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Wirtschaft

E-Sprinter

Tesla-Chef Musk erwägt Zusammenarbeit mit Daimler

Per Tweet hat Tesla-Chef Elon Musk Interesse an einer Kooperation mit Daimler bei dessen geplantem E-Sprinter bekundet. Der deutsche Konzern reagiert geschmeichelt.

REUTERS

Elon Musk

Dienstag, 20.11.2018   09:27 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk hat Interesse an einer Zusammenarbeit mit Daimler bei dessen geplanter Elektroversion des Kleinlasters Sprinter bekundet. "Vielleicht interessant, mit Daimler/Mercedes an einem E-Sprinter zu arbeiten", twitterte Musk. "Das ist ein großartiger Lieferwagen. Wir werden das untersuchen."

Damit reagierte er auf die Frage eines Twitter-Nutzers nach einem elektrisch angetriebenen Lieferwagen. Im Februar hatte Mercedes-Benz die jüngste Serie der Sprinter-Reihe auf den Markt gebracht. Für nächstes Jahr sind E-Versionen in Aussicht gestellt.

Tesla antwortete auf eine Anfrage zum Musk-Tweet zunächst nicht. Daimler lehnte eine Stellungnahme dazu ab, ob der Konzern offen für eine Zusammenarbeit mit Tesla sei. Ein Sprecher sagte lediglich, man freue sich über Musks Interesse am Sprinter.

Auf Twitter reagierte Daimler geschmeichelt, hielt sich aber bedeckt: "Danke für die Blumen! Und ja, es ist ein großartiger Van...", hieß es dort.

Der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte jüngst eine Zusammenarbeit mit dem US-Elektroautopionier nicht ausgeschlossen. Der polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita" hatte Zetsche Ende Oktober gesagt, er habe den Verkauf von Tesla-Aktien vor vier Jahren nie bereut. Das schließe aber eine Kooperation in der Zukunft nicht aus.

Daimler hatte 2014 seinen vierprozentigen Anteil an Tesla für 780 Millionen Dollar verkauft. Eine Finanzbeteiligung sei nicht mehr notwendig, um die Kooperation mit Tesla fortzuführen, hatte der Konzern den Schritt damals begründet. Die Stuttgarter wollen mit ihrem ersten vollelektrischen SUV Tesla Konkurrenz machen, die im Luxussegment den Markt beherrschen.

kry/Reuters

insgesamt 21 Beiträge
str.21.de 19.11.2018
1. Sehr gut
Endlich mal ein bisschen Hoffnung für die Schwaben, an gescheites Silicon Valley-IT-Know-How zu kommen. Das dürfen die ja nicht vermasseln.
Endlich mal ein bisschen Hoffnung für die Schwaben, an gescheites Silicon Valley-IT-Know-How zu kommen. Das dürfen die ja nicht vermasseln.
neutron76 20.11.2018
2. Besonderheit des amerikanischen Marktes
Die Light Commercial Vehicles werden seit langer Zeit durch die "Chicken Tax" vor Konkurrenz aus Europa geschützt. Daher gab es bis vor einiger Zeit in den US kaum, nach unseren Maßstäben, ökonomische Kleintransporter. Der [...]
Die Light Commercial Vehicles werden seit langer Zeit durch die "Chicken Tax" vor Konkurrenz aus Europa geschützt. Daher gab es bis vor einiger Zeit in den US kaum, nach unseren Maßstäben, ökonomische Kleintransporter. Der Sprinter hat seit längerem einen gewissen Bekanntheitsgrad, da einige als Personentransporter (interessanterweise als Nachfolger für Strechlimos) und Wohnmobile herumfahren. Bei letzteren wirkt der Sprinter von den Betriebskosten wie von einem anderen Stern, da man in den USA durchaus auch größere V8 bis V10 Benziner + Wandlerautomatik in leichte Nutzfahrzeuge eingebaut hat (Stand vor 5 Jahren, als ich das letzte Mal drüben war). Ford hat zwar wohl auch seine E-Serie durch einen Nachfolger mit kleineren Motoren ersetzt, aber im Endeffekt würde ein Lieferwagen mit Elektroantrieb gegen Benziner mit einem Verbrauch von 20-30l/100km antreten. Tesla kann aber nicht in kurzer Zeit in diesem sehr preissensiblen Segment ein konkurrenzfähiges Model aus dem Boden stampfen. Daher ist die Überlegung, die Musk anstellt, absolut nachvollziehbar.
curiosus_ 20.11.2018
3.
Wer hat hier Interesse an wem bekundet? Und wer hat vor Jahren Anteile an wem komplett verkauft? E-Mobilität ist keine Kunst, deutlich einfacher als Verbrenner-Mobilität. Kunst ist es damit Geld zu verdienen. Und Daimler [...]
Zitat von str.21.deEndlich mal ein bisschen Hoffnung für die Schwaben, an gescheites Silicon Valley-IT-Know-How zu kommen. Das dürfen die ja nicht vermasseln.
Wer hat hier Interesse an wem bekundet? Und wer hat vor Jahren Anteile an wem komplett verkauft? E-Mobilität ist keine Kunst, deutlich einfacher als Verbrenner-Mobilität. Kunst ist es damit Geld zu verdienen. Und Daimler braucht Tesla sicher nicht.
vitalik 20.11.2018
4.
Wie jetzt? Manche Kommentatoren werden nicht Müde das Ende der deutschen Automobilindustrie herbeizureden. Die hängt doch angeblich Jahrzehnte hinter der Konkurrenz her und nun will der (nach der Ansicht der selben [...]
Wie jetzt? Manche Kommentatoren werden nicht Müde das Ende der deutschen Automobilindustrie herbeizureden. Die hängt doch angeblich Jahrzehnte hinter der Konkurrenz her und nun will der (nach der Ansicht der selben Kommentatoren) Gott des Automobilbaus und der Innovationen höchst persönlich eine Kooperation mit einem deutschen Hersteller. Verrückt.
curiosus_ 20.11.2018
5. "Chicken Tax - das trifft...
..Daimler nicht. Der EU-Sprinter (https://en.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_Sprinter) wird in den USA seit 2001 unter der Daimler-Marke Freightliner [...]
Zitat von neutron76Die Light Commercial Vehicles werden seit langer Zeit durch die "Chicken Tax" vor Konkurrenz aus Europa geschützt. Daher gab es bis vor einiger Zeit in den US kaum, nach unseren Maßstäben, ökonomische Kleintransporter. Der Sprinter hat seit längerem einen gewissen Bekanntheitsgrad, da einige als Personentransporter (interessanterweise als Nachfolger für Strechlimos) und Wohnmobile herumfahren. Bei letzteren wirkt der Sprinter von den Betriebskosten wie von einem anderen Stern, da man in den USA durchaus auch größere V8 bis V10 Benziner + Wandlerautomatik in leichte Nutzfahrzeuge eingebaut hat (Stand vor 5 Jahren, als ich das letzte Mal drüben war). Ford hat zwar wohl auch seine E-Serie durch einen Nachfolger mit kleineren Motoren ersetzt, aber im Endeffekt würde ein Lieferwagen mit Elektroantrieb gegen Benziner mit einem Verbrauch von 20-30l/100km antreten. Tesla kann aber nicht in kurzer Zeit in diesem sehr preissensiblen Segment ein konkurrenzfähiges Model aus dem Boden stampfen. Daher ist die Überlegung, die Musk anstellt, absolut nachvollziehbar.
..Daimler nicht. Der EU-Sprinter (https://en.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_Sprinter) wird in den USA seit 2001 unter der Daimler-Marke Freightliner (https://www.freightlinersprinterusa.com/freightliner/discover/mercedes-benz-history) als CKD-Fahrzeug in Ladson, South Carolina, U.S. gebaut und verkauft. Er wurde auch schon unter der Marke Dodge vertrieben. Und Musk mag zwar Überlegungen anstellen, aber Daimler braucht ihn sicher nicht um einen e-Sprinter in den USA erfolgreich zu platzieren.

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