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Wissenschaft

Mexiko

Archäologen entdecken 15.000 Jahre altes Mammut-Massengrab

Archäologen haben rund 800 Knochen von mehr als einem Dutzend Mammuts ausgegraben. Die Tiere stürzten wohl einst in von Menschen angelegte Fallen. Der Fund verändert das Bild der frühen Jäger und Sammler.

NOTIMEX/ DPA

Ausgrabung bei Tultepec zeigt Überreste eines Mammuts

Donnerstag, 07.11.2019   13:18 Uhr

In Mexiko sind Forscher auf rund 15.000 Jahre alte Überreste von 14 Mammuts gestoßen. Der Fund wurde in Tultepec nahe der Hauptstadt Mexiko-Stadt gemacht.

Interessant ist die Entdeckung aber vor allem aus einem anderen Grund: Denn neben den Überresten der Tiere fanden die Archäologen Gruben. Diese waren offenbar von Menschen einst gezielt als Mammutfallen angelegt worden, heißt es in einem Bericht von Mexikos Nationalem Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH).

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Die Entdeckung wurde bei Ausgrabungen auf dem Gelände einer geplanten Abfalldeponie im rund 40 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt gelegenen Tultepec gemacht. Dabei seien zwei Gruben von 1,7 Meter Tiefe und 25 Meter Durchmesser mit Wänden in fast geraden Winkeln sowie 824 Knochen gefunden worden, darunter acht Schädel. Das Alter ließ sich anhand einer feinen Staubschicht vom Ausbruch des Vulkans Popocatépetl vor etwa 14.700 Jahren bestimmen,.

Der Fund verändert die Sicht auf die frühen Jäger und Sammler der Region, denn offenbar gingen diese schon damals mit ausgefeilten Methoden auf die Jagd. Bisher hatten Forscher angenommen, dass die Menschen Mammuts nur angriffen, wenn sie ein leichtes Opfer waren - etwa weil sie in einem Sumpf feststeckten. "Der Fund stellt einen Umbruch im Denken über die Interaktion zwischen Menschen und den Rüsseltieren dar" sagt Pedro Sánchez Nava, Chefarchäologe des INAH.

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In der Gegend im Bundesstaat Mexiko waren bereits zuvor Überreste von Mammuts gefunden worden. Die Archäologen vermuten nun in der Umgebung weitere Fallgruben.

Zudem sind 15.000 Jahre alte menschliche Spuren für die Region sehr ungewöhnlich. Die ersten Menschen kamen vor 18.000 bis 26.000 Jahren über den Norden Asiens auf den Kontinent und erreichten die Region des heutigen Mexikos zunächst in einzelnen Gruppen, glauben viele Forscher. Knochenfunde von Menschen, die älter als 12.000 bis 13.000 Jahre alt sind, gelten als Ausnahme.

joe/dpa

insgesamt 26 Beiträge
augu1941 07.11.2019
1.
Nun, wenn sie aus Sibirien über die Landbrücke heute Beringstraße kamen, hatten sie ja Erfahrung als Mammutjäger. Anderseits, die Jagdmethode mit den Fallgruben, war im Permafrostboden Sibiriens schwierig zu praktizieren. [...]
Nun, wenn sie aus Sibirien über die Landbrücke heute Beringstraße kamen, hatten sie ja Erfahrung als Mammutjäger. Anderseits, die Jagdmethode mit den Fallgruben, war im Permafrostboden Sibiriens schwierig zu praktizieren. Das Menschen mit geringer Zivilisation immer im vollem Einklang mit der Natur lebten und nicht in der Lage waren, Tierarten auszurotten, glaube ich auch nicht. Siehe die großen Vogelarten, die ehemals auf Inseln im Pazifik lebten, bis die Ureinwohner kamen.
Oberleerer 07.11.2019
2.
Ich hätte gedacht, daß Mammuts ohnehin nur im hohen Norden leben.
Ich hätte gedacht, daß Mammuts ohnehin nur im hohen Norden leben.
HansHuckebein 07.11.2019
3. Nachhaltigkeit
Der romantische Gedanke vom Leben mit der Natur, ohne diese zu zerstören, wurde ja großteils durch die Prärie-Indianer befördert. Aber selbst diese Nachhaltigkeits-Apostel bzw. ihre Ahnen, die Clovis-Leute, waren nach heutigem [...]
Der romantische Gedanke vom Leben mit der Natur, ohne diese zu zerstören, wurde ja großteils durch die Prärie-Indianer befördert. Aber selbst diese Nachhaltigkeits-Apostel bzw. ihre Ahnen, die Clovis-Leute, waren nach heutigem Wissensstand maßgeblich für die Auslöschung der amerikanischen Megafauna am Ende der letzten Eiszeit verantwortlich. Der Mensch nimmt, was er kann, gerne auch ein bisschen mehr, bis nichts mehr übrig ist. Das war schon immer so und ist heute nicht anders.
Pless1 07.11.2019
4.
Das, was wir heute als hohen Norden ansehen war seinerzeit komplett vereist - hier in Europa bis an den Fuß der Mittelgebirge und auch weite Teile Nordamerikas. Wenn man dann noch bedenkt, wie hoch das Landesinnere von Mexiko [...]
Zitat von OberleererIch hätte gedacht, daß Mammuts ohnehin nur im hohen Norden leben.
Das, was wir heute als hohen Norden ansehen war seinerzeit komplett vereist - hier in Europa bis an den Fuß der Mittelgebirge und auch weite Teile Nordamerikas. Wenn man dann noch bedenkt, wie hoch das Landesinnere von Mexiko liegt dürfte es dort wohl ziemlich kalt gewesen sein. Mich wundert eher, dass man unseren damaligen Vorfahren solch eine Jagdmethode nicht zutraut. Wir sprechen hier von der Jungsteinzeit, das ist entwicklungsgeschichtlich nicht einmal gestern gewesen sondern "vorhin". Und selbst Schimpansen veranstalten durchaus planvolle Treibjagden. Die Menschen haben sich damals notgedrungen quasi den ganzen Tag mit der Nahrungssuche befasst. Und sie waren zwar nicht so gebildet wie wir aber kaum weniger intelligent. Dass man so lohnende Beute wie Mammuts mit solchen, eher risikoarmen Jagdmethoden bejagt scheint mir daher nur logisch - jedenfalls dort, wo es an ggf. leichter zu bejagender Beute mangelt. Ob der Mensch am Aussterben der Mammuts und anderer Großsäuger dieser Epoche Schuld trägt ist noch offen. Möglich ist es, vielleicht haben die Ausbreitung des Menschen und das Aussterben der Megafauna aber nur die gleichen Ursachen - Korrelation bedeutet nun einmal nicht Kausalität. Die Entwicklung von Massenfangeinrichtungen durch den Menschen wäre aber eine mögliche Erklärung. Das sorgt nämlich für wenig Ressourceneffizienz: Man erbeutet auf einen Schlag viel Nahrung, kann diese aber nicht konservieren und muss dann sehr bald neue Nahrung erbeuten, während die alte verdirbt oder von Nutznießern vertilgt wird, die so gewissermaßen zu den ersten Kulturfolgern wurden. Dadurch wäre es möglich, dass die damals eigentlich zu geringe Bevölkerungszahl doch einen größeren Einfluss auf die Beutepopulationen hatte als heute allgemein angenommen.
Outdated 07.11.2019
5. Nachhaltigkeit
Moment, der romantische Gedanke stammt von dem Europäern, bzw den Amerikanern. Diese haben ihn in schrifften und texten den Indianern in den Mund gelegt. Die Berühmte Rede vom Häuptling Seattle wurde z.B: erstmals 33 Jahre [...]
Zitat von HansHuckebeinDer romantische Gedanke vom Leben mit der Natur, ohne diese zu zerstören, wurde ja großteils durch die Prärie-Indianer befördert. Aber selbst diese Nachhaltigkeits-Apostel bzw. ihre Ahnen, die Clovis-Leute, waren nach heutigem Wissensstand maßgeblich für die Auslöschung der amerikanischen Megafauna am Ende der letzten Eiszeit verantwortlich. Der Mensch nimmt, was er kann, gerne auch ein bisschen mehr, bis nichts mehr übrig ist. Das war schon immer so und ist heute nicht anders.
Moment, der romantische Gedanke stammt von dem Europäern, bzw den Amerikanern. Diese haben ihn in schrifften und texten den Indianern in den Mund gelegt. Die Berühmte Rede vom Häuptling Seattle wurde z.B: erstmals 33 Jahre später kolportiert. Der Author des Artikels, Smith, war zwar bei der Rede anwesend, verstand sie aber garnicht weil sie nicht auf English gehalten wurde .... UND selbst diese erste von Smith abgedruckte Rede enthielt keine Hinweise auf Ökologie. Sry das ist alles eine Erfindung von Europaischen/Amerikanischen Romantikern.

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