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Artenschutz

China entlässt zwei Pandabären in die Freiheit

Riesenpandas sind in China selten geworden. Ein Aufzuchtprogramm sollte dem entgegenwirken - mit Erfolg. Nun wurden die letzten zwei Tiere ausgewildert.

Getty Images

Hua Yan kurz vor ihrer Auswilderung

Freitag, 21.10.2016   18:28 Uhr

Hua Yan erreicht ihre neue Heimat in einer Transportbox. Ein Mann im Pandakostüm öffnet die Klappe, Licht fällt herein. Das dreijährige Pandaweibchen schaut misstrauisch, es war sein Leben lang eingesperrt. Es zögert, langsam tastet es sich aus der Box und läuft in die Freiheit.

Gemeinsam mit Hua Yan wurde auch die dreijährige Pandabärin Zhang Meng ausgewildert. Das Liziping Naturreservat in der chinesischen Provinz Sichuan ist seit dieser Woche das neue Zuhause der Pandaweibchen. Die beiden sind Teil eines Aufzuchtprogramms in China, in dessen Rahmen zuvor fünf weitere Pandas ausgewildert wurden. Mit Hua Yan und Zhang Meng endet das Projekt, sie sind die letzten Pandas, die in diesem Rahmen in die Freiheit kommen.

Zuvor wurden die Tiere auf ihr Leben dort gezielt vorbereitet. Sie lernten, wie sie Futter finden und Feinden aus dem Weg gehen. Pandas werden in China besonders verehrt. Einflussreiche Personen aus Peking verschenken sie etwa als Zeichen der Freundschaft an andere Länder.

REUTERS

Panda auf dem Weg in die Freiheit

Pandabären sind nicht mehr vom Aussterben bedroht

Auch nach ihrer Auswilderung begleiten Tierschützer die Pandaweibchen - zumindest aus der Ferne. GPS-Geräte, die die Tiere am Hals tragen, verraten, wo diese sich aufhalten.

Bislang ist der Pandaschutz in China eine Erfolgsgeschichte. Ende 2015 lebten in dem Land etwa 1.864 wilde Riesenpandas. Im Jahr 2000 waren es nur 1.100. Hinzu kommen noch 422 Pandas, die derzeit in Gefangenschaft gehalten werden.

Die Weltnaturschutzunion hat den Riesenpanda nun auch von der Liste der stark gefährdeten Arten gestrichen. Damit ist er nicht mehr vom Aussterben bedroht, gilt aber noch immer als gefährdet. Tierschützer in China halten die Entscheidung für überstürzt und weisen darauf hin, dass es nach wie vor viele Bedrohungen für die Art gibt. Probleme verursachen vor allem ein schrumpfender Lebensraum und fehlende genetische Vielfalt.

koe/Reuters

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