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Wissenschaft

Havarierte Atommeiler

Experten bergen Brennstäbe aus AKW-Fukushima

Die Mission ist heikel: In den nächsten Jahren wollen Experten mehr als fünfhundert Brennstäbe aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima bergen. Nun haben die Arbeiten begonnen, doch nicht alles lief glatt.

Foto: Mari Yamaguchi/AP
Montag, 15.04.2019   14:36 Uhr

Gut acht Jahre nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat der Betreiber erneut begonnen, Brennstäbe aus einem der zerstörten Unglücksreaktoren zu bergen.

Ferngesteuerte Geräte holten die radioaktiv verseuchten Brennstoffe aus dem zerstörten Atomkraftwerk, berichtet der Betreiber Tepco. Im Fokus standen zunächst sieben unbenutzte Brennstäbe aus dem Abklingbecken des Reaktors 3.

Insgesamt lagern in dem Reaktor 566 abgebrannte sowie unbenutzte Brennstäbe, die in den kommenden Jahren entfernt werden sollen. Am Montag mussten die Arbeiten allerdings zwischenzeitlich wegen technischer Probleme unterbrochen werden. Schwierigkeiten bereitete auch der Staub, der bei dem Einsatz aufgewirbelt wurde und die radioaktive Strahlung verstärkte, sagte Tepco-Sprecherin Yuka Matsubara.

Kyodo News/ DPA

Ein Monitor zeigt das Innere von Reaktor 3

Die Reaktoren 1 bis 3 waren am 11. März 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zerstört worden. Weil das Kühlsystem ausfiel, kam es zur Kernschmelze. Wegen der radioaktiven Strahlung mussten damals rund 160.000 Anwohner fliehen. Noch immer können rund 30.000 nicht zurück. Das Unglück war die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986.

1573 abgebrannte sowie unbenutzte Brennstäbe lagern im Unglücks-AKW

2014 hatte Tepco bereits die Bergung der Brennstäbe aus Reaktor 4 abgeschlossen. Ursprünglich sollten anschließend die Brennstäbe aus Reaktor 3 entfernt werden. Die Lage dort ist allerdings deutlich komplizierter als in Reaktor 4. Am Abklingbecken mit dem Brennstoff kam es im Zuge der AKW-Havarie zur Explosion. Es dauerte vier Jahre, zunächst die Trümmer aus dem Weg zu räumen.

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Im Februar hat Tepco mit einem Roboter auch mehrere kieselsteingroße Kernbrennstoffreste in Reaktor 2 aufgelesen. In den Reaktoren waren schon öfter Roboter unterwegs, um nach geschmolzenem Brennstoff zu suchen und Fotos zu machen. Dessen Bergung gilt als der schwierigste Teil beim Abbau der Atomruine und soll nach Angaben von Tepco erst 2021 beginnen.

Insgesamt lagern in den Abklingbecken der drei Unglücksreaktoren 1573 abgebrannte sowie unbenutzte Brennstäbe. Vor allem die enorme Menge an angebrannten und weiterhin strahlenden Brennstäben stellt eine große Herausforderung für die Arbeiter dar. Die geborgenen Brennstäbe sollen in ein anderes, sichereres Becken auf dem Gelände der Atomruine umgelagert werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, ein Brennstab wiege 45 Tonnen. Das ist nicht korrekt. Wir haben die Information entfernt.

Im Video: Ein Jahr Fukushima (SPIEGEL TV 2012)

Foto: SPIEGEL TV

jme/dpa/AFP

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