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Wirtschaft

Wirtschaftsminister

Otto Graf Lambsdorff (1977 bis 1984)

Montag, 09.02.2009   17:45 Uhr

Sieben Jahre lang hatte der FDP-Politiker das Amt des Wirtschaftsministers inne - und gilt bis heute als einer der stärksten Politiker in diesem Ministerium. Konsequent auf marktwirtschaftliche Grundsätze fixiert, ging Lambsdorff schon am Anfang seiner Amtszeit mit dem Koalitionspartner SPD in Fragen Mitbestimmung, Aussperrung und Lohnpolitik auf Konfrontationskurs.

Diese unterschiedlichen Grundhaltungen eskalierten 1982, als Lambsdorff die wirtschafts-beziehungsweise beschäftigungspolitischen Beschlüsse der SPD einen "Gruselkatalog sozialistischer Marterwerkzeuge" nannte. Mit einem Gegenentwurf, dem "Lambsdorff-Papier", sorgte er schließlich mit für den Bruch der sozialliberalen Koalition, blieb aber nach der Wahl des neuen Bundeskanzlers Helmut Kohl weiter Wirtschaftsminister.

Kurze Zeit später geriet Lambsdorff allerdings wegen der sogenannten Flick-Affäre unter Druck, dem Skandal um versteckte Parteispenden. Lambsdorff stand im Verdacht, seine Entscheidungen als Wirtschaftsminister von den Spenden des Konzernchefs Friedrich Karl Flick abhängig gemacht zu haben. Im Dezember 1983 hob der Bundestag Lambsdorffs Immunität auf, im Sommer 1984 trat er schließlich zurück. Zweieinhalb Jahre später wurde er schließlich wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 180.000 Mark verurteilt.

Als bekannter Verfechter der Marktwirtschaft blieb Lambsdorff allerdings in seiner Partei populär und war bis 1993 sogar FDP-Bundesvorsitzender.

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