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Wissenschaft

Tiefsee-Forschung

Forscher filmen ungewöhnliche Seegurke

Die Tiefsee der Antarktis steckt voller wunderlicher Kreaturen. Forscher haben nun eine seltene, schwimmende Seegurke gefilmt. Ihr Spitzname: kopfloses Hühnermonster.

Foto: Antarctica.gov.au
Montag, 22.10.2018   13:40 Uhr

Im Südlichen Ozean haben Forscher eine seltsame Kreatur gefilmt. Bei dem Wesen, das wegen seiner Ähnlichkeit zu einem Brathühnchen scherzhaft auch "headless chicken Monster" - kopfloses Hühnermonster - genannt wird, handelt es sich um eine Seegurke der Art Enypniastes eximia.

Zuvor seien diese ungewöhnlichen Tiere, die bis zu 25 Zentimeter Körperlänge erreichen, erst einmal im Golf von Mexiko gefilmt worden, wie die Australian Antarctic Division (AAC) mitteilte.

Die Organisation ist Teil des australischen Umweltministeriums und erforscht die Antarktis samt Umgebung. Die Aufnahmen wurden mit einer neuen Unterwasserkamera gemacht. Das Gerät kann an Leinen in die Tiefe gelassen werden und ist dort in der Lage, über lange Zeiträume und unter hohem Wasserdruck Videos zu machen.

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Biolumineszenz: Verborgenes zum Leuchten bringen

"Einige dieser Aufnahmen sind atemberaubend", sagt Dirk Welsford, der das Australian Antarctic Division Program leitet. Man habe Spezies gefunden, die in diesem Teil der Welt zuvor noch nie beobachtet worden waren.

Dazu gehört auch die schwimmenden Seegurke. Sie ist je nach Alter zartrosa bis rotbraun und verfügt über einen fassförmigen Körper. Bei Jungtieren ist der Körper noch ein wenig transparent, man erkennt die inneren Organe, besonders den gefüllten Darm. Enypniastes eximia bewohnt Tiefen zwischen 300 und 6000 Metern und bewegt sich durch Schwimmhäute fort. Bemerkenswert ist auch das Leuchtvermögen der Tiere, Forscher sprechen von Biolumineszenz.

"Das Südpolarmeer enthält eine unglaubliche Vielfalt von Meeresorganismen, darunter viele kommerziell begehrte Arten, deren Entnahme mit Blick auf künftige Generationen sorgfältig gehandhabt werden muss", sagte die australische Beauftragte für die Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR), Gillian Slocum. Die Daten der Kamera werden auf einer Konferenz vorgestellt, die am Montag in Hobart beginnt.

joe/dpa

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