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Wirtschaft

Kosten für Briefe und Postkarten

Netzagentur genehmigt Portoerhöhung

Wer ab Juli einen Brief schreiben möchte, muss zehn Cent mehr für die Beförderung durch die Deutsche Post ausgeben. Das erlaubte jetzt die Bundesnetzagentur - allerdings nur vorläufig.

DPA

Für einen Standardbrief werden ab Juli 80 Cent fällig

Mittwoch, 19.06.2019   12:05 Uhr

Ab Juli kosten Standardbriefe bei der Deutschen Post 80 Cent. Diese Portoerhöhung hat die Bundesnetzagentur nun offiziell genehmigt. Auch bei anderen Postdienstleistungen steigen die Preise.

Die Genehmigung für die Portoerhöhung sei vorläufig erfolgt, da ein Interessenverband der Paketdienstleister die Beiladung zum Verfahren beantragt habe, teilte die Bundesnetzagentur mit. Die Portoerhöhung könne deshalb erst dann endgültig erfolgen, wenn der Verband angehört und seine Argumente berücksichtigt worden seien. Die neuen Preise gelten bis zur endgültigen Genehmigung, längstens aber bis Ende 2021.

Die neuen Briefmarken seien ab dem 1. Juli in den Filialen oder online erhältlich, teilte die Post mit. Für Marken mit dem alten Porto, die bis zum 30. Juni nicht aufgebraucht sind, könnten schon jetzt Ergänzungsmarken gekauft werden.

Erhöhung umstritten

Die Erhöhung ist umstritten - ursprünglich sollte das Porto insgesamt nicht so stark steigen. Die Deutsche Post konnte aber erreichen, dass die Bundesnetzagentur den Spielraum für die Erhöhungen ausweiten musste.

Gegen die Portoerhöhung hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beim Bundeskartellamt Beschwerde eingelegt. Die Post gefährde mit ihren Portoerhöhungen auch für Büchersendungen die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelgroßen Buchhandlungen und Verlage. Die Post verweist darauf, dass es sich um die erste Portoerhöhung seit drei Jahren handele.

brt/Reuters/dpa

insgesamt 5 Beiträge
tuvalu2004 19.06.2019
1. Unverschämtheit
Die Post möchte gerne Büchersendungen und Warensendungen abschaffen. Dazu hat sie nicht nur das Porto erhöht (übrigens das letzte mal 2018), nein sie hat Bücher- und Warensendungen quasi verunmöglicht indem sie Maße von 15 [...]
Die Post möchte gerne Büchersendungen und Warensendungen abschaffen. Dazu hat sie nicht nur das Porto erhöht (übrigens das letzte mal 2018), nein sie hat Bücher- und Warensendungen quasi verunmöglicht indem sie Maße von 15 auf 5 cm Dicke reduziert hat. Damit kann man nur noch dünne, einzelne Bücher verschicken. Da das aber nicht mehr in dem Maße genutzt wird wie vorher, wird die Post diesen Dienst irgendwann wegen Geringnutzung einstellen. Grundsätzlich will die Post, dass solche Sendungen per DHL verschickt werden. Bei Auslandssendungen (Buch international) hat sie das bereits gemacht, das gibt es nicht mehr. Der Versand ist nur noch mit Paketdienste möglich oder - illegaler Weise - per Großbrief und sehr teuer. Der Umsatz mit Büchern für das Ausland ist für Klein- bis mittlere Unternehmen quasi tot. Und nun etwas zum Zungeschnalzen: *** größere Unternehmen und Behörden sind von der Portoerhöhung für Briefe zunächst (bis zum Jahresende) nicht betroffen. *** Die Post überlegt gerade, wie sie die Rabatte für größere Unternehmen und Behörden gestalten kann, damit die Portoerhöhung für die abgefangen werden kann. Also zahlt diese Portoerhöhung nur das gemeine Volk und mittlere bis kleine Unternehmen - und im Fall Bücher- und Warensendung Kleinstunternehmen z.B. auf Verkaufsportalen wie Booklooker oder Ebay etc.. Damit soll DHL quer subventioniert werden, weil durch das gestiegene Versandvolumen Probleme in der Finanzierung auftauchen, besonders auch wenn Zustellkräfte regulär, sprich menschenwürdig, bezahlt würden. Und um das verdeckt zu machen, sollen Millionen Kleinstunternehmen existensgefährdend mit Portoerhöhungen belaßtet werden, nicht etwa die großen Onlinevertriebe wie Amazon. Die bekommen großzügige Rabatt inkl. Prioritätstransport. Eine Büchersendung z.B. verteuert sich - wenn über 5 cm Höhe - von 1.20€ (Büchersendung) auf 3.79€ (billigstes Päckchen, max 10 cm Höhe) um über 200%. Tracking ist da noch gar nicht drin.
HaMü 19.06.2019
2. Immer schlechterer Service zu immer höheren Preisen
Ersatzlose Schliessung der ständig überfüllten Postfiliale im flächengrössten und einwohnerreichsten Stadtteil der Landeshauptstadt Potsdam, internationaler Waren-Versand für Privat quasi abgeschafft, Zustellung nur noch an [...]
Ersatzlose Schliessung der ständig überfüllten Postfiliale im flächengrössten und einwohnerreichsten Stadtteil der Landeshauptstadt Potsdam, internationaler Waren-Versand für Privat quasi abgeschafft, Zustellung nur noch an 5 Tagen die Woche, Markenschredderautomaten in den Sortieranlagen der Briefzentren, stetig steigende Verlustrate bei Einschreiben und neuerdings sogar bei Normalbriefen, Veräppelung von Kunden (Stichwort Nachforschungsauftrag)...
guest40233-98101 19.06.2019
3. unverschämt? nein, dringend notwendig
@1 Büchersendungen würden bislang ungerechtfertigt subventioniert, gut dass das mal geändert wird ein Versandstück, das 15cm hoch ist ist kein Brief, das ist ein Paket und sollte auch so verschickt werden selbst die 5cm [...]
@1 Büchersendungen würden bislang ungerechtfertigt subventioniert, gut dass das mal geändert wird ein Versandstück, das 15cm hoch ist ist kein Brief, das ist ein Paket und sollte auch so verschickt werden selbst die 5cm Grenze ist sehr üppig, das passt doch in keinen Briefkasten jetzt müssen nur noch die Einkommen der Zusteller angepasst werden, damit da auch wieder Menschen mit Qualitätsverständnis arbeite
badsachsa37441 19.06.2019
4. nun wird also wieder das Porto erhöht
nachdem die DHL ihre Pakete nur noch durch überwiegend Sub-Unternehmer ausliefern lässt und diese Unternehmer minderwertig bezahlt muss also wieder der Kunde bluten. Ich habe das bei DHL-Express mal 6 Monate mitgemacht bei einem [...]
nachdem die DHL ihre Pakete nur noch durch überwiegend Sub-Unternehmer ausliefern lässt und diese Unternehmer minderwertig bezahlt muss also wieder der Kunde bluten. Ich habe das bei DHL-Express mal 6 Monate mitgemacht bei einem Subunternehmen. Teilweise 100 Pakete am Tag bei 10-14 Stunden ohne Pause. Eine Überstundenbezahlung gab es nicht. Teilweise 6 Tage die Woche. Das ich eine Verlängerung meines Vertrags abgelehnt habe dürfte hier sicherlich jeder verstehen. ich hoffe diesmal wird mein Beitrag veröffentlicht obwohl der andere genauso neutral geschrieben wurde
Wolfilein 19.06.2019
5.
Unfähiges Logistik-Management möchte man sagen. Ich wollte am Montag Briefmarken kaufen und habe gleich nach den Neuen für Briefe verlangt. Antwort des freundlichen Herrn. Haben wir leider nicht, die werden wohl erst ab 1. Juli [...]
Unfähiges Logistik-Management möchte man sagen. Ich wollte am Montag Briefmarken kaufen und habe gleich nach den Neuen für Briefe verlangt. Antwort des freundlichen Herrn. Haben wir leider nicht, die werden wohl erst ab 1. Juli verfügbar sein. Jetzt kann ich die Altbestände wieder nur mit kleinwertigen Zusatzbriefmarken verwenden welche in der Herstellung und im Vertrieb mehr kosten als den Verkaufspreis. Ein Blick ins Ausland, z.B. nach Schwenden, zeigt wie man es sinnvoller machen kann. Dort kauft man Briefmaken für Inlandsbrief oder Auslandsbrief (steht so drauf) zum jeweils gültigen Preis. Da werden nicht umständlich noch centbeträge mit Zusatzmarken erhoben. Un wenn sich jemand jetzt 3 Bogen kauft und für 10 Jahre einlagert dann dürfte das die rare Ausnahme sein.

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