
hauabb 28.05.2019
1. Schon Alexis Carrel hatte Recht:
"Die größten Verbrecher sitzen nicht in den Gefängnissen. Sie gehören einer höheren Gesellschaftsschicht an."
"Die größten Verbrecher sitzen nicht in den Gefängnissen. Sie gehören einer höheren Gesellschaftsschicht an."
Micalovic 28.05.2019
2. Wenn es hier mal keinen Zusammenhang gibt...
... mit dem überraschenden Rücktritt vom Porsche Betriebsrat Uwe Hück vom Februar gibt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
... mit dem überraschenden Rücktritt vom Porsche Betriebsrat Uwe Hück vom Februar gibt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
delanny_3 28.05.2019
3. Autoindustrie
Ist keine Überraschung in diesem Gewerbe. Man sollte noch tiefer "graben".
Ist keine Überraschung in diesem Gewerbe. Man sollte noch tiefer "graben".
trevorcolby 28.05.2019
4.
Immer das gleiche! Als Strafe wahrscheinlich ein Kuschel-Therapie-Urlaub. "Herr Richter, ich musste das alles annehmen, das wäre sonst aufgefallen!"
Immer das gleiche! Als Strafe wahrscheinlich ein Kuschel-Therapie-Urlaub. "Herr Richter, ich musste das alles annehmen, das wäre sonst aufgefallen!"
tomdabassman 28.05.2019
5. @2 Micalovic
Sie meinen den Uwe Hück, der anschließend für die SPD in Pforzheim antrat und dort als selbsternannter Messias die kommende Rettung der hochverschuldeten Stadt verkündete? Hat leider nicht geklappt, da die SPD auch in [...]
Sie meinen den Uwe Hück, der anschließend für die SPD in Pforzheim antrat und dort als selbsternannter Messias die kommende Rettung der hochverschuldeten Stadt verkündete? Hat leider nicht geklappt, da die SPD auch in Pforzheim massiv abgestraft wurde. Obwohl er doch immer so 'nahe bei den Menschen' ist ;-)

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