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Wirtschaft

Sono Motors sammelt Kapital ein

Münchner Start-up will Autoherstellern Konkurrenz machen

Mit einem ungewöhnlichen Elektroauto will das Münchner Start-up Sono Motors die etablierten Hersteller herausfordern und sammelt dafür jetzt Kapital ein. Doch die Hürden bis zum Marktstart sind hoch.

Sono Motors

Sion von Sono Motors (Illustration)

Von
Donnerstag, 18.10.2018   08:36 Uhr

Ein Auto ohne Lackierung, mit Moos im Armaturenbrett und zusammengebaut aus möglichst vielen Teilen, die schon für andere Hersteller produziert werden - das klingt nicht nach dem Traum deutscher PS-Fetischisten.

Laurin Hahn, Mitgründer von Sono Motors, und seine Kollegen glauben aber, dass sich die Träume deutscher Autofahrer gerade ändern. Sie würden Autos nicht mehr als Statussymbol sehen, sondern als eine Möglichkeit von vielen, möglichst günstig und umweltfreundlich von A nach B zu kommen.

Deshalb haben die mittlerweile 70 Mitarbeiter des Münchner Start-ups in den vergangenen drei Jahren ein Elektroauto gebastelt, das mit Solarzellen, anstatt mit Lack überzogen ist und die Feinstaubbelastung per Moosfilter reduziert. Der Solarstrom soll für etwa 30 Kilometer am Tag reichen, die Batterie für 250 Kilometer. Sono arbeitet außerdem an einem Carsharing-Konzept, das von Anfang an in das Fahrzeug integriert sein soll.

Sono will frisches Geld einsammeln

Ob das alles gelingt ist offen. In der Branche werden die Chancen des Außenseiters eher skeptisch beurteilt. Bislang haben die Gründer Sono Motors vor allem auf drei Wegen finanziert: Mit eigenem Geld, durch Crowdfunding und über Anzahlungen, die etwa 8000 Kaufinteressenten bereits geleistet haben.

Um den Prototyp des Sion - so heißt das Elektro-Solar-Auto - zur Serienreife weiterzuentwickeln will Sono Motors deshalb nun einen zweistelligen Millionenbetrag einsammeln. Das Geld soll zum einen aus dem Kreis der bisherigen Investoren und über eine weitere Crowdinvesting-Kampagne kommen.

Zum anderen will Sono nun aber an größeres Geld: Über einen Spezialfonds, den der bayerische Vermögensverwalter CAV auflegt, sollen bis zu 15 Millionen Euro eingesammelt werden, vor allem bei vermögenden Privatpersonen, Profiinvestoren und Familienunternehmen. Wenn die Kapitalerhöhung gelingt, würde Sono Motors mit mehr als 100 Millionen Euro bewertet.

Fertigung durch Auftragsproduzenten

Schon Ende 2019 will Sono Motors den Sion in Serie produzieren und auf die Straße bringen. Es wäre eine kleine Sensation, wenn dies ausgerechnet einem kleinen deutschen Start-up gelänge. Schließlich tut sich selbst der amerikanische E-Auto-Pionier Tesla schwer, Fahrzeuge nicht nur zu entwickeln, sondern auch in Serie zu produzieren. Sono Motors will allerdings keine eigene Fertigung aufbauen, sondern hat offenbar eine Art Vorvereinbarung mit einem Auftragsproduzenten. Den Namen halten die Münchner noch geheim.

Um tatsächlich in die Massenfertigung einzusteigen, dürfte Sono Motors Ende nächsten Jahres eine weitere Finanzierungsrunde benötigen, wenn die Münchner bis dahin die Zulassung für den Sion erhalten haben.

Die Konkurrenz für das Münchner Start-up wird von 2020 an auch in Deutschland groß sein. Bis dahin will beispielsweise VW sein erstes reines E-Auto, den Neo, auf den Markt bringen. Bis 2022 will VW rund 35 Milliarden in die E-Mobilität stecken. Im Vorteil sehen sich die Gründer von Sono Motors beim Preis: Der Sion soll mit Batterie nur 20.000 Euro kosten, etwa 10.000 Euro mehr dürfte VW für den Neo verlangen. Je mehr Anbieter mit ihren E-Autos an den Markt kommen, desto stärker dürften jedoch auch die Preise unter Druck kommen.

insgesamt 36 Beiträge
xaron 18.10.2018
1.
So schön es auch ist, so unglaublich unrealistisch ist die Angabe, dass die Solarzellen für 30km mehr Reichweite sorgen werden. Ich denke, 3km sind realistischer.
So schön es auch ist, so unglaublich unrealistisch ist die Angabe, dass die Solarzellen für 30km mehr Reichweite sorgen werden. Ich denke, 3km sind realistischer.
intercooler61 18.10.2018
2. Krautfunding
Wer meint, dass er sein Geld irgendwann wiedersieht oder damit wenigstens etwas für die Umwelt bewirkt, darf gerne investieren. Für beides müsste das Gefährt in sechsstelliger Zahl 1. produziert und 2. abgesetzt werden. Aber [...]
Wer meint, dass er sein Geld irgendwann wiedersieht oder damit wenigstens etwas für die Umwelt bewirkt, darf gerne investieren. Für beides müsste das Gefährt in sechsstelliger Zahl 1. produziert und 2. abgesetzt werden. Aber ich will ja nichts miesmachen ...
GaliX622 18.10.2018
3.
"Es wäre eine kleine Sensation, wenn dies ausgerechnet einem kleinen deutschen Start-up gelänge. Schließlich tut sich selbst der amerikanische E-Auto-Pionier Tesla schwer, Fahrzeuge nicht nur zu entwickeln, sondern auch in [...]
"Es wäre eine kleine Sensation, wenn dies ausgerechnet einem kleinen deutschen Start-up gelänge. Schließlich tut sich selbst der amerikanische E-Auto-Pionier Tesla schwer, Fahrzeuge nicht nur zu entwickeln, sondern auch in Serie zu produzieren. " Was soll dieser komplette Schwachsinn aussagen? Vlt. sollte man nicht Äpfel mit Steak vergleichen.... Abermals das typische Tesla bashing. Ich erinnere nur daran wie oft der Spiegel schon geschrieben hat, dass Tesla in den nächsten 3 Monaten sicher Pleite geht und sowieso nichts auf die Reihe bekommt. Dieses mal aber wirklich.
p.j.senkendeckel 18.10.2018
4. Und nun?
Es ist erst kurz nach 10:00 und wir wissen schon, zweifach erklärt, dass es nicht funktionieren wird. Und nun?
Es ist erst kurz nach 10:00 und wir wissen schon, zweifach erklärt, dass es nicht funktionieren wird. Und nun?
Ceebiscuit 18.10.2018
5. Vorsicht ist besser als Nachsicht
Hinterher wird jeder von Anfang an gewusst haben, das das nur ein Betrug sein konnte...also sag ichs jetzt mal direkt: Obwohl unsere Autobauer einen mehr als gesunden Schlaf bei der E-Mobilität an den Tag legen, glaube ich [...]
Hinterher wird jeder von Anfang an gewusst haben, das das nur ein Betrug sein konnte...also sag ichs jetzt mal direkt: Obwohl unsere Autobauer einen mehr als gesunden Schlaf bei der E-Mobilität an den Tag legen, glaube ich deshalb trotzdem nicht, das eine Mini- Startup Klitsche das direkt für 10.000 € weniger und dabei in allen belangen besser machen kann als VW. Das ist einfach Unfug. Man muss wirklich nicht viel über die Autobranche wissen um das abschätzen zu können. Vorallem, wer will in so eine Seifenkiste einsteigen? Sonst wären ja die berüchtigten Moped- Autos auch schon allessamt seit Jahren Verkaufsschlager

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