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Wissenschaft

Korallenbleiche

Barrier-Nachruf verärgert Behörde

In Australien hat das Korallensterben das Great Barrier Reef schwer beschädigt. Umweltschützer werfen der Regierung Untätigkeit vor. Die Marineparkbehörde wehrt sich.

EPA/ James Cook University/ DPA

Korallenpracht am Great Barrier Reef

Montag, 17.10.2016   13:03 Uhr

Stark angeschlagen ja, aber noch nicht tot: Die für das Great Barrier Reef in Australien zuständige Marineparkbehörde wehrt sich gegen einen Bericht, nach dem das größte Korallenriff der Welt tot sei.

Behördenchef Russell Reichelt reagierte verärgert auf einen viel zitierten "Nachruf" auf das Riff, den ein Journalist veröffentlicht hatte. Das Riff erstreckt sich über 2300 Kilometer entlang der Ostküste Australiens und ist eine der größten Touristenattraktionen des Kontinents.

"Das Great Barrier Reef in Australien ist nach langer Krankheit 2016 verstorben. Es war 25 Millionen Jahre alt", schrieb Rowan Jacobsen vergangene Woche auf dem Portal globalreseach.ca, das nach Angaben der Webseite von einer unabhängigen Forschungs- und Medienorganisation in Kanada betrieben wird. "Niemand weiß, ob ernste Anstrengungen das Riff hätten retten können, aber es ist klar, dass solche Anstrengungen nicht unternommen wurden."

"Unverantwortlich und unwahr", konterte Behördenchef Reichelt. Solche Schlagzeilen seien fatalistisch und trügen nicht zum Schutz des Riffs bei. Insgesamt seien fast ein Viertel der Korallen, 22 Prozent, in den vergangenen Monaten abgestorben, räumte er ein. Grund sei die schlimmste Korallenbleiche, die das Riff je erlebt habe. Sie geht auf das Wetterphänomen El Niño zurück und den Anstieg der Meerestemperaturen durch den Klimawandel.

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Great Barrier Reef: Weltnaturerbe in Gefahr

Die 22 Prozent seien ein Durchschnittswert, räumt Reichelt ein. Im nördlichen Teil des Riffs ist die Lage viel dramatischer: Dort sind nach Angaben von Meeresbiologen der James Cook-Universität mehr als 90 Prozent der Korallenstöcke betroffen. Vielerorts seien mehr als ein Drittel der Korallen abgestorben. Südlich von Port Douglas und Cairns, wo viele Touristenboote zu dem Weltnaturwunder aufbrechen, waren die Schäden deutlich geringer.

Nach Angaben von Reichelt war die Korallendecke in den drei Jahren vor der jüngsten Bleiche insgesamt um 19 Prozent gewachsen. Die Regierung habe für die nächsten zehn Jahre zwei Milliarden australische Dollar (etwa 1,4 Milliarden Euro) für Schutzmaßnahmen bereitgestellt. Meeresschützer klagen, dass die Regierung mit dem Ausbau der Kohleindustrie zum Klimawandel, der das Riff bedroht, beiträgt. Der Ausbau der Kohlehäfen an der Ostküste bringe noch mehr Schiffe in die Region, die das Riff weiter belasten.

Korallenbleiche entsteht, wenn die Wassertemperaturen über längere Zeit zu hoch sind. Dann stoßen die Korallen die Algen ab, durch die sie mit Nährstoffen versorgt werden und die ihre bunten Farben erzeugen. Die Korallenstöcke verkalken und werden weiß.

joe/dpa

insgesamt 4 Beiträge
he.ro.lito 17.10.2016
1. Wegsehen, beschönigen, beschwichtigen
Mir fallen immer die drei Affen ein, wenn ich so was lese. Zum Gurt und Airbag musste man die Autofahrer zwingen; zum globalen Naturschutz reicht die Vorstellungskraft eines Crashes wohl noch nicht?
Mir fallen immer die drei Affen ein, wenn ich so was lese. Zum Gurt und Airbag musste man die Autofahrer zwingen; zum globalen Naturschutz reicht die Vorstellungskraft eines Crashes wohl noch nicht?
kimbo2150 17.10.2016
2. ........
Hallo Das wird mein erster Beitrag in einem Forums also seid bitte nachsichtig mit mir Ich verfolge mittlerweile seid Jahren das Klima geschehen, rein aus Neugier bzw. Hobbymäsig, ich bin 27 Jahre und in einem normalen [...]
Hallo Das wird mein erster Beitrag in einem Forums also seid bitte nachsichtig mit mir Ich verfolge mittlerweile seid Jahren das Klima geschehen, rein aus Neugier bzw. Hobbymäsig, ich bin 27 Jahre und in einem normalen Beschäftigungs Verhältnis. Aber worauf ich hier in eurer App stoße bzw. dieser Beitrag zum Great Barrier Reef zwingt mich förmlich mich endlich mal auszusprechen. Wir schreiben das Jahr 2016 und anscheinend ist niemanden aufgefallen das sich unser gewohntes Klima schwer verändert.....Oder wenn ich ab und zu mal diese "Möchtegern Nachrichten" gucke bzw. Ich überhaupt mal Fernsehn gucke...sehe ich ständig in der Glotze, ich frage mich da echt was mit den Menschen los ist ? Ich bin erst 27 , also nicht der älteste, zwei Kinder sind auch schon dazu gekommen mit großem Hund aber wenn ich mir versuche vorzustellen in welcher Welt meine Kinder mal Leben werden dann Hallejullia. Und jetzt mal zum Thema Great Barrier Reef...... Schon als kleiner Junge war es mein Traum mal dort hinzukommen und so als Kind stellste dir nunmal sowas ganz einfach vor....Mittlerweile bin ich aber 27 und bisher besaß ich nicht wirklich die Mittel dazu um das Riff mal bestaunen zu gehen .......Dazu kommt noch das wir unsere Tochter vor vier und unseren Sohn vor zwei Jahren bekamen und dieser Wunsch das Riff mal mit eigenen Augen sehen zu können wurde immer größer und stärker. Wir sparen quasi schon für diesen "Urlaub" und dann musste ich vor einer Stunde circa diesen Beitrag vor die Nase kriegen......Ich versuche das einigermaßen realistisch zu betrachten und meine Meinung dazu ist wie folgt. Vielleicht ist es noch nicht zu spät mal dort hinzukommen aber es wird zu spät sein diese Schäden am Riff nochmal irgendwie einzudämmen oder irgendwie nur zu einem Prozent zu schützen .....Im Endeffekt ist das Great Barrier Reef nur ein weiteres Opfer des Klimawandels. Und dabei gesagt gehe ich stark davon aus das es spätestens in einem Monat eh egal sein wird was da kaputt gegangen ist weil entweder sich der Mensch wie immer dran "gewöhnt" hat oder schon die nächste Katastrophe die auf den Klimawandel zurück zuführen ist irgendwo Schlagzeilen macht........ Ich bin raus.. Marc Wrede
mg68 17.10.2016
3. Eher ein Weckruf?
Klimawandel? Sicherlich, wenn auch durch unser aller Beiträge forciert. El Nino? Sichlich. Kommt regelmässig und wohl auch stärker... Muss die australische Regierung noch dazu die Kohleförderung intensivieren? Häfen [...]
Klimawandel? Sicherlich, wenn auch durch unser aller Beiträge forciert. El Nino? Sichlich. Kommt regelmässig und wohl auch stärker... Muss die australische Regierung noch dazu die Kohleförderung intensivieren? Häfen vergrössern und Sedimentablagerungen im Riff verstärken? Haie zugunsten von Badern und Surfern töten? Die Realität braucht dann wohl nicht mehr lange, bis sie den Artikelinhalt einholt...
thequickeningishappening 18.10.2016
4. Das war genau so
schon vor 30 Jahren absehbar. Das Meer erwaermt sich nicht einfach so gegenueber dem langjaehrigen Mittel! Zwei Dinge: Aufnahme von CO 2 und Veraenderung der Meeresstroeme u.A. durch Eisschmelze. Das System kompensiert bis Zum [...]
schon vor 30 Jahren absehbar. Das Meer erwaermt sich nicht einfach so gegenueber dem langjaehrigen Mittel! Zwei Dinge: Aufnahme von CO 2 und Veraenderung der Meeresstroeme u.A. durch Eisschmelze. Das System kompensiert bis Zum Breaking Point und kippt dann "ueber Nacht".

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