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Wissenschaft

Bolivien

Der einsamste Frosch der Welt bekommt eine Freundin

Er galt lange als Letzter seiner Art. Doch nun haben Wissenschaftler bei einer Expedition im Urwald ein junges Weibchen gefunden - und hoffen auf Nachwuchs. So könnte die seltene Froschart vom Aussterben bewahrt werden.

DPA
Freitag, 18.01.2019   11:19 Uhr

Der Sehuencas-Wasserfrosch zählt zu den bedrohten Arten. Die Tiere kommen nur in Bolivien vor. Allerdings hatte sie dort seit 2008 niemand mehr gesehen. Lediglich ein einzelnes bekanntes Exemplar war noch übrig.

Ein männlicher Sehuencas-Wasserfrosch (Telmatobius yuracare) lebte allein in einem Aquarium im Naturkundemuseum von Cochabamba. Er galt lange als wohl Letzter seiner Art. Das Tier ist zehn Jahre alt und wird Romeo genannt.

Doch nun gibt es Hoffnung für den seltenen Frosch.

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Denn Wissenschaftler haben in den Nebelwäldern des südamerikanischen Landes unter anderen ein junges Weibchen gefunden. Die Forscher hoffen, dass sich die Frösche fortpflanzen und so die seltene Art vor dem Aussterben bewahren.

"Sie ist stark und schwimmt sehr schnell", sagte die Biologin Teresa Camacho Badani vom Naturkundemuseum Alcide d'Orbigny kürzlich in einem Interview mit der Stiftung Global Wildlife Conservation. "Wir glauben, sie ist eine gute Partnerin für Romeo." Nach Schätzungen haben die beiden Frösche noch einige Jahre, um sich fortzupflanzen. Sehuencas-Wasserfrösche erreichen für gewöhnlich ein Alter von 15 Jahren.

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Insgesamt fand das Team um Camacho bei seiner jüngsten Expedition in einem Bach am Fuße eines Wasserfalls fünf Sehuencas-Wasserfrösche, drei Männchen und zwei Weibchen. Sie stehen nun unter Quarantäne und sollen sich an ihre neue Umgebung in dem Museum gewöhnen. Die Forscher haben aber weiterhin Bedenken, dass es zu wenig Frösche für die Sicherung der Art in freier Wildbahn gibt.

Zudem werden sie vorsorglich gegen eine Pilzerkrankung behandelt, die Amphibien häufig befällt. "Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, können wir hoffentlich ein romantisches Treffen zwischen Romeo und Julia arrangieren." Ziel sei es, mit der Vermehrung der Frösche auch die Population in der Natur wieder zu stärken.

Um auf das Schicksal der Sehuencas-Wasserfrösche aufmerksam zu machen, hatten die Forscher dem Forsch Anfang des Jahres sogar ein Twitterprofil verpasst.

joe/dpa

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