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Wirtschaft

Einigung mit Banken

Tom Tailor kann auf frisches Geld hoffen

Die Chancen von Tom Tailor auf eine längerfristige Finanzierung sind gestiegen. Bis Ende Oktober soll der Vertrag mit Großaktionär Fosun und mehreren Banken abgeschlossen sein. Das Management hat wohl keine Zukunft.

Christian Charisius/DPA

Filiale der Mode-Kette Tom Tailor: Problemfall bleibt die Konzern-Tochter Bonita

Mittwoch, 09.10.2019   15:06 Uhr

Die angeschlagene deutsche Modekette Tom Tailor kommt einer längerfristig gesicherten Finanzierung näher. Das Unternehmen habe sich mit seinen Konsortialbanken und dem chinesischen Mehrheitsaktionär Fosun auf eine neue Finanzierungsstruktur geeinigt. Das teilte Tom Tailor in Hamburg mit.

Die Eckpunktevereinbarung mit einer Laufzeit bis Ende September 2022 sehe ein Gesamtvolumen von 365 Millionen Euro vor und solle die langfristige Finanzierung der Tom Tailor Gruppe sicherstellen. Endgültig ist die Zusage aber noch nicht: Sie soll bis Ende Oktober finalisiert werden, hieß es.

Zugleich korrigierte die Modekette vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2018, da Rückstellungen wegen einer künftig schlechteren Geschäftsentwicklung gestiegen seien.

Gewinnprognose heruntergeschraubt

So erwartet das Unternehmen einen endgültigen Betriebsgewinn (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) der Marke Tom Tailor für 2018 von nur noch 64 Millionen Euro statt 70,6 Millionen Euro, wie zunächst prognostiziert. Der operative Verlust der Tochterfirma Bonita soll von 24,6 auf nun 38,2 Millionen Euro wachsen.

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Die Modekette hatte im Ringen um eine Sanierung unlängst Zeit gewonnen. Die Vereinbarung über eine Brückenfinanzierung mit Konsortialbanken wurde im August zunächst bis Mitte September und einen Monat später bis Ende Oktober verlängert. Das Problem ist die Tochterfirma Bonita, die Tom Tailor vor acht Jahren übernommen hatte; ein geplanter Verkauf war zuletzt gescheitert.

Derweil muss sich Tom Tailor möglicherweise bald eine neue Führungsspitze suchen. Der Aufsichtsrat führe mit Vorstandschef Heiko Schäfer und dem Finanzvorstand Thomas Dressendörfer Gespräche "hinsichtlich des vorzeitigen Ausscheidens aus der Gesellschaft", teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Die Gespräche sollen Aussagen aus Firmenkreisen zufolge "völlig unabhängig von der Lage des Unternehmens" sein.

mik/afp

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