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Wissenschaft

Konferenz in Cancún

Uno will Artenschutz stärken

Weltweit sind immer mehr Tier- und Pflanzenarten von der Ausrottung bedroht. Die Uno-Mitgliedsstaaten wollen deshalb nun vor allem Fehler in der Landwirtschaft verhindern.

DPA

Insekten sind wichtige Bestäuber

Montag, 05.12.2016   11:19 Uhr

Zum Schutz der weltweit schwindenden Arten- und Pflanzenvielfalt wollen die Uno-Staaten fehlgerichtete Subventionen in der Landwirtschaft und der Fischerei abbauen. Bei einer Uno-Konferenz im mexikanischen Cancún verabschiedeten die Umweltminister eine sechsseitige "Cancún-Erklärung", die den Artenschutz stärker im Regierungshandeln verankern und finanzielle Fehlanreize stoppen soll.

Umweltschützer warnen zum Beispiel, dass durch den starken Pestizid- und Gentechnikeinsatz die Zahl blütenbestäubender Tiere wie der Bienen dramatisch sinken könnte. 75 Prozent der Nahrungspflanzen und 90 Prozent der wildwachsenden Blütenpflanzen werden nach Auskunft des Weltrats für Biodiversität von Tieren bestäubt - und sind wichtiger Bestandteil der Nahrungsmittelproduktion für Menschen.

"Ohne grundlegende Änderungen in der Landwirtschaft oder der Fischerei können wir die biologische Vielfalt auf unserem Planeten nicht erhalten", betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die an den Ministerberatungen in Cancún teilnahm. "Besonders wichtig ist mir das Bekenntnis zum Abbau naturschädlicher Subventionen, für das wir uns stark eingesetzt haben."

Die Landwirtschaft könne nur dann naturverträglicher werden, wenn auch Agrarsubventionen entsprechend ausgestaltet werden - zum Beispiel damit, dass Landwirte für umweltverträgliches Arbeiten in Zukunft verstärkt mit finanziellen Sonderanreizen belohnt werden.

Den Artenverlust stoppen

"Intensive Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft sind neben Bergbau, Verkehr und Infrastruktur die größten Treiber des weltweiten Artensterbens und des Verlusts natürlicher Lebensräume", sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. "Nur wenn es gelingt, den Schutz der Biodiversität wirksam in andere Sektoren wie die Agrar-, Fischerei- oder Verkehrspolitik zu integrieren, können Korallenriffe, Regenwälder, Orchideenwiesen und andere natürliche Lebensräume bewahrt werden."

Die Uno-Artenschutzkonferenz findet alle zwei Jahre statt und wird bis zum 17. Dezember fortgesetzt. Grundlage ist die 1992 in Rio de Janeiro beschlossene Artenschutzkonvention (Convention on Biological Diversity/CBD). 2010 hatten die Mitgliedsstaaten konkrete Artenschutzziele bis 2020 beschlossen. So sollen 17 Prozent der Land- und 10 Prozent der Meeresflächen besser geschützt werden, um den Artenverlust zu stoppen. Aber statt Fortschritten gibt es unter anderem durch die intensive Land- und Forstwirtschaft sowie durch die vielerorts massive Überfischung der Meere auch viele Rückschritte.

Auf der Erde sind immer mehr Tier- und Pflanzenarten bedroht. Laut einer Studie des WWF sind die Bestände der Wirbeltiere weltweit zwischen 1970 und 2012 um knapp 60 Prozent zurückgegangen. Auch der Bericht von britischen Forschern zum Zustand der weltweiten Flora ist alarmierend. Demnach könnten 20 Prozent aller Pflanzen von der Erde verschwinden. Problematisch sind infolge der Globalisierung auch invasive Arten, die regional immer häufiger heimische Pflanzen- und Tierarten bedrohen.

joe/dpa

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