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Wirtschaft

Krise beim Fast-Food-Weltmarktführer

Warum Subway so viele Filialen schließt

Keine Fast-Food-Kette hat weltweit mehr Läden als Subway. Doch die Zentrale überzieht die eigenen Restaurants mit juristischen Verfahren. Ein Auslöser der Krise ist ausgerechnet Amerikas beliebtestes Sandwich.

picture alliance / dpa
Samstag, 11.05.2019   17:50 Uhr

Die Fast-Food-Kette Subway hat eine rasante Expansion hinter sich: 2007 lag die Zahl der Filialen in den USA noch bei 21.000, acht Jahre später hingegen waren es mehr als 27.000. Zum Vergleich: Die Konkurrenten McDonald's und Starbucks - auf dem US-Markt immerhin die Nummer zwei und drei nach Restaurantzahl - kommen jeweils gerade einmal auf rund 14.000. Und auch weltweit ist Subway mit mehr als 40.000 Läden klar die Nummer eins.

Doch die Entwicklung ist gekippt, Subway schließt nun in immer schnellerer Taktung Standorte: Im Jahr 2016 ging es mit 359 Läden weniger los. 2017 lag die Zahl der Schließungen bei 83, 2018 waren es sogar 1107. Offiziell in seinen Planungen angekündigt hingegen hatte der Konzern nur die Streichung von halb so vielen Schnellrestaurants.

Die Gründe für die Schwierigkeiten der Sandwich-Kette sind eng verbunden mit dem vorhergehenden Aufstieg von Subway. Der Boom begann mit der Finanzkrise ab 2007, die die USA in eine schwere Rezession stürzte. Subway positionierte sich damals mit günstigen - und leidlich gesund anmutenden - Angeboten.

Besonders beliebt: Das Angebot für ein fast 30 Zentimeter langes Riesensandwich für gerade einmal fünf Dollar. Der Slogan "Five Dollar Footlong" brannte sich damals geradezu ein in das kollektive Gedächtnis Amerikas - ein genialer Schachzug des Marketings. Zumindest schien das lange so.

"Zu sehr auf die Restaurantzahl fokussiert"

Subway begann damals, immer mehr Filialen zu öffnen. Betrieben werden diese - wie bei vielen Fast-Food-Konzernen - zumeist von Franchisenehmern, also selbstständig agierenden Unternehmern, die allerdings hohe Lizenzgebühren an den Mutterkonzern überweisen.

Um das Wachstum schnell voranzutreiben, "hat Subway die Eröffnung eines Franchise-Standorts wirklich einfach und billig gemacht" - so beschreibt der US-Radiosender NPR die Taktik. Und anders als bei der Konkurrenz war es auch nicht so wichtig, ob der neue Laden im Einzugsgebiet eines bereits bestehenden Subway-Restaurants lag.

Das rächt sich. Seit die Geschäfte schlechter laufen, nehmen viele Subway-Lizenznehmer einander die Kunden weg - statt mit McDonald's und Co. zu konkurrieren. In einem Interview hat Vorstandschefin Suzanne Greco neulich eingeräumt, das Unternehmen habe sich in der Vergangenheit zu sehr "auf die Restaurantzahl fokussiert. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Stärkung des Marktanteils".

Hin und Her beim Sandwichpreis

US-Medien berichten allerdings, Subway greife inzwischen zu drastischen Methoden, um das Filialnetz zu bereinigen. So würde eine "Armee von Juristen" des Konzerns eigene Franchisenehmer mit Verfahren überziehen - um sie aus dem Markt zu drängen, schreibt die "New York Post".

Anlass für die Verfahren seien oft kleine Verstöße, schreibt die Zeitung. Mal seien "Flecken auf Glas im Speisebereich" der Auslöser, mal hätten Subway-Prüfer etwas auszusetzen an der Art und Weise, wie das Gemüse geschnitten werde, berichtet die Zeitung. Insgesamt füllen die Vorschriften 700 Seiten in einem Handbuch. "Das kann niemand einhalten", zitiert die "New York Post" den Anwalt Mark Shearer, der einen Franchise-Unternehmer vertritt. Die Rede ist von 702 Schlichtungsverfahren wegen Streitigkeiten mit Subway-Filialbetreibern. Zum Vergleich: McDonald's kam nur auf ein einziges.

Auch der Verkaufsschlager - Five Dollar Footlong - hat zu Konflikten geführt. Das Problem: Die Finanzkrise ist lange her, die Preise für Zutaten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Subway hat deshalb 2016 den Preis auf sechs Dollar erhöht - aber das löste Proteststürme unter den Kunden aus, die immer noch den alten Werbeslogan im Ohr hatten. Also kehrte der Konzern zum alten Preis zurück - und brachte damit die eigenen Restaurantbetreiber gegen sich auf. Sie starteten eine Petition gegen das Angebot, das ihnen Verluste bescherte. Subway gab nach - und sucht nun nach anderen Wegen aus der Krise.

beb

insgesamt 91 Beiträge
Grummelchen321 11.05.2019
1. So neu ist das
nicht. https://www.youtube.com/watch?v=IZ6PyWhrH9E
nicht. https://www.youtube.com/watch?v=IZ6PyWhrH9E
TheBlackJack 11.05.2019
2. esse nicht bei Subway
die Sandwiches reichen gerade mal als Vorspeise. war seit Jahren nicht mehr in einem Laden.
die Sandwiches reichen gerade mal als Vorspeise. war seit Jahren nicht mehr in einem Laden.
ralf12012019 11.05.2019
3. Komplett falsch
Sorry, der Artikel ist sowas von falsch. Das Problem Subway wurde bereits ausführlich untersucht. SW ist darauf aus, möglichst viele Restaurants zu eröffnen. Es ist SW völlig egal, ob die laufen. Der Betreiber muss nämlich [...]
Sorry, der Artikel ist sowas von falsch. Das Problem Subway wurde bereits ausführlich untersucht. SW ist darauf aus, möglichst viele Restaurants zu eröffnen. Es ist SW völlig egal, ob die laufen. Der Betreiber muss nämlich alles selber bezahlen. Er bekommt nur die Namensrechte und die Werbeschilder und muss dann horrende Gebühren an die Zentrale abliefern. Ob da einer was verdient oder Verluste macht ist SW völlig wurscht. Das Geschäftsmodell heißt: 1x richtig bei den Franchisegebühren abkassieren. Das Problem ist bei den Banken bekannt. Leute, die neue Restaurants aufmachen wollen bekommen keinen Kredit mehr, weil die regelmäßig ausgefallen sind.
widower+2 11.05.2019
4. "Der" Sandwich?
Das ist zwar neben "das" Sandwich laut Duden zulässig, wird aber wohl von weniger als 5% der Bevölkerung gebraucht. Endgültig ungenau wird es, wenn "Footlong" mit "fast" 30 Zentimeter lang [...]
Das ist zwar neben "das" Sandwich laut Duden zulässig, wird aber wohl von weniger als 5% der Bevölkerung gebraucht. Endgültig ungenau wird es, wenn "Footlong" mit "fast" 30 Zentimeter lang beschrieben wird, da ein englisch/amerikanischer Fuß 30,48 Zentimeter misst und somit "gut" 30 Zentimeter lang ist und nicht "fast".
harald441 11.05.2019
5. Ehrlich gesagt,
diese US-geführten Schnellessrestaurants interessieren mich wegen ihres faden Essens und ihrer lieblosen Umgebung nicht die Bohne. Abgesehen vom gemütlichen Sonntagsessen daheim und dem Hin-und-wiedermal-Ausgehen in ein gutes [...]
diese US-geführten Schnellessrestaurants interessieren mich wegen ihres faden Essens und ihrer lieblosen Umgebung nicht die Bohne. Abgesehen vom gemütlichen Sonntagsessen daheim und dem Hin-und-wiedermal-Ausgehen in ein gutes Restaurant, denke ich mit gewissem Wehmut an einen WIENERWALD-Besuch vor mehr als dreißig Jahren damals in Lindau zurück. Hier stimmte einfach alles: Die rustikale Gastraumausstattung, die wirklich leckeren Grillhähnchen oder Hähnchenteile mit leckerem Salat und Bratkartoffeln, usw. Da schmeckte einfach alles, das war kein Reinhauen damals, sondern ein Schmausen in besten Sinne des Wortes. Und nicht zu vergessen, die hübschen Bedienungen in ihren adretten bayerischen Dirndl-Trachtenkleidern....... Warum nur gaben wir Deutschen unser damaliges Kulturprodukt WIENERWALD gegen diese miesen US-geprägten Schnellrestaurants auf? Esskultur ging und Essunkultur kam - leider.
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