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Wirtschaft

Vergleich vor Gericht

Uber zahlt bis zu 100 Millionen Dollar an Fahrer

Sind Uber-Fahrer freie Mitarbeiter oder Angestellte? Das umstrittene Taxi-Start-up wendet mit einer Millionenzahlung einen Prozess in den USA ab - vorerst.

DPA

Uber-Boss Travis Kalanick

Freitag, 22.04.2016   14:31 Uhr

Uber hat einen Vergleich über 100 Millionen Dollar mit Fahrern aus Massachusetts und Kalifornien akzeptiert, die als Angestellte des Unternehmen anerkannt und entsprechende Sozialleistungen erhalten wollten. Das Geld wird an rund 385 000 Fahrer ausgeschüttet.

Damit entledigte sich das umstrittene Mobilitäts-Start-Up vorerst einer Bedrohung seines Geschäftsmodells in den USA, das auf der Vermittlung freiberuflicher Fahrer basiert. Auch in Europa hat Uber große Probleme, Fuß zu fassen. In Deutschland haben viele Städte das Geschäft des stark eingeschränkt, unter anderem mit Verweis auf den unklaren Beschäftigungsstatus seiner Mitarbeiter.

Vielen Silicon-Valley-Firmen hatten den Fall mit Spannung verfolgt, da dort zahlreiche Geschäftsmodelle wie die Auslieferung von Waren oder die Vermittlung von Putzdiensten bislang nur mit freien Mitarbeitern funktionieren.

Uber-Chef Travis Kalanick freut sich über den Vergleich

Ob das im Fall von Uber rechtens ist, wird nun nicht vor Gericht geklärt. "Wir sind uns bewusst, dass manche Menschen darüber enttäuscht sein werden", sagte Shannon Liss-Riordan, die Anwältin der Uber-Fahrer. Künftige Gerichtsentscheidungen könnten aber weitere Verbesserungen für Uber-Fahrer bringen. In anderen US-Bundesstaaten sind ähnliche Verfahren anhängig.

Den größten Teil der Strafe, 84 Millionen Dollar, muss Uber auf jeden Fall bezahlen. Bislang ist das keine Bedrohung für das kalifornische Unternehmen, das als wertvollstes Start-Up der Welt gilt. Bis heute haben Risikokapitalgeber mehr als 10 Milliarden Dollar in Uber investiert, zu einer Bewertung von 62,5 Milliarden Dollar. Die restlichen 16 Millionen Dollar werden fällig, sobald Uber eine Bewertung von mehr als 93,75 Milliarden Dollar erzielt oder an die Börse geht.

Außerdem muss Uber Bedingungen erfüllen, etwa darf es Fahrer nicht mehr ohne ersichtlichen Grund von der Plattform werfen. Zudem sollen Fahrer in den Autos Schilder platzieren dürfen, auf denen um Trinkgeld gebeten wird.

Uber-Chef Travis Kalanick schrieb in einem Blogpost , er sei "erfreut", dass der Vergleich "anerkennt, dass Fahrer unabhängige Mitarbeiter bleiben und keine Angestellten werden sollten." In den vergangenen Monaten hatten sich allerdings manche Tech-Unternehmen davon abgewandt und Mitarbeiter eingestellt.

ade/Reuters

insgesamt 15 Beiträge
dissidenten 22.04.2016
1.
Die Anwälte zeigen sich echt mit knapp 300 Dollar als Einmalzahlung pro Fahrer einverstanden!? Wenn man solche Anwälte hat, braucht man auch keine Feinde mehr.
Die Anwälte zeigen sich echt mit knapp 300 Dollar als Einmalzahlung pro Fahrer einverstanden!? Wenn man solche Anwälte hat, braucht man auch keine Feinde mehr.
blob123y 22.04.2016
2. Was ich hier immer vermisse ist darauf hinzuweisen
dahinter ist Google es ist deren Geschaeftsmodel und die sind auch der Hauptinvestor und Google ist bekannt das die Externen nichts bezahlen wollen, die glauben tatsaechlich die Leute arbeiten fuer die Ehre bei Google sein zu [...]
dahinter ist Google es ist deren Geschaeftsmodel und die sind auch der Hauptinvestor und Google ist bekannt das die Externen nichts bezahlen wollen, die glauben tatsaechlich die Leute arbeiten fuer die Ehre bei Google sein zu duerfen. Alle freien Mitarbeiter (Forums usw. Schnittstelle nach aussen, das sind die meisten) bekommen keine Bezahlung die sonnen sich in der Ehre manchmal ins HQ eingeladen zu werden. deshalb hat Google Service auch keinen Wert das die Leute kein Interesse daran haben wirklich qualifizieter zu bringen bzw. welche qualifizierte Person arbeitet fuer NULL Geld? und der Arbeitgeber schoepft alle 3 Monate ein paar Milliarden $ ab?. Aber es geht noch eine Stufe tiefer, die haben ganz Google innerhalb der letzten 2 Jahren nach Indien verlegt / Bangalore, dort sind Kosten noch weniger usw. und diese unsoziale Hippsteranhaeffung wird von den D Medien immer hochgejubelt.
drmedwurst 22.04.2016
3. Das macht dann knapp..
... 260 Dollar pro Mitarbeiter, nicht besonders viel. Damit sind die Mitarbeiter zufrieden?
... 260 Dollar pro Mitarbeiter, nicht besonders viel. Damit sind die Mitarbeiter zufrieden?
j.vantast 22.04.2016
4. Also in Deutschland......
In Deutschland sind nach der Rechtslage die Uber-Fahrer ganz klar scheinselbständig. Denn als selbstständige müssten sie alle Auflagen erfüllen die für die Personenbeförderung gefordert werden. Bei den Fahrten für Uber [...]
In Deutschland sind nach der Rechtslage die Uber-Fahrer ganz klar scheinselbständig. Denn als selbstständige müssten sie alle Auflagen erfüllen die für die Personenbeförderung gefordert werden. Bei den Fahrten für Uber handelt es sich bei dem grössten Teil um Schwarzarbeit.
herrwurlstein 22.04.2016
5. @dissidenten
Ihr Einwand ist sicher nicht so ganz verkehrt, dennoch sollten Sie das nächste mal vorher den Taschenrechner bemühen... das Ergebnis liegt ein klein wenig höher bei knapp 2600
Ihr Einwand ist sicher nicht so ganz verkehrt, dennoch sollten Sie das nächste mal vorher den Taschenrechner bemühen... das Ergebnis liegt ein klein wenig höher bei knapp 2600

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