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Wissenschaft

Invasive Art

Australien will Aga-Kröten zu Wurst verarbeiten

Wildhüter in Australien haben die Bevölkerung aufgefordert, Aga-Kröten zu sammeln. Sie wollen Wurst aus den Amphibien machen. Zum menschlichen Verzehr ist die allerdings nicht gedacht.

DPA

Aga-Kröte

Dienstag, 15.11.2016   13:44 Uhr

Die verhassten Aga-Kröten sollen in Australien jetzt verwurstet werden, um heimische Tierarten zu schützen. Wildhüter riefen die Einwohner von Kununurra in Westaustralien am Dienstag auf, Kröten zu sammeln und abzuliefern. Die eingeschleppte Art gilt als Schädling. Die Kröten zerstören heimische Flora und Fauna.

Für den Verzehr durch den Menschen ist die unappetitliche Wurst nicht gedacht. Stattdessen soll wilden Tieren, für die die Kröte eine Gefahr darstellt, beigebracht werden, Abstand zu halten. Das berichtet die Naturschutzbehörde von Westaustralien.

Die Wurst rieche nach Aga-Kröte, berichtete die Krötenbeauftragte der Behörde, Corrin Everitt. Ihr werde ein Salz beigemischt, das bei den Tieren Übelkeit verursache. "Diese Erfahrung soll Raubtiere dann dazu bringen, die Kröten zu meiden." Bei kleineren Tests habe dies gut funktioniert. Bis zu 70 Prozent der Tiere hätten nach dem Verzehr der Wurst einen Bogen um die Kröten gemacht.

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Gefährliche Giftdrüsen

Krötenjäger wie Schlangen, Reptilien, Vögel und Säugetiere fallen den Aga-Kröten zum Opfer, weil diese Giftdrüsen auf der Haut haben: Gegen dieses Gift sind die in Australien heimischen Raubtiere nicht resistent. Sobald die Kröten in einer Region Fuß fassen, seien 95 Prozent der Beutelmarder und Warane innerhalb von Monaten tot, berichtete Projektentwickler Rick Shine von der Universität von Sydney. "Die Wurst scheint sehr effektiv zu sein, um unsere bedrohten Raubtiere vor der Kröteninvasion zu schützen", sagte Shine im Rundfunk.

Wissenschaftler hatten die Krötenart vor mehr als 80 Jahren ins Land gebracht, um einer Käferplage auf Zuckerrohrplantagen Herr zu werden. Ohne natürliche Feinde haben sich die Aga-Kröten aber verheerend stark vermehrt - auf inzwischen mehr als 200 Millionen Exemplare, schätzen Experten. Seit Jahren gab es bereits große Aga-Kröten-Sammelaktionen, bei denen die Tiere mit CO 2 getötet oder schockgefroren wurden. Ausrotten konnte man die Kröten aber bislang nicht.

jme/dpa

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